Schutz gegen Risiken Wo Verbraucher schlechter versichert sind, als sie denken

Die Deutschen versichern sich gegen alle möglichen Risiken. Kommt es zum Schadensfall, gibt es aber oft ein böses Erwachen – es fließt weniger Geld als erwartet. Meistens hätten die Versicherten damit rechnen können.
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Trügerische Sicherheit beim Schadensersatz. Quelle: Screenshot
Schutz gegen Risiken

Trügerische Sicherheit beim Schadensersatz.

(Foto: Screenshot)

Der Begriff „das Kleingedruckte“ könnte aus dem Versicherungsdeutsch stammen. Denn wer denkt bei dem gut gemeinten Hinweis „Lies auch das Kleingedruckte“ nicht an Versicherungsverträge mit vielen Seiten eng gedruckter Vertrags- und allgemeiner Geschäftsbedingungen. Die Vorfreude auf diese Lektüre tendiert meist gegen null. Aber nur hier steht genau, wann eine Versicherung zahlt und wann nicht.

Verbraucherschützern ist das „Kleingedruckte“ in Versicherungsverträgen schon lange ein Dorn im Auge, weil sie die gültigen Versicherungsbedingungen undurchsichtig machen und dabei auch so unverständlich formuliert sind, dass sie nur von Versicherungsexperten verstanden werden. Das „Kleingedruckte“ ist also ein Grund dafür, warum Verbraucher ihren vorhandenen Versicherungsschutz oft falsch einschätzen. Die Folge: Die trügerische Sicherheit, ausreichenden Versicherungsschutz zu haben, und ein böses Erwachen, wenn im Schadensfall die Versicherung nicht wie erwartet zahlt.

Gerade im Bereich der Sachversicherungen, wo es vor allem um die Absicherung gegen materielle Schäden geht, kommt es häufig zu Fehleinschätzungen der Verbraucher. Meist wird der eigene Versicherungsschutz überschätzt, weil den Versicherten nicht klar ist, in welchen Fällen die Versicherer weniger oder gar nicht leisten. Die folgenden Fallbeispiele illustrieren, wo Wunsch und Wirklichkeit der Verbraucher besonders häufig auseinanderklaffen.

Welche Zusatztarife sich für Versicherte lohnen
Versicherungssumme 50 Millionen Euro
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Die Deckungssumme auf 50 Millionen Euro zu erhöhen, kostet Singles im Schnitt nur 31, Familien mit Kindern nur 39 Euro mehr im Jahr. Das Vergleichsportal check24.de analysierte die Preise der Tarifmerkmale in der Privathaftpflichtversicherung. Insgesamt wurden 30 Versicherer miteinander verglichen. Die Preisanalyse wurde für einen Single-Tarif und für einen Familien-Tarif berechnet.

Bestleistungsgarantie
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Eine Haftpflichtversicherung mit Bestleistungsgarantie zahlt auch für Haftpflichtschäden, die nicht ausdrücklich mitversichert sind, wenn eine andere Versicherung auf dem deutschen Markt dafür aufkommen würde. Tarife mit dieser Zusatzleistung kosten im Schnitt aller Versicherungen für einen Single 24 Euro mehr im Jahr, verglichen mit einem Basistarif. Von Familien mit Kindern verlangen Versicherungen durchschnittlich 31 Euro mehr.

Geliehene Sachen
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Nur wenige Anbieter übernehmen auch Verlust oder Schaden, die an fremden, zu privaten Zwecken geliehenen Sachen, verursacht wurden. Doch falls der geliehene Fotoapparat im Urlaub geklaut oder die Ski-Ausrüstung kaputt gehen sollte, ist diese Deckungserweiterung eventuell sinnvoll. Für die Zusatzleistung bezahlen Singles jährlich 14 Euro, Familien 19 Euro mehr.

Hobbydrohnen
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Ob im privaten oder gewerblichen Bereich: Drohnen werden immer beliebter. Seit dem Jahr 2005 besteht in Deutschland eine Versicherungspflicht für die unbemannten Flugobjekte. Für Singles kostet die Absicherung sieben Euro zusätzlich – für Familien 14 Euro.

Schlüsselverlust
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Wenn die Schlüssel zum Haus, der Wohnung oder dem Büro verloren gehen, entstehen schnell hohe Kosten. Ein häufiges Missgeschick, gegen das sich Singles für nur sieben Euro mehr im Jahr versichern können. Familien zahlen für den Tarif elf bzw. sieben Euro.

Versicherungssumme 10 Millionen Euro
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Die Absicherung von 10 Millionen Euro kostet nur wenige Euro mehr im Jahr – acht (Single) bzw. neun Euro (Familie). Verbraucherschützer raten dazu, dass für sämtliche Personen,- Sach,- und Vermögensschäden eine Versicherungssumme von mindestens fünf Millionen Euro besteht.

Unbezahlte Hilfeleistung
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Eine unbezahlte Hilfeleistung, der sogenannter Gefälligkeitsdienst, ist zum Beispiel die Mithilfe beim Umzug von Bekannten oder Freunden. Geht versehentlich etwas zu Bruch, besteht rechtlich gesehen keine Pflicht zum Schadensersatz. Um solche Unfälle versichern zu lassen, gibt es einen Zusatztarif für sieben Euro (Single) und neun Euro (Familie).

Altes ist weniger wert

Ein typisches Beispiel sind etwa die Leistungen für kaputte oder gestohlene Handys. Wird es etwa aus der verschlossenen Wohnung geklaut (Einbruchdiebstahl), kommt dafür die Hausratversicherung auf. Die zahlt im Schadensfall den Neuwert des Handys, bei einem aktuellen Smartphone sind das schnell 500 bis 800 Euro. „Für elektrische Geräte gilt in der Hausratversicherung aber, dass sie nur für Geräte gleicher Art und Güte zahlen“, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Im Grunde muss die Versicherung – das gilt beispielsweise auch für die Haftpflichtversicherung – lediglich den Zustand wiederherstellen, der vor dem Schaden bestand. Gerade bei Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik beschleunigt der schnelle technische Fortschritt aber den rasanten Wertverfall auch neuwertiger Geräte mit veralteter Technik. „Für eine Smartphone, das schon in neueren Versionen auf dem Markt ist, gibt es dann weniger Geld für ein neues Gerät, als für ein aktuelles Modell nötig wäre. Der Verbraucher muss draufzahlen“, sagt Boss.

Das generelle Problem bei einer Hausratversicherung bestehe in den Nachweisplichten der Versicherten, so BdV-Sprecherin Boss. „Für alles Beschädigte oder Gestohlene müssen die Verbraucher zunächst nachweisen, dass der Gegenstand auch tatsächlich in ihrem Besitz war. Die Versicherten sollten deshalb alles in ihrer Wohnung fotografieren. Da genügt oft schon ein Foto vom geöffneten Schrank. Nicht jedes Einzelteil muss fotografiert werden, Übersichtsbilder genügen meist. Nur besonders hochwertige Dinge wie etwa Schmuck sollten einzeln abgelichtet werden. „Liegt kein Einkaufsbeleg vor, sollte ein Gutachter den Wert schätzen und schriftlich festhalten“, empfiehlt sie.

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  • Eine "Rechtsschutzversicherung" ist das beste Beispiel. Wenn man wirklich Schutz haben will, muss man teure Zusatzversicherungen abschließen. eine normal Rechtsschutzversicherung dient nur dem ruhigen Schlaf so lange nichts passiert.

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