Überweisungen
Die Deutschen hängen an ihren Kontonummern

Den Deutschen fällt der Abschied von ihren bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen schwer. Obwohl Bankkunden seit Januar 2008 auch bei Inlandsüberweisungen die international gültigen Codes IBAN und BIC verwenden können, entsprechen nur 0,8 Prozent aller in Deutschland getätigten Überweisungen dem internationalen Standard. Noch ist dies kein Problem.
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FRANKFURT. Den Deutschen fällt der Abschied von ihren bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen schwer. Obwohl Bankkunden seit Januar 2008 auch bei Inlandsüberweisungen die international gültigen Codes IBAN und BIC verwenden können, entsprechen nur 0,8 Prozent aller in Deutschland getätigten Überweisungen dem internationalen Standard.

Noch ist dies kein Problem, denn die alten Überweisungssysteme laufen parallel weiter. Im Zuge des von der EU forcierten einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums sollen IBAN und BIC aber mittelfristig verbindlich werden und die nationalen Kontonummern und Bankleitzahlen ersetzen. Ein Termin dafür könnte schon im kommenden Jahr festgelegt werden. Der Bundesverband Deutscher Banken rät den Kunden daher, sich bald an die neuen Kombinationen zu gewöhnen.

Bankkunden in anderen Ländern haben sich bereits viel stärker umgestellt: In Luxemburg werden bereits 89 Prozent aller Überweisungen mit IBAN und BIC abgewickelt, geht aus Daten der Europäischen Zentralbank hervor, die der Bankenverband zusammengetragen hat. In Zypern sind es 59 und in Belgien 23 Prozent. Im europäischen Durchschnitt nutzten im ersten Halbjahr rund neun Prozent aller Bankkunden den europaweit gültigen Standard.

Kommentare zu " Überweisungen: Die Deutschen hängen an ihren Kontonummern"

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  • @Leertasche:
    Wie einfach soll es denn sein?
    Die ibAN in Deutschland besteht aus "DE" plus einer 2-stelligen Checksumme plus alte bankleitzahl plus alte Kontonummer (im 10-stelligen Format).
    Das einzige, was man sich also zusätzlich "aufwändig" merken muss, ist die Checksumme. Dass DE die Abkürzung für Deutschland ist und die alte Kontonummer vorne mit Nullen aufzufüllen um auf 10 Stellen zu kommen dürfte die wenigsten überfordern.
    Ansonsten ist das genauso Gewohnheitssache wie die Umstellung der Postleitzahl vor vielen Jahren oder tatsächlich auch der bankleitzahl auf das heutige 8-stellige Format (lange her). Oder die Telefonnummern, oder ....
    in ein paar Jahren interessiert das keinen Menschen mehr - außer ein paar Ewiggestrigen, die am liebsten zu Taler, Meile und Zoll und zum Fräulein vom Amt zurückkehren würden.
    Ach ja, kleine Merkhilfe für biC und ibAN: Schauen Sie sich mal ihren letzten Kontoauszug an ...

  • Vielleicht rät der bundesverband deutscher banken nicht nur den Kunden etwas. Vielleicht rät er ja den deutschen banken im Rahmen ihres "Services" die automatisierte Transferierung der Angaben in diese neuen viel zu langen Zahlenkolonnen an?
    Ach ja, natürlich mit der selbstverständlichen Übernahme der Verantwortung für diesen Service, versteht sich!
    Oder sind ibAN und biC doch nur was für den internationalen Zahlungsverkehr?
    Wäre es so, dann würde es ja den nationalen Zahlungsverkehr eher unnötig komplizieren und anfälliger machen, nicht wahr?

  • Das wird ein Spass, wenn irgendwann nur noch ibAN und biC genutzt werden. Für mich persönlich ist das nicht tragisch, aber da ich bankkaufmann bin, freu ich mich schon auf die ganzen Leute - vor allem die Älteren, wo man sich erstmal rechtfertigen muss, dass man als bank damit nix zu tun hat, sondern alles von der EU kommt. Da kommt jetzt schon Freude auf !!

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