Steigende Risiken
Hausversicherung wird teurer

Deutsche Verbraucher müssen mit steigenden Prämien für Hausrat- und Gebäudeversicherungen rechnen. Das zeichnet sich bei den laufenden Vertragsverhandlungen der weltweiten Versicherungsbranche in Baden-Baden ab. Der wesentliche Grund ist, dass in Deutschland Sturm- und Flutschäden zunehmen.

BADEN-BADEN. Hinzu kommt, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer ab Januar die entsprechenden Reparaturkosten verteuert. „Unsere Raten müssten im Schnitt um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen“, sagt Thomas Witting, der neue Chef des Deutschlandgeschäfts der Swiss Re gegenüber dem Handelsblatt.

In Baden-Baden loten die Rückversicherer mit ihren Kunden, den Erstversicherern, die Konditionen für das nächste Jahr aus. Dabei sitzt den Versicherern noch das Hurrikan-Jahr 2005 in den Knochen. Die Raten für die Versicherung von Naturgefahren sind vor allem in den USA drastisch angestiegen. Auf den europäischen Märkten war das bisher nur moderat der Fall.

Die Agenturen für die Modellierung von Naturgefahren, auf deren Basis die Versicherer ihre Preise kalkulieren, weisen für Europa und speziell Deutschland deutlich höhere Gefahren durch Winterstürme und Überschwemmungen aus als bisher. „In Europa ist ein Schaden in der Größenordnung von „Katrina“ durchaus möglich“, sagte Yörn Tatge, Managing Director von AIR Worldwide, einer der drei global führenden Modellierer in Baden-Baden. Beim Hurrikan „Katrina“, der 2005 weite Teile von New Orleans unter Wasser setzte, lagen die Modelle allesamt daneben. Die Anbieter haben daher überarbeitet. Die neuen Versionen führen aber auch in Europa zu Abweichungen. Und obwohl die Modelle 2005 überwiegend falsch lagen, stellen die Rückversicherer bei der Preiskalkulation zunehmend auf solche technischen Daten ab.

„Die höheren Naturgefahren und die Mehrwertsteuer-Verteuerung haben die deutschen Sachversicherer im Gegensatz zu uns noch nicht eingepreist“, sagt Manager Witting. Gleichwohl geht er davon aus, dass die Kunden dieser Entwicklung Rechnung tragen müssen. „Es geht bloß nicht so schnell, weil deren Verträge nicht alle jährlich erneuert werden.“ Der Weltmarktführer ist jedoch nicht bereit, unrentables Geschäft zu übernehmen. Witting: „Preissenkungen für Naturgefahren werden wir nicht akzeptieren.“ Philippe Rochaix, General Manager Kontinentaleuropa des auf den Bermudas ansässigen Rückversicherers XL Re sieht das ähnlich: „Wir sehen wegen der steigenden Gefahr von Sturmrisiken keinen Raum für Prämiensenkungen in der Schaden- Unfallversicherung.“ Rochaix setzt sich von jüngeren Bermuda-Gesellschaften ab, die mit günstigen Prämien auf den europäischen Markt drängen.

Die diesjährige Erneuerungsrunde läuft für die Swiss Re offenbar ohne große Probleme. Befürchtungen, Kunden könnten nach dem Zusammenschluss mit GE Insurance Solutions abspringen, erweisen sich laut Witting als unbegründet; Swiss Re hatte General Electric das Rückversicherungsgeschäft abgekauft. Wittig ist optimistisch, auch Gerling als Kunde zu halten, obwohl diese Gesellschaft von der Talanx-Gruppe gekauft worden ist, zu der mit der Hannover Rück ein Wettbewerber der Swiss Re gehört.

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