Studie zur Neuregelung der Rentenbesteuerung
Riester-Rente lohnt sich kaum

Die vielgepriesene Riester-Rente lohnt sich nur bei hoher Kinderzahl oder niedrigem Einkommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Gleichzeitig wurden vom DIA die Gewinner und Verlierer der Neuregelung der Rentenbesteuerung vorgestellt.

HB BERLIN. Eine private Altersvorsorge durch staatlich geförderte Produkte ist nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) weniger lukrativ als Aktienfonds, Kapitallebensversicherungen oder Banksparpläne.

„Mit Lebensversicherungen und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht, aber auch mit Fondssparplänen lassen sich mit demselben Sparaufwand die gleichen oder sogar bessere Nettorenditen erreichen“, sagte der Urheber der Studie, der Essener Wirtschaftswissenschaftler Reinhold Schnabel, am Mittwoch in Berlin. Eine staatlich geförderte Riester-Rente lohne sich nur bei hoher Kinderzahl und niedrigem Einkommen. Nur dann übersteige der Förderbetrag die Steuervorteile.

Auch die im Rahmen der nachgelagerten Rentenbesteuerung eingeführten, steuerlich geförderten Leibrenten (Rürup-Rente) schnitten im Vergleich zu nicht geförderten Produkten schlechter ab, sagte Schnabel. Dies betreffe vor allem Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie müssten ihre Beiträge auch aus den zusätzlichen Einkünften aus den Leibrenten leisten. Erträge etwa aus Kapitallebensversicherungen würden hingegen nicht durch Beitragszahlungen gemindert.

Zudem sei das Produkt nicht flexibel, weil es nicht auf einmal ausgezahlt, nicht beliehen und nicht vererbt werden könne, sagte Schnabel. „Das macht die Rürup-Rente für die nächsten zehn Jahre unattraktiv für die Anleger.“ Daher werde die Versicherungsbranche auch keinen übermäßigen Fleiß an den Tag legen, neue Produkte im Rahmen der Leibrente zu erfinden.

Nach der Studie des DIA werden durch die Einführung der nachgelagerten Besteuerung vor allem die Arbeitnehmer schlechter gestellt, die in den nächsten Jahren in Rente gehen werden. Bei ihnen gleiche der stufenweise Anstieg der Steuerfreiheit der Altersvorsorge-Beiträge die künftige Besteuerung nicht aus.

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