Tool der Woche So lohnt sich der Wechsel der Kfz-Versicherung

Noch bis zum Mitte nächster Woche haben Autobesitzer Zeit, ihre Kfz-Versicherung zu kündigen. Danach ist der Anbieterwechsel erst wieder in einem Jahr möglich. So lässt sich dabei jetzt Geld sparen.
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Die Kfz-Versicherung kann noch bis zum 30.11. gekündigt werden. Autofahrer können bei einem Wechsel des Versicherers möglicherweise viel Geld sparen. Quelle: dpa
Alle paar Minuten scheppert es in Deutschland

Die Kfz-Versicherung kann noch bis zum 30.11. gekündigt werden. Autofahrer können bei einem Wechsel des Versicherers möglicherweise viel Geld sparen.

(Foto: dpa)

FrankfurtViele Autofahrer bekamen in den vergangenen Wochen Post, auf die sie gerne verzichtet hätten. Ihr Versicherer schrieb ihnen, dass die Beiträge im kommenden Jahr ansteigen werden. Die Assekuranzen sind dabei in einem Dilemma. Einerseits steigen zwar die Beitragseinnahmen weiterhin rasant, andererseits werden die Schäden durch immer mehr Technik im Auto auch ständig teurer. Beliebt ist deswegen bei den Versicherern der Kunde, der weiter ohne Murren die kontinuierlichen Preissteigerungen jedes Jahr mitmacht.

Wer hingegen kündigt und sich anderswo umsieht, der stellt schnell fest, dass die gleiche Leistung auch günstiger zu haben ist. Oder dass er manche Leistungen in der bisherigen Police womöglich künftig gar nicht mehr braucht. Geld lässt sich so oder so sparen.

Autodiebe fahren auf große SUV ab
Mehr Diebstähle, höhere Schäden
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Autodiebe haben im vergangenen Jahr 18.659 kaskoversicherte Pkw gestohlen, rund vier Prozent mehr als 2014. Da zudem die durchschnittliche Entschädigung für jeden Diebstahl mit 15.611 Euro eine neue Rekordhöhe erreichte, wuchs der wirtschaftliche Schaden von rund 262 auf über 291 Millionen Euro (+11 Prozent). Das geht aus der Kfz-Diebstahlstatistik 2015 hervor die der GDV am 11. Oktober 2016 veröffentlicht hat.

Besonders von Diebstählen betroffen waren Besitzer von SUVs:
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Unter den am häufigsten gestohlenen Fahrzeugen finden sich gleich mehrere hochpreisige Geländewagen wie Range Rover, Toyota Land Cruiser, Lexus RX350, Audi Q7, BMW X6 und X5.

Die bei Autodieben beliebtesten Marken waren Land Rover und Jaguar.
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Allein von der aktuellen Baureihe des Range Rover wurden fast 200 Stück geklaut, für jeden Fall zahlten die Versicherer im Durchschnitt fast 66.000 Euro.

Für die Gesamtheit der Land-Rover-Modelle ermittelten die Statistiker des GDV eine Diebstahlrate von 5,2 pro 1.000 kaskoversicherter Autos.

Langfinger bevorzugen Premium
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Auf den weiteren Plätzen im Hersteller-Vergleich lagen Jaguar (Diebstahlrate: 1,7), gefolgt von Audi (1,3), Porsche (1,2) und BMW (1,0).

Berlin ist Hauptstadt der Autodiebe
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Die Entwicklung des Autodiebstahls verlief in den Bundesländern unterschiedlich: Mehr Autos gestohlen wurden in Hamburg (+14%), Niedersachsen (+18%), Nordrhein-Westfalen (+11%), Thüringen (+11%) und Sachsen-Anhalt (+11%). Weniger Diebstähle gab es in Baden-Württemberg (-5%), Sachsen (-7%), Schleswig-Holstein (-5%) und im Saarland (-22%).

