Studienergebnis

Massives Einsparpotenzial bei Arzneimitteln

Unnötig teure Arzneimittel: Bis zu zwei Milliarden Euro können bei den Kosten für bestehende Medikamente eingespart werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Techniker Krankenkasse, die heute vorgestellt werden soll.
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Medikamente in einer Apotheke: Arzneimittel bieten ein riesiges Einsparpotenzial. Quelle: dpa

Medikamente in einer Apotheke: Arzneimittel bieten ein riesiges Einsparpotenzial.

(Foto: dpa)

BerlinDie Techniker Krankenkasse (TK) geht davon aus, dass durch eine konsequente Überprüfung des Nutzens bestehender Arzneimittel erhebliche Kosten eingespart werden können. Durch eine sogenannte Bestandsmarktprüfung sowie den Ersatz unnötig teurer Arzneimittel durch gleichwertige, billigere Generika könnten zwei Milliarden Euro eingespart werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bestandsmarktreport, der mit Unterstützung der TK erarbeitet wurde und den die Kasse an diesem Mittwoch (11.00) in Berlin vorstellen will.

Durch die politische Entscheidung, den Bestandsmarkt nicht mehr zu überprüfen, würden Krankenkassen und letztlich auch Versicherte weiterhin mit Ausgaben für Arzneimittel belastet, deren Zusatznutzen nicht nachgewiesen sei. Damit werde das Ziel einer qualitativen und wirtschaftlichen Arzneimittelversorgung verfehlt, heißt es in dem Bericht weiter.

Diesen Kassen laufen die Mitglieder weg
Krankenkassen
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Mehr Deutsche denn je versichern sich gesetzlich

Rekord! Nie zuvor waren mehr Menschen in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert. 52.908.210 waren es zum 1.7., meldete gerade das Bundesgesundheitsministerium – 351.000 oder 0,6 Prozent mehr als noch zum Jahresende. Den Mitgliederzufluss haben die GKV dabei auch der guten Konjunktur und der steigenden Beschäftigung im ersten Halbjahr 2014 zu verdanken.

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grafik-versicherte
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Nicht alle profitieren

„Ein satter Zuwachs“, kommentiert da auch der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg) – der sich jedoch nicht auf alle Kassen gleichermaßen verteilt. Denn den Löwenanteil an neuen Mitgliedern heimsten einige wenige ein. Andere Kassen mussten sogar einen Mitgliederschwund verkraften. Die nächsten Bilder verraten, welche Kassen besonders gut abgeschnitten haben und wer besonders schlecht davongekommen ist.

TK in Hamburg
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Absoluter Gewinner: TK

Mehr als 192.000 Neumitglieder und damit mehr als die Hälfte des gesamten GDV-Mitgliederzuwachses kann die Techniker Krankenkasse verbuchen. Das macht die Kasse auch zur „Nummer ein nach Köpfen“ und verhilft den Ersatzkassen – dazu gehören neben der Techniker Krankenkassen zum Beispiel auch die Barmer und die DAK – insgesamt zu mehr als 20 Millionen Mitgliedern.

Logo der AOK
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Wieder nur Zweiter: AOK

Dank der starken Techniker Krankenkasse verpasst es die Familie der Ortskrankenkassen (AOK) trotz rund 93.000 neuer Mitglieder erneut, weiter auf die Ersatzkassenfamilie aufzuschließen. Die AOK Bayern und AOK Baden-Württemberg haben nach der Techniker Krankenkasse die meisten Neumitglieder für sich gewinnen können – jeweils um die 30.000. Dennoch kommt die AOK-Familie insgesamt nur knapp über die 18.300-Mitglieder-Marke.

Wenn Kinder Übergewicht haben, ist die ganze Familie gefordert
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Neue Stärke: Betriebskrankenkassen

Auch die Betriebskrankenkassen konnten im ersten Halbjahr 2014, was die Mitglieder angeht, zulegen. Die BKK-Familie – im Verband tummeln sich derzeit 94 Anbieter – ging mit einem Plus von fast 52.000 Mitgliedern aus dem Rennen und knackt damit die 8,5-Millionen-Marke. Am meisten konnten die BKK Mobil Oil und die Debeka BKK zum Erfolg beitragen.

Bäckerhandwerk in der Bäckerei Plentz
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Gutes Ergebnis: Innungskrankenkassen
Traditionell versichern sich immer noch vor allem die Handwerker bei den Innungskrankenkassen. Auch diese Kassen-Familie hat in den ersten sechs Monaten des neuen Jahres in Sachen Mitgliedern zugelegt. 20.400 neue Versicherte kamen hinzu. Knapp die Hälfte dieses Zuwachses verdanken die IKK der IKK classic (plus 9.265). Mit dem Ergebnis hält die Kassenfamilie konstant die Marke von vier Millionen Mitgliedern. 

RAG Bilanz
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Hier sterben langsam die Mitglieder: Knappschaft und Landwirtschaftliche Krankenversicherung
Einst war die Bundesknappschaft der Versicherer für alle im Bergbau Beschäftigten. 2002 in Knappschaft umbenannt, steht sie seit 2007 allen gesetzlich Versicherten offen. Zusammen mit der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung ist sie ein Nischenversicherer. Beide Gruppe leiden derzeit unter einer höheren Sterbequote als etwa die großen Wettbewerber. Zusammen kommen die Kassen zum 1.7.2014 auf weniger als zwei Millionen Versicherte.

Der Bericht hat den Angaben zufolge 17 Wirkstoffe auf ihren Zusatznutzen im Vergleich zu vorhandenen Therapieoptionen bewertet. Es seien Präparate, die in der Vergangenheit nicht unumstritten gewesen seien, darunter neuere Antidiabetika und Rheuma-Medikamente. Keines der untersuchten Arzneimittel sei ohne Beanstandungen gewesen. Gerade die bewerteten Antidiabetika hätten keine Vorteile gegenüber den bewährten Therapien erbracht.

  • dpa
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1 Kommentare zu "Studienergebnis: Massives Einsparpotenzial bei Arzneimitteln"

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  • Frankreich kommt mit 3000 von den Kassen bezahlten Medilkamenten aus. Deutschland hat wohl über 40000!
    Es gab da mal die Idee einer Positivliste, damals von Seehofer medienwirksam beerdigt.
    Die Lobbyisten der Pharmawirtschaft werden Senkungen zu verhindern wissen - Korruption eben:

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