Übertragen der Betriebsrente ist oft mit Hindernissen verbunden
Weniger Probleme bei externen Versorgungswerken

In Deutschland ist die betriebliche Altersversorgung in fünf Grundformen zersplittert. Das erschwert es, die Betriebsrente beim Jobwechsel mitzunehmen.

Unterscheiden sich die Versorgungswerke des alten und des neuen Arbeitgebers, sind Probleme programmiert. Die wenigsten Schwierigkeiten macht ein Wechsel zwischen den drei externen Versorgungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.

  • Direktversicherung:

    Der Arbeitgeber schließt für seinen Arbeitnehmer eine Lebensversicherung ab, um seine Betriebsrente zu finanzieren. Bei der Gehaltsumwandlung fließt der Policenbeitrag direkt aus dem Bruttogehalt.
  • Pensionskasse:

    Der Beitrag von Arbeitgeber oder Arbeitnehmer fließt an ein externes Versorgungswerk, welches das angesparte Kapital ähnlich einer Lebensversicherung anlegt und dafür eine Mindestverzinsung garantiert.
  • Pensionsfonds:

    Anders als bei der Pensionskasse bietet der Fonds keine Mindestverzinsung. Stattdessen legt er einen höheren Anteil des angesparten Kapitals in Aktien an, was sowohl die Risiken als auch die Renditechancen vergrößert.

Seit Januar haben Arbeitnehmer bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds einen gesetzlichen Anspruch darauf, ihre Betriebsrente von einem auf den anderen Arbeitgeber übertragen zu können. Allerdings hat die Neuregelung gleich mehrere juristische Haken. Der rechtliche Anspruch beschränkt sich auf Betriebsrentenguthaben bis zur Höhe der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Derzeit sind dies 62.400 Euro - insbesondere für gut verdienende Führungskräfte viel zu wenig.

Dies gilt aber nur für neue Versorgungszusagen, die vom 1. Januar 2005 an über eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse finanziert werden. Altverträge bleiben somit außen vor. Wer schon vor Jahresanfang Anspruch auf eine Betriebsrente hatte, ist weiterhin auf den guten Willen der beteiligten Versorgungswerke angewiesen. Derzeit gibt es weder für die Pensionskassen noch für die Pensionsfonds ein branchenweites Abkommen wie bei der Direktversicherung, das die Details einer Übertragung regelt.

Kein Mitnahme-Anspruch bei Direktzusage oder Unterstützungskasse

Keinen Rechtsanspruch auf Mitnahme haben Arbeitnehmer, deren Betriebsrente aus den beiden internen Versorgungssystemen Direktzusage oder Unterstützungskasse finanziert werden.

  • Direktzusage:

    Der Arbeitgeber bildet in der Bilanz Rückstellungen für seine Pensionsverpflichtungen gegenüber seinen Arbeitnehmern.
  • Unterstützungskasse:

    Eines oder mehrere Unternehmen finanzieren das Versorgungswerk, das anders als die Pensionskasse in seiner Anlagepolitik nicht beschränkt ist und nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt.

Ein Transfer der Betriebsrente von einem externen zu einem internen Versorgungssystem oder umgekehrt ist in der Praxis kaum möglich - und in der Regel steuerlich schädlich. Nur wenn das Guthaben von Unterstützungskasse zu Unterstützungskasse oder von Pensionsfonds zu Pensionsfonds wechselt, bleibt das übertragene Kapital vor Hans Eichels Zugriff geschützt. Anderenfalls greift der persönliche Einkommensteuersatz, was die spätere Betriebsrente erheblich schmälert.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 21 vom 19.05.2005 Seite 118

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