Versicherung
Sparen fürs Alter boomt in Osteuropa

Der Schritt in die EU dürfte der privaten und betrieblichen Altersvorsorge in den osteuropäischen Beitrittsländern weitere immense Zuwächse bescheren. Internationale Anbieter von Pensionsleistungen haben sich bereits auf den größten Märkten, vor allem in Polen, positioniert.

HANDELSBLATT, 4.9.2003 rez FRANKFURT/M. Mit enormen Wachstumsraten für die Branche rechnet Ilan Heimann, Stratege bei Goldman Sachs Asset Management. Er verweist darauf, dass die EU-Kommission für die zehn im Frühjahr 2004 voraussichtlich beitretenden Länder durch den EU-Anschluss ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 1,3% bis 2,1% pro Jahr erwartet. Von dem so erzeugten höheren Einkommen könnten Private mehr sparen. Hinzu komme, dass im größten Beitrittsland, Polen, Private nun mit bis zu 3500 € durchschnittlich eineinhalb Monatsgehälter im Jahr steuerfrei für ihr Alter sparen könnten, erklärt Malgorzata Popielewska, Senior Product Manager bei Union Investment TFI in Polen. Das Alterssparen begünstige ferner ein Hebeleffekt, ergänzt Rolf Drees von Union Investment: Ab einem bestimmten Versorgungsniveau sparen Menschen bei steigendem Einkommen überproportional.

Als weiteres Element des privaten Alterssparens in Polen böten Betriebe freiwillige Sparleistungen in Spezialfonds an, sagt Popielewska. Neben der gesetzlichen Rente in Polen existiere ferner bereits ein betriebliches Vorsorgesystem mit Pensionsfonds. In solche dreistufigen Systeme nach westlichem Vorbild wandeln sich die Pensionssysteme derzeit in zahlreichen EU-Beitrittsländern.

In Polen hat sich das Pensionsvermögen seit Ende 2000 um 139% auf 6,2 Mrd.€ erhöht, wie Heimann in einer Studie ermittelte, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Bereits im Jahr 2002 flossen immerhin Pensionsgelder in Höhe der Börsenumsätze eines ganzen Monats in den polnischen Aktienmarkt , sagt er. Auch in Ungarn und Tschechien hat das verwaltete Vermögen mit 73% und 55% enorm zugenommen, allerdings auf das noch immer niedrige Niveaus von 2,6 Mrd. bzw. 1,7 Mrd.€.

Auch wenn die Volumina noch als gering gelten, tummeln sich dort bereits viele internationale Anbieter. Die Marktanteile sind nach Ansicht von Experten verteilt. Im Publikumsfondsgeschäft etwa halten Pioneer und Credit Suisse jeweils Anteile von über einem Fünftel. Von deutscher Seite spielen die DWS und Union Investment mit gut 6% und knapp 5% eine gewichtige Rolle. In der betrieblichen Vorsorge gilt der Markt laut Heimann sogar schon als sehr eng.

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