Studie belegt 50-prozentige Steigerung der jährlichen Nettorendite
Geplante Zukunft bringt viel mehr

„Manchmal ist es besser, eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als eine Woche dafür zu arbeiten“. Was schon der verstorbene Börsen-Guru Andre Kostolany formulierte, drückt Prof. Stephan Paul vom Lehrstuhl für Finanzierung und Kreditwirtschaft an der Ruhr-Universität in Bochum heute so aus: „Finanz- und Vermögensplanung ist unverzichtbarer Bestandteil eines jeden vernünftigen Finanzmanagements.“

Als Beleg verweist Paul unter anderem auf eine Untersuchung der European Business School. Sie ergab, dass Mitte der 90er Jahre eine systematische Planung die Nettorendite von Vermögensanlagen binnen eines Jahres von durchschnittlich 3,8 auf 5,3 Prozent nach Steuern steigerte, also umfast 50 Prozent.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Vorsorge ist eine strukturierte Planung. Dafür hat beispielsweise die Deutsche Bank die Finanz- und Vermögensplanung entwickelt. Sie basiert auf der Überlegung, dass jeder Mensch seinen individuellen Lebensentwurf für den finanziellen Erfolg hat. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme erfragt ein Berater zunächst die Finanz- und Vermögensstruktur des Kunden. Bei diesem „Kassensturz“ wird der Privathaushalt wie ein kleines Unternehmen behandelt. Die Analyse umfasst deshalb eine Einnahmen- Ausgabenrechnung ebenso wie Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Diese Fakten werden mit den individuellen Zielen des Kunden verknüpft und zu einer Gesamtstrategie gebündelt. Hieraus leitet der Berater konkrete Empfehlungen für Vorsorge und Vermögensaufbau ab.

Folgendes Beispiel aus der Praxis verdeutlicht das Spektrum der Möglichkeiten: Eine 35-jährige Mutter von zwei Kindern ist nach zehn Berufsjahren jetzt teilzeitbeschäftigt mit 24 000 Euro Jahresbrutto. Ihr 40-jähriger Ehemann verdient als jährlich 75 000 Euro brutto. Beide konsumieren gern. Sie wohnen in einer Mietwohnung (Jahreskaltmiete: 18 000 Euro) und besitzen Sparguthaben und Wertpapiere im Gesamtwert von 35 000 Euro.

Die Eheleute sind gesetzlich versichert. Es gibt eine Risikolebensversicherung des Ehemanns zu Gunsten seiner Frau in Höhe von 200 000 Euro. Das geplante Ziel: Optimale Absicherung für Frau und Kinder. Empfehlung: Die Risikovorsorge erscheint auf den ersten Blick ausreichend, nicht aber im Detail. Für den Fall der Berufsunfähigkeit bestehen Lücken bei beiden. Sie sollten nicht nur das Todesfallrisiko des Mannes absichern, sondern auch das der Frau. Vorgesorgt werden sollte auch für die Ausbildung der Kinder Die regelmäßige Anlage des Kindergeldes kann den finanziellen Grundstock dafür bilden. Der Kauf einer Immobilie könnte eine Alternativezur Miete sein. Dies empfiehlt sich wegen des derzeit niedrigen Zinsniveaus und wegen der Aussicht, im Alter mietfrei wohnen zu können. Natürlich kann die freie Liquidität - unter Inkaufnahme der Schwankungsrisiken - in renditestarke Anlagen investiert werden.

Der Autor Gert Spennemann ist Experte für Finanz- und Vermögensplanung bei der Deutschen Bank.

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