Studie
Immer mehr Kassen bezuschussen Zahnreinigung

Eine professionelle Zahnreinigung ist beliebt, obwohl sie zu den Privatleistungen gehört. Das soll sich langsam ändern: Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen immer öfter die Leistung beim Zahnarzt.
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Immer mehr gesetzliche Krankenkassen bezuschussen professionelle Zahnreinigung. Bei einer am Dienstag vorab veröffentlichten Studie des Fachmagazins „Finanztest“ waren es mehr als drei Viertel von 85 getesteten Kassen. Das seien sehr viel mehr als noch vor einem Jahr, teilte die Stiftung Warentest mit. Die Angebote reichten je nach Kasse von einem Zuschuss in Höhe von zehn Euro bis zur kompletten Kostenübernahme der Behandlung.

Die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt ist beliebt. Trotz Preisen zwischen 35 und 120 Euro gehört sie zu den Privatleistungen, die gesetzlich Krankenversicherte am häufigsten nutzen. Die größten gesetzlichen Krankenkassen Barmer, Techniker und DAK geben Zuschüsse, zahlen die Reinigung aber nicht komplett. Zudem verlangen alle drei, dass die Versicherten zu vorgegeben Zahnärzten gehen.

Unkomplizierter sind die Leistungen von 41 anderen Kassen wie der AOK plus oder der BKK Freudenberg, stellte „Finanztest“ fest. Versicherte können ihre Zähne in der gewohnten Praxis reinigen lassen und reichen die Rechnung bei der Kasse ein. Die BKK Braun Gillette erstattet zum Beispiel einmal jährlich bis zu 65 Euro. Der ausführliche Test „Zuschüsse zur Zahnreinigung der gesetzlichen Krankenkassen“ erscheint in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Erst heute habe ich wieder eine Mitteilung ueber die Erhoehung meines eh schon ueberteuerten KV-Beitrags erhalten. Wenn natuerlich jeder Schnickschnack wie jetzt auch noch die PZR erstattet wird braucht man sich ueber explodierende Beitraege nicht zu wundern.

    Fairerweise sollte den Versicherten die nur wenige Leistungen in Anspruch nehmen und sich mit einem minimalen Versicherungsschutz zufrieden geben auch ein entsprechend guenstiger und bezahlbarer Tarif angeboten werden anstelle dieses voellig ueberteuerten Einheitstarifs.


    Ueberhaupt hat erst vor wenigen Monaten der Medizinische Dienst der Krankenkassen bestaetigt das die IGEL-Leistungen meist nutzlos seien:

    "Selbstzahler-Angebote in den Praxen bringen dem Arzt zwar Umsatz, den Patienten nach Ansicht der Krankenkassen aber meist keinen klaren Mehrwert. Gerade bei den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die am häufigsten verkauft werden, sei praktisch nichts mit deutlich erwiesenem Nutzen dabei, teilte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) am Mittwoch in Berlin mit.

    Das gelte im Großen und Ganzen etwa für Ultraschalluntersuchungen der Brust zur Krebsvorsorge, der Früherkennung von Grünem Star (Glaukom), der Früherkennung von Prostatakrebs oder der professionellen Zahnreinigung bei Erwachsenen ohne Paradontitis. „Die Mehrzahl der IGeL-Leistungen schneidet nicht gut ab, einige sogar sehr schlecht“, sagte MDS-Geschäftsführer Peter Pick.

    Trotz Aufklärungspflicht der Mediziner seien 39 Prozent der Patienten gar nicht auf die Zuverlässigkeit der Methode angesprochen worden. Oft würden Patienten auch unter Druck gesetzt, kritisierte Pick."

    siehe www.az-online.de/leben/gesundheit/krankenkassen-halten-selbstzahler-angebote-beim-arzt-sinnlos-zr-2811103.html

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