Selbstständige sichern sich mit einem Mix aus Versicherungen, Sparplänen und Steuersparanlagen für den Ruhestand ab
Die feinen Zutaten der privaten Vorsorge

Selbstständige müssen im Gegensatz zu Angestellten ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen. „Wenn gesetzliche und betriebliche Renten ausfallen, bleibt dem Selbstständigen nur die private Vorsorge“, sagt Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Hochschule für Bankwirtschaft.

HB DÜSSELDORF. Andererseits sind Freiberufler und Unternehmer in der glücklichen Lage, dass „sie vom Staat nicht gezwungen werden, Vorsorgeverträge abzuschließen, die sich weniger rechnen“, sagt Tom Friess, Vermögensberater bei der VZ Vermögenszentrum GmbH.

Bei der Absicherung für Alter sollte der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Risikolebensversicherung für den Todesfall oberste Priorität genießen, sagt Friess. Eine Todesfall-Versicherung sei nötig, wenn Lebenspartner oder Kinder wirtschaftlich vom Hauptverdiener abhängig sind. Dann sei eine Absicherung in Höhe von drei bis fünf Jahresbruttogehältern sinnvoll.

Die Rente ersetzen beide Policen indes nicht. Damit im Alter keine Versorgungslücke entsteht, sollten Freiberufler bis zu 25 Prozent ihres Einkommens beiseite legen, sagt Stefan Ramstetter von der Privatbank Reuschel. Vermögensberater Friess rät, dieses Geld auf drei Töpfe zu verteilen. Als Basisrente sei der Abschluss einer Kapitallebensversicherung ratsam, da diese eine Mindestverzinsung und die Chance auf eine Überschussbeteiligung bietet. Unterschreibt der Anleger noch in diesem Jahr, erhält er die Auszahlungen steuerfrei. Und wenn das Alterseinkünftegesetz am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft tritt, können Sparer abzüglich der Beiträge zur Krankenversicherung bis zu 20 000 Euro im Jahr als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen – zunächst 60 Prozent dieses Höchstbetrages und bis zum Jahr 2025 jedes Jahr zwei Prozent mehr.

Das neue Gesetz bietet noch eine zusätzliche Lücke zur Steuerersparnis während der Ansparphase, sagt Friess. Die Beiträge von Lebensversicherungen, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden, gelten ab dem kommenden Jahr als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Und die kann der Anleger in Höhe von bis zu 2 400 Euro ebenfalls von der Steuer absetzen. Insgesamt winkt dem Freiberufler damit ein Freibetrag von bis zu 22 400 Euro im Jahr.

Im zweiten Vorsorgetopf geht es weniger um die sicherheitsorientierte Anlage, als um die langfristige Renditeoptimierung mittels Fonds oder Indexzertifikaten auf Aktien, Renten oder beide Anlageformen. „Sparpläne sind die flexibelste Anlage für einen Selbstständigen, weil er dieses Instrument jederzeit an sein monatliches Einkommen anpassen kann“, sagt Faust, „nach oben und nach unten“. Egal für welchen Sparplan sich der Anleger entscheidet, er sollte früh mit dem Sparen beginnen. Denn der Zinseszinseffekt poliert die Rendite mit jedem zusätzlichen Ansparmonat auf: Wer zum Beispiel mit 33 anfängt, monatlich 100 Euro zu sparen, verfügt im Alter von 60 bei einer durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent im Jahr über ein Vermögen in Höhe von 92 735 Euro. Beginnt er nur sechs Monate später, zahlt er 600 Euro weniger ein, hat am Ende aber 3 677 Euro weniger auf dem Konto. Schon Albert Einstein bezeichnete den Zinseszinseffekt als „größte mathematische Entdeckung aller Zeiten“.

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