Platz 1
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Hersteller: Land Rover
Modell: Range Rover 3.0 TD (LG)
pro 1.000 versicherte wurden 40,2 Autos geklaut
65.815 Euro betrug der durchschnittl. Schadenaufwand für die Kaskoversicherung
Quelle: GDV

Platz 2
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Hersteller: BMW
Modell: X6 Xdrive 40d
pro 1.000 versicherte wurden 16,6 Autos geklaut
37.856 Euro betrug der durchschnittl. Schadenaufwand für die Kaskoversicherung
Quelle: GDV

Am Anfang steht für alle die Bestandsaufnahme. Wie teuer und was umfasst die aktuelle Police. Das kann durchaus etwas Zeit erfordern. Da der Zuschnitt auf den Einzelkunden in den vergangenen Jahren immer individueller wurde, sind eine ganze Reihe von Daten nötig, um seriös vergleichen zu können. Die bisherige Police und der Fahrzeugschein helfen dabei. Oder, um es genauer auszudrücken: die Zulassungsbescheinigung Teil I. So steht es nämlich seit 2005 auf dem Dokument, das im Volksmund noch immer Fahrzeugschein genannt wird.

Damit ausgerüstet geht bei vielen Deutschen mittlerweile der erste Blick ins Internet. Vergleichsportale wie Check24, Verivox oder Testsieger.de bieten hier nach kurzer Zeit einen guten, aber eben keinen umfassenden Überblick. In der Regel sind die bekannten Namen aus der Branche dort nur mit ihren Direktversicherungs-Töchtern vertreten. Also die Allianz mit Allsecur, Huk-Coburg mit Huk24 und die R+V Versicherung mit R+V24. Die Leistungen der Anbieter können Sie mit diesem Tool vergleichen.

Wo Autofahrer künftig sparen – und wo nicht
Baden-Württemberg
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Nach der aktuellen Regionalstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben sich in elf der 44 baden-württembergischen Zulassungsbezirke bessere Einstufungen für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Davon profitiert gut jeder fünfte Autofahrer, insgesamt sind das rund 1,15 Millionen Versicherte. Bessere Klassen gelten künftig unter anderem in Lörrach, Göppingen, Rastatt und im Schwarzwald-Baar-Kreis. Gegenüber dem Vorjahr verschlechtert haben sich hingegen nur vier Zulassungsbezirke, darunter die Großstädte Ulm und Freiburg. In der Teilkasko-Versicherung rutschen rund 265.000 Versicherte in neun Zulassungsbezirken in höhere Klassen. Grund dafür waren insbesondere zahlreiche Schäden nach Hagelschauern im Raum Freiburg. In der Vollkaskoversicherung gibt es nur wenige Änderungen – für 90 Prozent der Versicherten bleibt hier alles beim Alten.

Bayern
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ute Nachrichten für zahlreiche Autofahrer in Bayern: Für jeden vierten Fahrzeughalter gelten zukünftig niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Von den besseren Einstufungen profitieren rund 1,7 Millionen Autofahrer in 28 der insgesamt 97 Zulassungsbezirke des Landes, unter anderem in Aschaffenburg, Bayreuth, Erding, Altötting und Pfaffenhofen. Höhere Einstufungen ergeben sich für knapp zehn Prozent der Autofahrer, darunter in Memmingen, Traunstein und Ansbach. In der Vollkaskoversicherung profitieren rund 345.000 Versicherte von einer besseren Einstufung, unter anderem in Schweinfurt, Amberg-Sulzbach und Freyung-Grafenau, während rund 75.000 in eine schlechtere Klasse rutschen. In der Teilkaskoversicherung ist es fast genau umgekehrt: Hier erhalten 345.000 Versicherte eine höhere und rund 70.000 eine niedrigere Klasse.

Berlin
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Nach der aktuellen Regionalstatistik werden Berliner Autofahrer wie in den Vorjahren in der höchsten Klasse der Kfz-Haftpflichtversicherung eingestuft (Regionalklasse 12). Berlin liegt damit gleichauf mit Hamburg und München. Der Grund für diese Einstufung ist die hohe Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund der in Ballungszentren höheren Verkehrsdichte. Auch in der Vollkasko-Versicherung gilt in Berlin weiterhin die höchste Stufe (Regionalklasse 9), in der Teilkasko-Versicherung die Regionalklasse 10 (von 16).

