Sturm- und Hagelschäden

Unwetter kosteten Versicherer erneut Milliarden

Zahlungen in Milliardenhöhe sind das Ergebnis von Sturm und Hagel im Jahr 2015. Der Abstand zwischen Jahren mit hohen und niedrigen Schäden verkürzt sich. Versicherer warnen vor den Folgen des Klimawandels.
Ein mächtiges Naturschauspiel, das Menschen begeistert – aus sicherer Ferne betrachtet. Die deutschen Versicherer kosten Unwetter jedoch jährlich Milliarden Euro. Quelle: dpa
Gewitterzelle

Ein mächtiges Naturschauspiel, das Menschen begeistert – aus sicherer Ferne betrachtet. Die deutschen Versicherer kosten Unwetter jedoch jährlich Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutschen Versicherer haben im vergangenen Jahr wieder mehr Geld für Schäden durch Sturm, Hagel oder Starkregen zahlen müssen. Die Schadenbilanz stieg von knapp zwei Milliarden Euro im Jahr 2014 auf fast 2,6 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Besonders Sturm- und Hagelschäden nahmen zu.

Der Gesamtschaden fiel allerdings noch deutlich niedriger aus als im Jahr 2013 mit 7,2 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr schlägt allein die Unwetterserie im Frühsommer bereits mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche. Laut Verband ist zudem erkennbar, dass sich der Wechsel von Jahren mit hohen und niedrigen Schäden verkürzt.

Im vergangenen Jahr richtete allein der Wintersturm „Niklas“ im März Gebäudeschäden von 750 Millionen Euro an. Er zählte damit laut GDV zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997. Die Unwetterfront „Siegfried“ sorgte im Juli 2015 mit starkem Hagel in Westdeutschland für rund 300 Millionen Euro Fahrzeugschäden. Die Gesamtzahl der Sturm- und Hagelschäden stieg im Vergleich zum Jahr 2014 um 75 Prozent.

Von den Gesamtschäden von 2,6 Milliarden Euro entfielen 1,9 Milliarden Euro auf die Sachversicherer und 700 Millionen Euro auf die Kfz-Versicherer. Die Natur habe 2015 „wieder einmal eindrucksvoll“ gezeigt, „worauf wir uns einstellen müssen“, erklärte GDV-Präsident Alexander Erdland.

Welche Schäden Hausbesitzer am meisten fürchten
Albtraum 1: Feuer
1 von 7

Viele Immobilienbesitzer glauben, ausreichend gegen Naturgefahren abgesichert zu sein, sind es aber nicht. Das ergibt eine repräsentative Befragung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer und des GfK. Grund dafür ist auch, dass einige Risiken unterschätzt werden. Albtraum Nummer 1 der deutschen Immobilienbesitzer sind Brände: 39 Prozent betrachten die Absicherung gegen Feuer als wichtig, gut die Hälfte findet sie „eher wichtig“ und nur zehn Prozent unwichtig.

Albtraum 2: Leitungswasser
2 von 7

Ebenfalls gefürchtet sind Schäden durch Leitungswasser, etwa nach Rohrbrüchen. Zwar halten nur fünf Prozent die Absicherung gegen Leitungswasserschäden für wichtig, immerhin 57 Prozent aber für „eher wichtig“. Keine Sorgen über Leitungswasserschäden machen sich 38 Prozent.

Albtraum 3: Sturm, Hagel
3 von 7

Für die Hälfte der Immobilienbesitzer spielen Sturm und Hagel keine große Rolle, sie finden eine Absicherung gegen solche Schäden eher unwichtig. Nur vier Prozent finden die Absicherung hier wichtig, 46 Prozent „eher wichtig“.

Albtraum 4: Elementarschäden
4 von 7

Hier wird die Gefahrenlage besonders unterschätzt: Mit 88 Prozent hat die große Mehrheit der deutschen Immobilienbesitzer keine Angst vor Starkregen, Überschwemmung, Schneedruck und Co. Nur elf Prozent finden eine Absicherung hier eher wichtig und ein Prozent hält sie für wirklich wichtig.

Nahezu alle fühlen sich abgesichert
5 von 7

Während die Mehrheit gegen Schäden durch Feuer, Sturm und Hagel (je 95 Prozent) und Leitungswasser (92 Prozent) versichert sind, sieht es bei Schäden durch Überschwemmung eher mau aus: Gegen sie sind nur 48 Prozent abgesichert. Trotzdem fühlen sich nahezu alle Immobilienbesitzer rundum abgesichert: 93 Prozent schätzen ihre eigene Absicherung gegen Naturgefahren aller Art als sehr gut oder gut ein. Nur ein Prozent fühlt sich weniger gut oder schlecht abgesichert.

Unwetter 2016
6 von 7

Selbst Berichte über aktuelle Extremwetter haben kaum Einfluss auf die eigene Risikowahrnehmung: Vor dem Unwetter im Mai 2016 in Südbayern und Baden-Württemberg nahmen 21 Prozent der Befragten an, dass Starkregen in ihrer Wohngegend zu stärkeren Überschwemmungen führen kann. Nach dem Unwetter sind es mit 28 Prozent nur unwesentlich mehr. Vor dem Unwetter schlossen 66 Prozent Starkregenschäden in ihrer Gegend aus, nach dem Unwetter sind es immer noch 58 Prozent.

Gründe gegen eine Elementarschadenversicherung
7 von 7

Wieso entscheiden sich Immobilienbesitzer gegen eine Elementarschadenversicherung? Die meisten fühlen sich schlicht nicht bedroht: 89 Prozent der Nichtversicherten halten das Risiko für überschaubar. 67 Prozent geben an, ihr Versicherungsschutz sei auch so ausreichend. Gut die Hälfte hält die Versicherungsprämien für zu hoch und 27 Prozent nehmen an, ihr Gebäude sei nicht versicherbar.

Er mahnte zudem die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens an. Dieses biete die Chance, den Klimawandel zu stoppen. „Wenn wir die Risiken beherrschbar halten wollen, dann müssen wir jetzt alles tun, damit das Zwei-Grad-Ziel eingehalten wird“, erklärte Erdland. Steigende Schäden seien kein Naturgesetz.

Das Abkommen sieht die Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, höchstens aber zwei Grad Celsius sowie das Erreichen von Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts vor. Das UN-Klimasekretariat hatte am Mittwoch bestätigt, dass genug Ratifizierungsurkunden vorliegen, damit das vereinbarte UN-Klimaabkommen in 30 Tagen tatsächlich in Kraft treten kann.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Sturm- und Hagelschäden - Unwetter kosteten Versicherer erneut Milliarden

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%