Silvester-Schäden
Wer zahlt, wenn es knallt?

Spaß und Schaden gehen bei Silvester Hand in Hand – so auch im vergangenen Jahr. In München brennt eine Wohnung ab, in Oberbayern ein ganzer Berg. In welchen Fällen die Versicherung hilft.
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DüsseldorfZwei Männer steigen auf den Jochberg in Oberbayern, um Silvester zu feiern, doch die Zusammenkunft endet tragisch. Ein Lagerfeuer der beiden gerät außer Kontrolle. Am Ende fressen sich die Flammen auf einer Fläche von rund 100 Hektar ins neue Jahr. Etwa 100 Einsatzkräfte müssen mit Hubschraubern ausrücken, die Bundesstraße 11 wird gesperrt, in der Region wird der Katastrophenfall ausgerufen.

Einen ganzen Berg in Flammen zu setzten – das gelingt zum Glück den allerwenigsten Feiernden. Dennoch ist die Nacht von Silvester auf Neujahr für ihre Unfälle berüchtigt. Allein in München rückte die Feuerwehr in der Nacht 190 Mal aus, ihre Berliner Kollegen hatten 433 Brände zu vermelden, in Hamburg brannte es 169 Mal. Doch wer zahlt eigentlich die Schäden für das wild gewordene Feuerwerk?

Fest steht: Glück hat, wer eine eine gute Haftpflichtversicherung hat. Denn diese übernimmt im Zweifel Schäden, die man bei anderen verursacht hat. „Je nach Police deckt die private Haftpflichtversicherung Schäden an Sachen und Personen im unteren zweistelligen Millionenbereich ab”, sagt Katrin Josch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Premiumpolicen können eine Deckungssumme von bis zu 30 Millionen Euro aufweisen – genug, um im Zweifel auch wirklich große Schäden zu decken. Der Beitrag variiert je nach dem, ob man sich als Single oder Familie, mit Basis- oder Premiumtarif versichern lässt und liegt zwischen 60 und 160 Euro im Jahr, wie ein „Handelsblatt”-Vergleich im Sommer des vergangenen Jahres ergab. Die Krux: Wer mit Vorsatz zündelt, kann nicht mit Schadensübernahme rechnen. „Bei vorsätzlichen Schäden zahlt keine Versicherung”, so Josch.

Die Frage nach dem Vorsatz stellt sich zum Beispiel auch bei einem fehlgezündeten Böller in Nürnberg. Dort hatte ein 46-Jähriger mit einer selbstgebastelten Abschussvorrichtung eine in Tschechien gekaufte Kugelbombe verschossen. Die Vorrichtung bestand aus einem Blumentopf, in das ein Rohr einbetoniert war. Als sie aus bislang nicht geklärten Gründen explodierte, wurden sieben Menschen verletzt, umherfliegende Splitter verursachten einen Sachschaden von 15.000 Euro, weil sie in Autos und Fensterscheiben krachten.

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Wichtig ist, wohin die Splitter fliegen

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