Unfälle
Junge arbeiten riskanter

Berufseinsteiger erleiden überdurchschnittlich oft Arbeitsunfälle. Darauf weisen die Spitzenverbände der gesetzlichen Unfallversicherung zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres hin. Sie geben Tipps, worauf junge Beschäftigte achten sollten.

HB BERLIN. Nach Angaben der Verbände liegt die Quote der Arbeitsunfälle bei Arbeitnehmern zwischen 18 und 24 Jahren um 50 Prozent höher als in allen anderen Altersgruppen. 2004 verzeichneten die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen 197.492 Arbeitsunfälle in der Altersgruppe unter 25 Jahre - zu ihr gehören vorrangig Auszubildende und Berufsanfänger. Das entspreche einem Fünftel aller in Deutschland gemeldeten Unfälle bei der Arbeit.

Einen Grund für das höhere Unfallaufkommen bei Berufseinsteigern sehen die Versicherungsexperten in der mangelnden Erfahrung. Präventionsexperten empfehlen, Auszubildende von Anfang an über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz aufzuklären, damit sie sich im Arbeitsleben und in der Freizeit sicher und gesund verhalten.

Die Versicherungsverbände verweisen auf die gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber, neue Mitarbeiter über Gefahren am Arbeitsplatz zu unterrichten. Erforderliche Schutzausrüstungen, zum Beispiel Schutzhandschuhe, müsse er kostenlos bereitstellen. Bei Auszubildenden unter 18 Jahren seien zudem die besonderen Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu beachten. Über mögliche Gefährdungen würden Ausbilder, Sicherheitsbeauftragte oder die Sicherheitsfachkraft aufklären.

Die Berufsgenossenschaften bieten umfangreiches Informationsmaterial für junge Berufstätige an, zum Beispiel im Internetportal www.next-line.de und im Internetforum www.neu-im-job.de. Außerdem widmet sich dieses Jahr die Europäische Woche vom 23. bis 27. Oktober dem Thema Berufseinsteiger. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bieten die Unfallversicherungsträger unter dem Titel "Starte sicher" eine Reihe von Aktionen an, unter anderem die Internet-Seite www.starte-sicher.de.

Der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) unterstützt zudem das 3. internationale Seminar der IVSS-Sektion "Erziehung und Ausbildung zur Prävention" (www.ivss-seminar.org) vom 25. bis 27. September in Berlin. Schwerpunkt ist die Integration von Sicherheit und Gesundheit in die Erziehung und berufliche Ausbildung. Lehrkräften bietet der BUK die Informationsbroschüre "Sicher durch das Betriebspraktikum" an (http://regelwerk.unfallkassen.de/regelwerk/index.jsp).

Die Versicherungsverbände weisen darauf hin, dass Auszubildende wie andere Arbeitnehmer auch vom ersten Arbeitstag an unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen. Das gelte sowohl für ihre Tätigkeit im Betrieb als auch für den Besuch der Berufsschule. Erleidet ein Auszubildender einen Arbeitsunfall oder verunglückt er auf dem Weg zwischen Ausbildungsstätte und Wohnung, so übernehme die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation. Bei bleibenden Unfallfolgen zahle der zuständige Träger eine Rente.

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