Tages- und Festgeld
Wo es die höchsten Zinsen gibt

Sparer mussten sich lange mit niedrigen Zinsen zufrieden geben. Doch nun profitieren sie vom Misstrauen der Banken untereinander. Bei Tages- und Festgeld ist wieder mehr zu holen.
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FrankfurtDrei Prozent Zinsen sind bei Festgeld für ein Jahr keine Seltenheit mehr. Für Sigrid Herbst vom Frankfurter Finanzdienstleister FMH, der Tages- und Festgeldkonditionen beobachtet, ist das kein Wunder: „Die Banken misstrauen sich untereinander, da bieten sie den Kunden ein wenig mehr an.“ Für Anleger, die Kapital parken wollen, böten sich damit wieder ein paar mehr Möglichkeiten. Unter den Anbietern von Festgeld für ein Jahr finden sich inzwischen zwölf Anbieter mit einer drei vor dem Komma.

Die Finanzinstitute unterscheiden sich vor allem durch ihren Einlagenschutz. Bei den vier Häusern mit den besten Zinsen müssen Anleger mit dem gesetzlichen Einlagenschutz von 100000 Euro leben. Bis zum 7. Februar zahlt die niederländisch-türkische Garantiebank sogar noch 3,3 Prozent Zinsen für Jahresfestgeld. Allerdings bieten sie diese Konditionen nur noch Kunden an, wie eine Sprecherin sagt. Neukunden könne man so schnell kein Konto mehr einrichten, sie bekommen nur noch 3,1 Prozent.

Den besten Zins bei erweitertem Einlagenschutz von 3,11 Prozent zahlt Bank11. Der Autofinanzierer gehört dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken an.

Wer sein Geld täglich verfügbar als Tagesgeld parken will, muss mit etwas weniger Zinsen vorliebnehmen. Die genossenschaftliche PSD Bank Rhein Neckar Saar bietet zwar auch drei Prozent im Jahr für Tagesgeld, dies aber nur Bewohnern Baden-Württembergs und des Saarlands. Zudem bekommen den Satz nur Neukunden, und das Angebot ist befristet bis zum 30. April.

Stabilere Konditionen bietet ein Neuling am Markt, die deutsche Tochter der britischen Barclays Bank. Die deutsche Direktbank, bisher im Kreditkarten- und Ratenkreditgeschäft aktiv, will sich nun über Einlagen statt über den Mutterkonzern refinanzieren, wie Deutschland-Chef Carsten Höltkemeyer erklärt. Dafür zahlt Barclays für Tagesgeld stets 1,75 Prozentpunkte mehr als den Leitzins der Europäischen Zentralbank von aktuell einem Prozent. Diese Konditionen will das Haus drei Jahre lang anbieten. Als Einlagensicherung greift hier für die ersten rund 100000 Euro der britische gesetzliche Einlagenschutz, danach der Fonds der privaten Banken.

Kommentare zu " Tages- und Festgeld: Wo es die höchsten Zinsen gibt"

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  • Als ex-Banker sehe ich es genauso wie meine Vorgänger. Welchen Grund hat eine Bank, für Tagesgeld über 3 % Zinsen zu bieten, wenn sie das Geld (gegen Wertpapiere) für 1,75%(Spitzenrefinanzierungsfazilität) bzw. 1% (Hauptrefinanzierungssatz) bei der EZB leihen kann?
    a) Sie möchte auf Kundenfang gehen und die Neukunden täglich durch "Berater" anrufen lassen und mit Bausparverträgen, Fonds und Versicherungsvermittlungen nerven
    b) Die Bank hat schlicht keine Wertpapiere zum Verleihen, dann ist der hohe Tagesgeldsatz schlicht eine Risikoprämie dafür, dass man sein Geld womöglich nicht zurückbekommt.

    Jeder kleine Sparer sollte das immer bedenken.

  • Erschreckend, wenn eine Finanzdienstleisterin solch eine unsinnige Aussage von sich gibt. Wenn Banken 3,0% Zinsen geben, dann nur aus zwei Gründen: a) um Neukunden zu locken (und nicht um sich zusätzliches Geld zu beschaffen, denn dann würden sie es ja für alle Kunden anbieten) oder b) weil es eine ausländische Bank ist, die Lockangebote macht.

  • Hoher Zins=hohes Risiko; das sollte man nicht vergessen. Die Zinsen die hier genannt werden, sind vollkommen am Markt vorbei. Man kann nicht nur hoffen, dass die Sicherungseinrichtungen funktionieren,was sie wohl tun werden, sondern dass auch genug Geld da ist. Was wenn mal eine große Bank die Grätsche macht???

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