Sparbuch erfreut sich ungebrochener Beliebteit
Jeder Deutsche sparte im Schnitt 1 800 Euro

Rund 146 Mrd. Euro haben die privaten Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr angespart, also durchschnittlich ungefähr 1 800 Euro pro Person, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Bei einem Kaufpreis von 20 000 Euro hätten diese Ersparnisse ausgereicht, um rund 7,3 Mill. Mittelklasse PKW zu finanzieren.

HB WIESBADEN/EINBECK. Neben der Tilgung von Hypothekenschulden und anderen Krediten fließt die jährliche Ersparnis den Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge vor allem in Geldanlagen wie Spar- und Termineinlagen (rund 37 Prozent), Wertpapiere (23 Prozent), Aktien (fünf Prozent) und in Lebensversicherungsverträge (27 Prozent).

Vor allem das Sparbuch erfreut sich seit Jahrzehnten einer ungebrochenen Beliebtheit. „Das hat psychologische Ursachen“, weiß Bernd Schwiedernoch, Geschäftsführer von Schleicher & Schuell Security Printing. In einem abgeriegelten Gebäude im niedersächsischen Einbeck stellt der Spezialist für Sicherheitsdruck jedes zweite Sparbuch deutscher Banken und Sparkassen her.

Während der Euro-Umstellung produzierte Schleicher & Schuell täglich rund 75 000 Sparbücher, heute sind es noch rund 25 000. „Europäische Nachbarländer stellen zunehmend auf computerlesbare Sparkarten um. Aber die Deutschen wollen ihr Guthaben schwarz auf weiß sehen und das Buch anfassen“, sagt Schwiedernoch. Viele Bücher würden als Mietkaution hinterlegt oder von Großeltern für ihr Enkelkind eröffnet. Die Banken bieten neben dem dürftig verzinsten Klassiker mittlerweile auch Produkte wie „Dax- Sparbuch“, „Geldmarkt-Konto“ oder „Sparbuch Gold“ an.

Sparbücher sind bares Geld wert und gelten trotzdem als besonders sicher. „Sparbücher zu fälschen lohnt nicht - der Aufwand ist zu groß“, weiß Bernd Schwiedernoch. Dazu tragen zum Beispiel die so genannten Guillochen bei. Das sind feine, farbige Linienmuster auf dem Papier, die Fotokopien verhindern. Dazu kommen Wasserzeichen und ein Sicherheitsfaden, mit dem jedes Buch in der Mitte vernäht wird.

Rund 69 Millionen Sparbücher hielten allein die Sparkassenkunden Ende 2002, Tendenz steigend. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht der Trend zu sicheren Anlagen“, fand der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) heraus. Beliebt ist das Guthaben zum Anfassen vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben der Postbank legen mehr als die Hälfte der Kids ihr Erspartes am liebsten auf dem Sparbuch an, das damit weit vor Sparschwein und Girokonto rangiert.

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