Schlichtungsstelle
Weniger Kunden beschweren sich über Versicherungen

Der Versicherungs-Ombudsmann hat im vergangenen Jahr weniger Zuschriften von Verbrauchern erhalten. Einzig bei Lebensversicherungen und der Kfz-Haftpflicht stiegen die Zahlen – doch viele Einwände waren unzulässig.
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Der Versicherungs-Ombudsmann hat im vergangenen Jahr weniger Beschwerden von Verbrauchern erhalten. Die Zahl sank um 2,7 Prozent auf 17.263, wie die Schlichtungsstelle am Donnerstag in Berlin mitteilte. In fast allen Sparten sei die Zahl der Beschwerden im Vergleich zum Jahr davor gesunken, nur bei der Kfz-Haftpflicht waren es 2,9 Prozent mehr.

Im Bereich der traditionell sehr streitanfälligen Lebensversicherungen gingen insgesamt zunächst zwar 2,6 Prozent mehr Beschwerden ein. Zahlreiche waren aber unzulässig, sodass deren Zahl am Ende effektiv um 4,7 Prozent sank.

Dem Jahresbericht von Ombudsmann Günter Hirsch zufolge gab es inhaltlich im vergangenen Jahr vor allem im Bereich der Lebensversicherungen viel Bewegung. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte gleich in mehreren Entscheidungen Verträge aufgrund fehlerhafter Kostenverrechnungsklauseln für den Kündigungsfall für unwirksam erklärt. Er hatte aber nicht entschieden, wie die in den Verträgen entstehende Lücke gefüllt werden sollte. Hirsch zufolge gab es zunächst nur wenige Beschwerden dazu, weil die Versicherer zunächst einige Zeit brauchten, um zu reagieren. Erst ab Dezember stieg die Zahl der Eingaben dazu stark an.

Der Ombudsmann ist eine von der Versicherungswirtschaft finanzierte, aber unabhängige Schlichtungsinstanz. Sie soll bei Streitfällen vermitteln und Kunden helfen, bei Fehlern ihrer Versicherung ohne Gerichtsverfahren Recht zu bekommen. Bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro sind Entscheidungen des Ombudsmanns für die Versicherungsunternehmen bindend und müssen befolgt werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft begrüßte die rückläufige Zahl. "Es ist erfreulich, dass die Gesamtbeschwerdezahl erneut zurückgegangen ist und nunmehr das niedrigste Niveau seit 2006 erreicht hat", teilte ein Sprecher mit. Auch die Relationen sollten beachtet werden. So hätten den etwa 3800 Beschwerden bei Lebensversicherungen in Deutschland insgesamt rund 90 Millionen Verträge gegenübergestanden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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