Umfrage: Fast 40 Prozent haben Angst vor Armut
Deutsche legen wenig für Finanznöte zurück

Mehr als ein Drittel der Deutschen lebt in der Sorge, künftig unter die Armutsgrenze zu rutschen.

rez FRANKFURT/M. Für besonders gefährdet halten sich Arbeitslose, Geschiedene und Studenten. Als größte Gefahren gelten Berufsunfähigkeit und Krankheit. Bislang haben die Bundesbürger für finanzielle Notlagen nur wenig Vermögen gebildet und vertrauen vor allen auf die Hilfe der Familie, wie eine repräsentative Umfrage des Finanzunternehmens Delta Lloyd und des FAZ-Instituts unter 1 000 Erwachsenen ergab. Zwei Drittel der Deutschen wollen und können jedoch nach einer Studie der Finanzberatung Plansecur sparen, um im Alter nicht mittellos da zu stehen.

Zwar sei das Armutsrisiko in Deutschland im internationalen Vergleich noch relativ niedrig, zumal auch die staatliche Rente noch relativ hoch sei, sagte Frans van de Veer, der Vorstandsvorsitzende von Delta Lloyd. „Die Erkenntnis, dass Eigenvorsorge wichtig ist, ist bei den Deutschen angekommen, aber an der Umsetzung mangelt es noch“, meint er mit Verweis auf die Umfrage. Derzufolge verlassen sich mit Blick auf Finanznöte nur gut zehn Prozent auf eigenes Vermögen, mit Blick auf Armut im Alter sogar nur 1,3 Prozent. Als wichtigste Stütze für Notfälle nennt jeder Vierte Lebenspartner, Eltern und Kinder. Im Alter wollen sogar 60 Prozent auf die Kinder vertrauen, gut ein Drittel auf den Partner. Zwei Drittel der Befragten rechnet aber damit, dass die heute noch von vielen als hoch eingestufte gesellschaftliche Solidarität deutlich geringer wird. Folglich müssten die Deutschen dringend heute auf Konsum verzichten und für finanzielle Notfälle vorsorgen, schließt sich van de Veer der Forderung vieler Experten für die private Vorsorge aus Politik und Wirtschaft an.

Wer bereits vorsorgt, will dabei der Umfrage zufolge ein möglichst geringes Risiko eingehen. Die meisten Deutschen zahlen ihr Vorsorgekapital in Banksparpläne ein oder sparen in Anleihen. Beliebt sind außerdem die Kapital-Lebensversicherung, Immobilien, private Risiko-Versicherungen und private Rentenversicherungen. Weniger fragen die Deutschen betriebliche Altersvorsorge wie auch Investmentfonds nach.

Quelle: Handelsblatt

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