SBK – Siemens-Betriebskrankenkasse

Übersetzungshilfe für eine Beitragserhöhung

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen erhöhen für 2016 ihre Beiträge. In diesen Tagen erreichen die Begründungsschreiben die Versicherten. Es gilt, viel zwischen den Zeilen zu lesen. Eine Übersetzungshilfe.
8 Kommentare
Ein Übersetzer ist bei vielen Kundenschreiben von Unternehmen nötig. Quelle: Imago
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Ein Übersetzer ist bei vielen Kundenschreiben von Unternehmen nötig.

(Foto: Imago)

DüsseldorfEs könnte der Beginn einer wundervollen Kolumne sein. Vor drei Wochen habe ich den Lesern geholfen, zwischen den Zeilen einer Pressemitteilung zu lesen („Übersetzungshilfe für eine Fintech-Pressemitteilung“). Die Resonanz war groß, der Text schaffte es etwa in die Unterlagen diverser PR-Berater. Und mich brachte es auf die Idee, öfter einmal Verlautbarungen zu interpretieren.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.

Heute folgt der zweite Versuch und wenn Sie auch daran gefallen haben – vielleicht mache ich eine regelmäßige Kolumne daraus. Sie haben es in der Hand, lassen Sie mich wissen, was Sie von der Idee – und diesem Text – halten (zum Beispiel per E-Mail oder bei Twitter @MDowideit). Genug der Vorrede.

In diesen Tagen trudelt auch bei Ihnen Post ein, sollten sie gesetzlich versichert sein. Die meisten Kassen erhöhen die Zusatzbeiträge für das Jahr 2016. Der Marktführer Techniker Krankenkasse etwa verlangt 1,0 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) und kommt damit auf einen Gesamtbeitrag von 15,6 Prozent. Das Perfide: Der Zusatzbeitrag wird allein vom Versicherten gezahlt, nicht zur Hälfe vom Arbeitgeber wie es beim Grundbeitrag der Fall ist (14,6 Prozent des Arbeitsentgelts).

Die Siemens-Betriebskrankenkasse, kurz SBK, hat ihre Versicherten per Post über die eigene Erhöhung informiert, eine Leserin hat mir den Brief zukommen lassen – so wie viele andere Handelsblatt-Leser die Briefe ihrer Kassen auch (schönen Dank!). Hier die Übersetzung des SBK-Schreibens.

Original:
„Sehr geehrter Frau Schmidt (Name geändert),
Sie gehören zur starken SBK-Versichertengemeinschaft mit über einer Million Kunden. Als Ihr persönlicher Kundenberater bedanke ich mich ganz besonders für Ihr Vertrauen.“

Übersetzung:
Wir sind eine der kleineren gesetzlichen Krankenkassen im Land. Wir bemühen uns sehr zu verschleiern, dass dies ein automatisch erstelltes Schreiben ist.

Original:
„Wie Sie bestimmt aus den Medien erfahren haben, sind die Leistungsausgaben, vor allem für Arzneimittel und Kliniken, deutlich gestiegen.“

Übersetzung:
Alles was jetzt kommt, hat nichts mit uns zu tun. Wir sind unschuldig.

Wir verraten nicht, wie viel teurer wir geworden sind
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8 Kommentare zu "SBK – Siemens-Betriebskrankenkasse: Übersetzungshilfe für eine Beitragserhöhung"

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  • Als Deutscher sind Sie immer schuld also keine Ausreden.

  • Wenn ich hier aus dem Nähkästchen plaudern würde, dann würden Etliche mit den Ohren schlackern - denn die Medizin war mein erstes Metier.
    Nur soviel: nicht die Flüchtlinge werden die Krankenkassenbeiträge bereits in naher Zukunft ins Unbezahlbare explodieren lassen, sondern das werden die Deutschen schon ganz alleine tun. Die gigantischste Kostenexplosion wird hier von einer "Wohlstandskrankheit" ausgehen, nämlich dem Typ-2-Diabetes, umgangssprachlich (fälschlicherweise) auch "Altersdiabetes" genannt.
    Das Entscheidende ist hier: nicht nur die Zahl der Typ-2-Diabetiker selbst wird rapide steigen, sondern insbesondere auch die Zahl derjenigen mit den sogenannten "Spätkomplikationen" des Diabetes mellitus - und bei diesen "Spätkomplikationen" sind die Behandlungskosten exorbitant hoch.
    Besonders hervorzuheben ist hier die Nierenschädigung (sogenannte diabetische Nephropathie), die im Endstadium zur terminalen Niereninsuffizienz mit Dialysepflichtigkeit führt. Dialysebehandlungen sind sündhaft teuer und reißen schon heute ein gewaltiges Loch ins Budget der Krankenkassen - und die Zahl der Dialysepatienten wird wohlgemerkt schon in naher Zukunft explodieren.
    Bald ist also ohnehin entweder Schicht im Schacht für die gesetzliche Krankenversicherung, oder aber man wird äußerst unangenehme Entscheidungen treffen müssen, um es einmal milde zu formulieren...

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte kommentieren Sie zum Thema.

  • Wird nicht die letzte Gebühren- und Beitragserhöhung gewesen sein...

    65 EUR pro qm Miete müssen von irgend etwas bezahlt werden:

    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/miete-fuer-fluechtlingsunterkuenfte-falsch-beziffert-13961722.html

    MERKEL MUSS WEG!!!!

  • z.B. könnte man mal ermitteln/berichten, warum die Flüchtlinge" die Gesundheitskarte bekommen (sollen), wo die Kosten hinterher einseitig zu Lasten der gesetzlich Krankenversicherten (der Arbeitgeberanteil ist ja inzwischen festgeschrieben/gedeckelt) gehen........


    !!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

  • ich habe die Tage auch Post erhalten........

    Den wörtlichen Inhalt weiß ich im Moment nicht, aber dem Sinn nach:

    "Sie brauchen nichts weiter zu tun, wir werden die Beiträge auch zukünftig wie gewohnt direkt einziehen"

    Na dann ist ja alles gut.........

    !!!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

  • Das ist erst der Anfang!

    Bei den gewaltigen Zahlen der Flüchtlinge darf man nicht zu rechnen beginnen. Setzt man diese Zahlen in das Verhältnis zum Bundeshaushalt wird einem ganz schwummrig... Tendenz steigend!

    Ganz stolz wurde vermeldet, dass dieses Jahr ca. 11.000 Flüchtlinge abgeschoben wurden. Davon ging ein großer Teil gegen Bares freiwillig. Bei den über 1.000.000 Flüchlingen (ALLEIN DIESES JAHR), sind also immer noch 989.000 hier, die uns jeden Monat ca. 1.000.- Euro kosten, also monatlich eine knappe Milliarde! Wie gesagt, nur die Flüchtlinge diesen Jahres.

    Laut offiziellen Angaben sind derzeit ca. 60.000.000 Menschen auf der Flucht. Mal schauen wieviel davon noch zu uns kommen. Wir haben ja keine Obergrenze.

    Ich bin unschudlig daran, ich habe diese Parteien nicht gewählt!

  • Ja, und das Handelsblatt gibt auch keine Recherche bekannt. Oder gibt's gar keine? Warum ist denn der Beitrag gestiegen? Oder darf man das nicht sagen, weil es vielleicht mit den enormen Ausgaben für die Krankenversorgung von Flüchtllingen zu tun hat??? Naja, wenn so um den heißen Brei geredet wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn Gerüchte und Vermutungen die Runde machen. Also, bringt mal die Fakten auf den Tisch!

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