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Wie das Geld zwischen den Fingern zerrinnt

Überschussbeteiligung
Wie das Geld zwischen den Fingern zerrinnt

Die Alte Leipziger setzt ein Ausrufezeichen. Der Lebensversicherer reagiert auf die extrem niedrigen Zinsen und senkt seine Gutschriften für Kunden überraschend stark. Weitere Versicherer dürften folgen.
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DüsseldorfEine Lebensversicherung schockiert ihre Kunden - und lässt schlimme Nachrichten für die Inhaber von rund 90 Millionen Verträgen erwarten. Die im Branchenvergleich als besonders stabil geltende Alte Leipziger drückt ihre Kundenzuschriften für das kommende Jahr überraschend deutlich. Gleich um 0,5 Prozentpunkte sinkt die viel beachtete Überschussbeteiligung – auf nun 3,35 Prozent. Damit liegt der Versicherer inzwischen deutlich unter dem Branchenschnitt dieses Jahres, der bei rund 3,9 Prozent lag.

Vor einem Jahr gaben sich die Lebensversicherer noch viel Mühe, die Marke von vier Prozent mit ihren Zinsgutschriften zu schaffen. Mit dem fortgesetzten Zinsrückgang in diesem Jahr dürfte die symbolische Marke nun weitgehend an Bedeutung verlieren.

Bitter ist das für Kunden, denen vor Jahren einmal hohe Ablaufleistungen versprochen worden waren. Sie müssen nun nochmals mit deutlich weniger rechnen, als es der Versicherer bei Vertragsabschluss unverbindlich vorgerechnet hatte. 

Auffällig ist an der Mitteilung der Alten Leipziger zudem: Damit rückt ein wichtiger Lebensversicherer sehr nah an die Marke von drei Prozent heran. Dass dies bereits im November und damit sehr früh veröffentlich wird, ist zudem kein Zufall.

Denn derzeit überlegen alle Lebensversicherer, wie stark sie die Überschussbeteiligung für 2013 anpassen. Die Aktion der Alten Leipziger könnte diese Diskussionen beeinflussen und einen Trend zu einer wesentlich deutlicheren Absenkung auslösen als er noch in den Vorjahren zu beobachten war.

Allgemein rechnen Analysten in diesem Jahr ohnehin erst mit sehr späten Deklarationen. Das heißt, die Versicherer wollen sich viel Zeit lassen, bis sie ihre jeweilige Zinsgutschrift für das nächste Jahr den Kunden verbindlich zusagen. 

Das hängt mit der Zinsentwicklung zusammen, die immer schwerer vorherzusagen ist. Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland hätten in den letzten Jahren ein Niedrigzinsniveau erreicht, das mit dem in Japan oder der Schweiz vergleichbar ist, begründete der Versicherer Alte Leipziger etwa seine Aktion.

Kommentare zu "Wie das Geld zwischen den Fingern zerrinnt"

Alle Kommentare
  • Ich habe am Samstag mit dem Leiter eines Supermarktes gesrpochen. Er berichtete von Preiserhöhungen weit über 10% für die meisten Produkte. Das ist Inflation pur! Das bedeutet im nächsten Schritt auch schleichende Entwertung meiner Altersvorsorge. Der Euro ist hochgradig unsozial, gefährlich und zerstörerisch. Ironie: Pleitestaaten und Banken profitieren am meisten davon. Damit muß Schluß sein! Darüber abgestimmt wird im September! Andere Ablenkungs-Themen sollte wir uns nicht aufdrängen lassen.

  • Der Grund, dass die Versicherer die Absenkung der Guthabenzinsen so spät als möglich mitteilen ist, dass eine solche Mitteilung für das Neugeschäft nicht förderlich ist.

    Die erzielten und in den kommenden Jahren zu erwartende Verzinsung lässt sich dagegen recht gut abschätzen als Versicherer grösstenteils langjährig anlegen.

    Vandale

  • Nach dem Plätzen der Aktienblase haben die Lebensvericherer ihren Aktienanteil drastisch reduziert. Bei konsequentem Handeln werden se dies nun auch mit Anleihen so handhaben.

    Bei der Tatsache, dass die EZB die Kapitalmarktzinsen nahe Null hält, ist dies aber sonderlich gewagtes Manöver.

    Wir dürfen uns also nicht wundern, wenn die Assekurranz künftig Niere Altersvorsorge am Warenterminmarkt anlegt und auf Schweinebräuche spekuliert.

    Draghi hat nicht nur Deutschland verzockt, nein er hat uns um unser aller Vorsorge gebracht und unsere Politiker machen offensichtlich gemeinsame Sache mit ihm.

    Michel! Wach auf!

