Umfrage zeigt
Deutschen erwarten Betriebsrente vom Arbeitgeber

Im Kampf um Fachkräfte können sich Firmen mit ihren Vorsorgeleistungen abheben. 75 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass sich ihr Unternehmen aktiv um eine zusätzliche Altersvorsorge kümmer t .
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Drei Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland erwarten von ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung. 75 Prozent wünschen sich, dass sich ihr Unternehmen aktiv um eine zusätzlich Vorsorge für den Ruhestand neben der gesetzlichen Rente kümmert, wie eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Unternehmensberatung Towers Watson ergab. Demnach gehen nur rund zehn Prozent der Befragten davon aus, dass die gesetzliche Rente alleine reicht, um den Ruhestand finanziell abzusichern.

75 Prozent der Deutschen seien bereit, Teile ihrer Löhne und Gehälter für eine garantierte betriebliche Altersrente zurückzulegen, teilte Towers Watson in Frankfurt am Main mit. Dabei sei die Bereitschaft für eine solche Vorsorge über die unterschiedlichen Einkommensklassen und Bildungsniveaus hinweg im Wesentlichen gleich hoch.

Mehr als der Hälfte (56 Prozent) der Befragten ist Sicherheit bei der betrieblichen Versorgung wichtiger als eine hohe Rendite, wie Towers Watson mitteilte. Für rund 59 Prozent ist demnach ein Schutz vor Inflation von besonderer Bedeutung. Nahezu alle Beschäftigten wünschten sich Wahlmöglichkeiten bei der Gestaltung der betrieblichen Vorsorge. Besonders wichtig sei den Arbeitnehmern dabei unter anderem eine Auswahl zwischen möglichen Anlageformen oder aus verschiedenen Möglichkeiten, wie das Geld später ausgezahlt wird.

Besonders jungen Arbeitnehmern sei die betriebliche Altersvorsorge wichtig, teilte Towers Watson mit. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Beschäftigten unter 35 Jahren halte die Betriebsrente für die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Damit sei die Wertschätzung der betrieblichen Versorgung fast so hoch wie jene für die gesetzliche Vorsorge (33 Prozent). Unter den Arbeitnehmern insgesamt hält den Angaben zufolge nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) die Betriebsrente für die wichtigste Einkommensquelle im Alter, zwei Fünftel (38 Prozent) halten sie hingegen für das zweitwichtigste finanzielle Standbein im Alter.

Betriebliche Vorsorgemöglichkeiten seien für Unternehmen ein zunehmend wichtiges Instrument, um in der Konkurrenz mit anderen Firmen neue Arbeitskräfte zu gewinnen und bereits beschäftigte Mitarbeiter zu binden, sagte Thomas Jasper, Experte für betriebliche Altersversorgung bei Towers Watson. "Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels suchen Unternehmen nach Differenzierungsmöglichkeiten, um sich als gute Arbeitgeber zu präsentieren." Die betriebliche Altersversorgung biete Firmen eine solche Möglichkeit, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Für die Studie ließ Towers Watson im Januar 2012 rund 2100 Arbeitnehmer befragen. Von diesen verfügten rund 80 Prozent über eine betriebliche Altersversorgung.

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  • Herr Eickhoff, Ihren Spruch kann ich nur bestätigen. Das Ganze mit Bleistift und Taschenrechner nachrechnen zu wollen, ist aber eben nicht so einfach, weil es viele und veränderliche Einflussfaktoren gibt(z. B. Steuerhöhe und GKV-Beiträge in der Zukunft). Es ist daher zu empfehlen eine Excel-Berechnungstabelle mit den ganzen Einflussfaktoren anzulegen, mit der man auch schnell mehrere mögliche Varianten berechnen kann. Wer das ordentlich macht, wird einige Zeit brauchen, dafür aber mit überraschenden Ergebnissen in den einzelnen Varianten belohnt werden. Wer sich auf einen sog. BAV-Spezialisten und dessen BAV-Rechner verlässt, wird meistens nur die halbe Wahrheit erfahren und immer nur die Vorteile auf Basis des heutigen Standes vorgerechnet bekommen, wobei hier meistens nur effektive Sparraten verglichen werden. Über die tatsächlich geringe garantierte Rente im Vergleich zum Gesamtkapital wird i. d. R. nichts gesagt. Über geringere Ansprüche in der GRV fast immer auch nichts und die Pflicht die kompletten Krankenversicherungsbeiträge der GKV zu bezahlen bleibt häufig unerwähnt (Ausnahme man ist in der PKV und diese gibt es in X Jahren noch).

  • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich rate dem Kommentator zu Bleistift und Taschenrechner. Hätte er einmal die Anlagemöglichkeiten in allen Konsequenzen durchgerechnet, käme er nicht auf ein so absurdes Fazit.
    Rolf Eickhoff

  • Fortsetzung:
    3. Die Verrentung der betrieblichen Altersvorsorge ist aufgrund der dynamischen Rentenform (statt variabel) sehr schlecht. Die mögliche komplette Einmalauszahlung hingegen verursacht eine maximale Steuerbelastung, die bei wahrscheinlich steigender Steuerlast sogar höher als die kompletten vorhergehenden Steuerersparnisse sein kann bzw. in den meisten Fällen ist. Insbesondere für Versicherte, die erst in 20 bis 40 Jahren in Rente gehen, wenn die gesetzliche Rente schon komplett zu versteuern ist (ab 2040).
    4. In vielen Fällen verlieren die Versicherten gleichzeitig Rentenansprüche, da ca. 20% der Ersparnis durch die BAV eigentlich in die Rentenversicherung geflossen wären. Ausnahme bei Besserverdienern (ab ca. 75.000 Euro).
    Mein Fazit: Wer nicht in der PKV ist und die Beiträge für die BAV komplett selber entrichten muss, sollte diese zumindest nicht als Altersvorsorge verwenden.

    PS: Die Tatsache, dass junge Menschen die BAV fast so gut finden wie die gesetzliche Rentenversicherung ist m. E. nicht positiv zu werten, sondern zeugt m. E. von großer Unwissenheit. Die demografische Entwicklung wird neben der Steuerlast die gesetzlichen Renten dieser Menschen stark reduzieren.

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