Brandenburg
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Für die Autofahrer in Brandenburg bleibt es auch im kommenden Jahr bei überwiegend günstigen Einstufungen in der Kfz-Versicherung. Laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gelten in der Kfz-Haftpflichtversicherung für 15 der 18 Zulassungsbezirke des Landes beziehungsweise für fast 85 Prozent der Fahrzeughalter auch weiterhin die niedrigsten Regionalklassen 1 und 2. Im Vergleich zum Vorjahr profitieren Versicherte des Bezirks Märkisch-Oderland von einer niedrigeren Regionalklasse, höhere Einstufungen ergeben sich für die Bezirke Brandenburg und Teltow-Fläming. In der Teilkaskoversicherung ergeben sich Verbesserungen für vier Landkreise beziehungsweise knapp 20 Prozent der Versicherten, in der Vollkaskoversicherung rutschen die Autofahrer aus dem Landkreis Oder-Spree in eine höhere Regionalklasse. Für alle anderen bleibt bei der Kaskoversicherung alles beim Alten.

Bremen
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Die Regionalklassen für Bremer Autofahrer bleiben weiterhin niedrig. Obwohl sich die Einstufung in der Vollkaskoversicherung um eine Stufe erhöht, gilt für die Versicherten mit der Regionalklasse 3 weiterhin eine deutlich niedrigere Einstufung als etwa in den anderen Stadtstaaten Hamburg (Regionalklasse 7) und Berlin (Regionalklasse 9). Auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung werden Bremer Autofahrer weiterhin günstig eingestuft – hier bleibt es bei der Regionalklasse 5, während in Hamburg und Berlin die höchsten Regionalklasse 12 gilt. Im Zulassungsbezirk Bremerhaven bleiben die Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung sowie für Voll- und Teilkasko-Versicherungen erhalten.

Hamburg
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Für Autofahrer in Hamburg ergeben sich keine Änderungen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist Hamburg wie im Vorjahr in der höchsten Regionalklasse 12 eingestuft und liegt damit gleichauf mit Berlin und München. Der Grund für diese Einstufung ist die hohe Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund der in Ballungszentren höheren Verkehrsdichte. Wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung bleiben auch in der Vollkasko-Versicherung (Regionalklasse 7) und in der Teilkasko-Versicherung (Regionalklasse 6) die bisherigen Einstufungen erhalten.

Hessen
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Für zwölf der 28 hessischen Zulassungsbezirke ergeben sich neue Einstufungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. In sieben Bezirken, darunter im Lahn-Dill- sowie im Main-Kinzig-Kreis, gelten zukünftig bessere Einstufungen. Insgesamt profitieren gut 700.000 Autofahrer in Hessen von niedrigeren Regionalklassen. In fünf Bezirken beziehungsweise für rund 510.000 Autofahrer erhöht sich die Einstufung, unter anderem in Fulda und Hanau. Gute Nachrichten gibt es für kaskoversicherte Autofahrer in Hessen: Für jeweils sechs Prozent der Voll- und Teilkasko-Versicherten gelten künftig bessere Einstufungen, für den Rest bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres.

Der Hintergrund leuchtet ein: Wenn im Internet plötzlich völlig andere Tarife auftauchen als beim Vertriebsmann um die Ecke, dann gerät der in Erklärungsnot. Er punktet natürlich weiterhin durch den direkten Kontakt, will aber selbstverständlich nur ungern Kunden verlieren. Denkbar ist deshalb, dass auch er bei Androhung eines Wechsels die bisherige Police noch einmal „optimiert“. Was dann durchaus zu günstigeren Beiträgen für den Kunden führen kann.

Diese Kriterien gibt es zu beachten
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2 Kommentare zu "Tool der Woche: So lohnt sich der Wechsel der Kfz-Versicherung"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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