Rückversicherung
Individuelle Lösungen gefragt

Bei der Wahl der richtigen Rückversicherung stehen die Bedürfnisse des Maklers im Vordergrund.

HB HAMBURG. Bis zu diesem Jahr war die Haftung eines Versicherungsvermittlers für eine falsche Beratung praktisch nicht vorhanden. Doch die Umsetzung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (VVR) in deutsches Recht zwingt jeden Versicherungsmakler nun zu einer Rückversicherung mit einer Deckungssumme von einer Million Euro pro Schadensfall oder 1,5 Mill. Euro für alle Schadensfälle eines Jahres. Ohne entsprechenden Haftungsnachweis wird dem Vermittler der Verkauf von Versicherungsprodukten seitens der Industrie- und Handelskammer (IHK) untersagt.

Neben der eigenen Berufshaftpflichtversicherung nutzen auch immer mehr Versicherungsvermittler den Schutz eines umfassenden Haftungsdaches, um dem drohenden Berufsverbot zu entgehen. Das hat gut Gründe. Beispielsweise werden Jahr für Jahr mehrere Milliarden Euro Vermögen durch auslaufende Lebensversicherungen freigesetzt. Für Versicherungsmakler gilt es, dieses Vermögen im Sinne ihrer Kunden neu anzulegen. Doch bei Themen wie Altersvorsorge setzen diese längst nicht mehr nur auf Versicherungsprodukte wie Riester und Rürup, sondern vermehrt auch auf Wertpapierprodukte wie Zertifikate. Sie erwarten von ihrem Versicherungsmakler eine umfassende Beratung sowohl zu Versicherungs- als auch zu Finanzdienstleistungen.

Gleichzeitig erfordern die verschärften Anforderungen an die Beratungsqualität durch die Versicherungsvermittlerrichtlinie einen objektiven sowie ausgewogenen Marktüberblick. Somit müssen auch Wertpapierprodukte in die Beratung einbezogen werden, andernfalls drohen Haftungsfallen. Doch auch der Wertpapiermarkt unterliegt ab November 2007 neuen Vorschriften, der Mifid (Markets in Financial Instruments Directive). Wer als Versicherungsmakler Wertpapierprodukte anbieten möchte, sollte sich demnach einem möglichst umfassenden Haftungsdach anschließen.

In den vergangenen Monaten sind viele verschiedene Anbieter von Haftungsdächern auf den Markt getreten. Es lassen sich Pools, Plattformen und Vollbanken unterscheiden, die jedoch in ihrer Ausgestaltung und in ihrem Produktangebot stark differieren. Vollbanken können Versicherungsvermittlern einen umfassenden Produktzugang bieten, den andere Anbieter nicht leisten können. Gleichzeitig sollte der Versicherungsmakler auf eine offene und unabhängige Produktarchitektur des Haftungsdaches achten, um die bestmögliche Beratung seiner Kunden zu gewährleisten. Wichtig ist, dass er auf das Produktspektrum aller Marktteilnehmer zurückgreifen kann und nicht nur die hauseigenen Produkte vertreibt. So kann er die Anforderungen der VVR und Mifid an einen umfassenden Produktzugang erfüllen. Letztendlich spielt der vollständige Kundenschutz eine wichtige Rolle, damit Versicherungsmakler auch ihre Selbstständigkeit und ihren Kundenstamm wahren können.

Hier sind individuelle Lösungen die beste Option für Versicherungsmakler. Wer neben Versicherungsprodukten beispielsweise nur Zertifikate, nicht aber andere Wertpapierprodukte vertreiben möchte, benötigt eine andere vertragliche Bindung an das Haftungsdach als ein Finanzdienstleister, der das gesamte Spektrum der Wertpapiere anbietet. Die jeweiligen Bedürfnisse des Versicherungsmaklers stehen somit im Vordergrund. Nur die Versicherungsmakler, die sich einem möglichst umfassendem Haftungsdach mit individueller Gestaltungsmöglichkeit anschließen, können die Anforderungen von VVR und Mifid vollständig erfüllen, sich dem Trend zur ganzheitlichen Finanzberatung stellen und letztendlich im Markt bestehen.

Rüdiger Wolff ist Vorstandsvorsitzender der Finanzhaus Rothmann AG.

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