  • stimmt! Der Euro, ein elender Betrug, um die deutsche Exportindustrie auf kosten der anderen noch mehr zu pushen und zu subventionieren. Eine absolute Gaunerei. und nun ? Europa wird sich nahezu zwangsläufig zerstreiten. Europa kaputt, aber hauptsache das deutsche kapital sahnt noch mehr ab. man kann nur hoffen, daß die Zeche bald in bar zu zahlen ist.

  • Das der deutsche Sparer die Euro Zeche zahlt, ist doch wirklich nichts neues.

    Mal ganz langsam zum Mitschreiben: Der ganze Eurowahn verfolgt mithin ein Ziel, die Billionen deutschen Spargroschen zu plündern.

    Guthaben wird unterhalb der Inflationsrate verzinst wähend die diese weiter steigt. Das ist Enteignung pur.

  • Einer muss halt für die Schuldenexzesse zahlen: Der Sparer!

    Selbst bei ca. 4% hat man momentan nach Inflation und Steuern gerade mal so eben Kapitalerhalt erreicht.

    Und was ist wenn die Inflation ansteigt? Dann ist man in der LV gefangen und kann dabei zusehen, wie das Geld weginflationiert wird.

    Ergo: Ich würde zum verrecken keine neue Lebensversicherung abschließen!!!

    Denn über Neuabschlüsse freuen sich nur Mehmet Göker und der Staat.

  • Gut geschlafen - Ihr Redakteure vom Handelsblättchen!!!!!!!!

    Praxisgebühr? Unisex? - Nein, Ablenkungsmanöver!!!!

    im Bundestag wurde am gleichen Tag auch das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geändert.

    Ich hoffe,dass Sie dieses Thema nochmal aufgreifen!!!!!!


    Das hat für alle Lebensversicherungskunden, die nach dem 21. Dezember 2012 ihren Vertrag kündigen bzw. dieser regulär ausläuft, nachhaltige Folgen.

    Die Vertragsänderung wurde auf Verlangen der Versicherungswirtschaft durchgeführt. Ziel ist die mittelfristige Stabilisierung der Versicherungen. Diese stehen aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen massiv unter Druck.
    Die Bundesregierung ist davon überzeugt, dass bei einem weiterhin niedrigen Zinsniveau ab dem Jahre 2018 jede fünfte Versicherung die Anforderungen der Aufsicht an Rückstellungen und Eigenmitteln nicht mehr erfüllen könnte.
    Diese Vertragsänderung ist aus Verbrauchersicht durch die Hintertür beschlossen worden. Sie kommt parallel zur Einführung der neuen Unisextarife am 21. Dezember.

    Über die neuen Unisextarife wurde in den Medien rauf und runter debattiert, die gesetzliche Änderung des VVG (Versicherungsvertragsgesetz) wurde „unter den Teppich gekehrt“!!!!!!!

    Man schätzt, dass ein Versicherungsvertrag mit einer Ablaufleistung von 100.000 Euro nach altem Vertragswerk in Zukunft mit dem neuen Vertragswerk nur noch auf eine Ablaufleistung von 90.000 Euro kommen wird.

    Für gewöhnlich ist eine Vertragsänderung dem Vertragspartner im Vorwege anzuzeigen.

    In der Versicherungswirtschaft ist das nicht zwingend, denn es gibt keine Pflicht, den Kunden darüber zu informieren!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Richtig! Das dient alles dazu die Kunden auf die LV festzunageln (ökonomisch Erzeugen einer Lock-In Situation).

    Indirekt sichert sich der Staat damit Geldgeber, die Staatsanleihen zu negativen Realrenditen kaufen. Denn von sich aus wäre keiner so verrückt Staatsanleihen zu kaufen, bei denen er Geld verliert.

  • Na endlich höre ich mal wieder was von den Republikanern! Seit Schönhuber abtrat, dachte ich ist die braune Arche abgesoffen...

  • Lieber profi..., lassen Sie uns doch nicht dumm sterben. Welche Änderungen wurden eingeführt, die uns 10% ablaufleistung kostet? Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit der Änderung, dass man Lebensversicherer in Zukunft geordnet abwickeln kann. Denn dann sind die 10% völlig aus der Luft gegriffen und die Änderung bewirkt nur, dass der Staat in Zukunft auch mal einen Lebensversicherer abwickeln kann. Haben Sie sich denn nicht aufgeregt, dass Banken als systemrelevant galten und nicht abgewickelt werden konnten sondern verstaatlicht und gestützt werden mussten (Soffin, etc.). Jetzt führt man das bei den Lebensversicherern ein und schon wieder meckern sie. Ich wäre froh, wenn man Banken geordnet in die Insolvenz leiten könnte. Sie nicht? Bedeutet ein entsprechendes (fiktives) Gesetz nun, dass solide Banken (wenn es diese gibt) nun auf einmal unsolide sind? Ich freue mich auf die hieb- und stichfeste Kommentierung, warum alle Versicherten aller Gesellschaften einfach mal pauschal 10% verlieren sollten.

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