Sparverträge
Keine Geldanlage zum Nulltarif

Anleger sollten sich Sparverträge genau ansehen. Vor dem Abschluss lohnt ein Blick auf die Kosten, denn sie mindern zum Teil empfindlich die Rendite.

HB WUPPERTAL. Wer eine Sparanlage abschließt, hat – auch, wenn dies nicht immer klar zum Ausdruck kommt – stets Kosten. Provisionen und Gebühren werden von den Einzahlungen abgezogen und nur der Rest fließt in die Kapitalanlage und wird rentierlich investiert. Über diesen Punkt sprechen die Anbieter und Vermittler oft nur ungerne. Bei vielen Geldanlagen werden die Kosten daher nur am Rande oder gar nicht erwähnt. Dabei haben sie einen großes Einfluss auf die Rendite, die der Sparer letztlich erhält.

In der Regel legen Versicherer nicht mal vor dem Abschluss offen, wie es sich bei ihnen mit den Kosten verhält. Sie argumentieren oft, dass die Kosten variabel seien. Deshalb könne man vor dem Abschluss keine Aussage treffen. Außerdem sei auch die Rendite der Kapitalanlage unbekannt. Beides zusammen müsse man für einen reellen Vergleich berücksichtigen. Dahinter steckt die falsche Unterstellung, dass ein Anbieter mit hohen Kosten auch die bessere Rendite bei der Kapitalanlage habe. Das kann so sein, muss es aber nicht. Die Kosten-Unterschiede zwischen den Versicherern kann man für die Vergangenheit sehr gut berechnen. Sie waren nicht gering. Versicherer ohne Servicebüros und Geschäftsstellen schneiden bei Kostenvergleichen in der Regel besser ab. Wer ohne Vermittler auf direktem Weg Policen verkauft, spart einiges gegenüber der Konkurrenz ein.

In der Investmentfonds-Branche geht man mit den Kosten offener um. Zu den fixen Kosten zählt vor allem der Gebührenposten "Ausgabeaufschlag". Das ist ein feststehender gleichbleibender Betrag, der von jeder Einzahlung abgezogen wird. Zahlt ein Sparer monatlich zum Beispiel 100 Euro, fließen 95 Euro in das Fondsvermögen, fünf Euro zieht die Fondsgesellschaft jedesmal ab. Von diesem Geld erhält der Verkäufer (eine Bank oder ein selbständiger Finanzvermittler) monatlich einen Teil als laufende Provision. Weil das auf den einzelnen Vertrag gesehen nur vergleichsweise geringe Beträge sind, nehmen die Fondsangebote zu, bei denen das Provisions-System der Lebensversicherung übernommen wird. Statt laufend kleine Beträge zahlt der Fonds-Anbieter kurz nach Abschluss einen höheren Betrag an den Vermittler aus und finanziert das komplett aus den ersten Einzahlungen des Kunden. So kann es passieren, dass nach zwei Jahren das Fonds-Konto des Kunden fast leer geblieben ist. Sein Geld wurde nicht angelegt sondern als Vetriebsprovision einbehalten. Das macht eine vorzeitige Kündigung unrentabel und auch bei der normalen Auszahlung zum Vertragsende schlägt sich dieses Tarifmodell erheblich nieder. Die ersten Beiträge konnten eben keine Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaften, weil sie gar nicht angelegt worden sind.

Außerdem gibt es bei Investmentfonds variable Kosten, die jährlich anfallen und laufend dem Fonds-Vermögen entnommen werden, so dass der Anleger davon nichts mitbekommt, es sei denn, er hat vor dem Abschluss den Prospekt sehr genau studiert. Stattdessen werden bunte Rendite-Tabellen mit den Leistungen der vergangenen Jahre oder Jahrzehnte vorgelegt. Meist zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des Vermögens werden jährlich dem Fonds entnommen für die Bezahlung des Fonds-Managements, Prüfungsgebühren und andere Verwaltungsaufwendungen. Diese Gebühr wird immer fällig, also auch, wenn der Wert des Fonds im betreffenden Jahr Verluste erleidet. Die Investment-Gesellschaft gewinnt also immer - unabhängig von der Leistung der Fonds-Manager. Kritisch dabei ist: Selten gibt es feste Höchstgrenzen, sprich die Fonds-Anbieter können sich sehr flexibel am Geld ihrer Anleger schadlos halten.

Auch bei einer Sparbuch-Anlage fallen Kosten an, die der Kunde zu tragen hat. Was das für Kosten sind und wie hoch sie sind, bekommt man allerdings selten zu sehen. Man bekommt entweder einen variablen oder fixen Zinssatz angeboten. In beiden Fällen kalkuliert die Bank dabei ihre Kosten in Form eines niedrigen Satzes ein. Es gibt letztlich keine Spar- und Geldanlage ohne Kosten, denn der Bankkunde bekommt eine Dienstleistung, für die er zahlen muss - offen oder versteckt. Auch wenn die Darstellung der Finanzdienstleister nach außen hin oft etwas anderes suggeriert.

Michael Kronenberg ist Honorarberater für Versicherungsangelegenheiten.


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