Unfallopfer kontra Versicherer
Wo die Justizministerin nachbohren sollte

Entlastung der Versicherungsbranche: Das Justizministerium hat keine systematische Benachteiligung von Unfallopfern gefunden. Verbraucherschützer glauben das nicht und fordern jetzt mehr Aufklärung von den Unternehmen.
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DüsseldorfDer Streit um die Behandlung von Unfallopfern geht in die nächste Runde. Die erste ist an die Versicherungsbranche gegangen. Denn das Justizministerium hat in einer Umfrage unter Richtern nur wenig Auffälliges erfahren. Das Fazit des Ministerium liefert daher eine Entlastung für die Branche.

„Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Landesjustizverwaltungen ganz überwiegend weder die erhobenen Vorwürfe bestätigen – das heißt keine Zunahme eines zögerlichen Regulierungsverhaltens beziehungsweise keine „Zermürbungsversuche“ – noch Rechtsänderungen für erforderlich halten.“ So heißt es in einer Stellungnahme, die das Justizministerium heute veröffentlicht hat.

Das geltende Recht sei ausreichend, um Verzögerungstaktiken zu unterbinden oder zu sanktionieren, erklärte das Justizministerium auf dieser Grundlage. Genau dies hat die Branche in den vergangenen Monaten wieder und wieder öffentlich erklärt, zuletzt Anfang Juli in einer groß angelegten Pressekonferenz.

Ist das Problem damit für die Versicherungswirtschaft vom Tisch? Aus der Sicht der Unfallopfer-Lobbyisten ist das keineswegs so. Denn die Hauptfrage sei ja noch gar nicht geklärt: Wie hoch ist die Dunkelziffer in den Zahlen, die bisher vorliegen?

Opferschützer beklagen, viele Kunden der Versicherungsbranche beschwerten sich womöglich erst gar nicht weiter, weil sie Ablehnungen des Versicherers einfach akzeptieren. Anderen fehle das Geld oder die Geduld, um sich lange und nervenaufreibend mit gewieften Anwälten der Gegenseite zu streiten.

Einer derjenigen, die nicht aufgeben, ist der Berliner Wissenschaftler Hans-Peter Schwintowski. Der Jurist nahm für Handelsblatt Online die jüngsten Erklärungen der Versicherungswirtschaft unter die Lupe. Sein Ergebnis: viele neue Fragen, die aber bisher nicht untersucht worden sind. Ein Fall für die Experten von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Kommentare zu " Unfallopfer kontra Versicherer: Wo die Justizministerin nachbohren sollte"

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  • Solange das Gesetz ,Gutachter zulässt die Daten vertauschen Manipulieren Proffesoren, Gutachten unterschreiben ohne begutachtet zu haben Anamesen falschwiedergegeben werden usw ,wird sich nichts ändern ,die gleichen Gutachter die von den Versicherungen beauftragt sind werden dann im Klageverfahren vom Gericht beauftragt ,ein Gutachter der 400000 bis 1250000 Euro pro Jahr an solchen Gutachten verdient wird bestimm nicht gegen seinen Brötchengeber schreiben ,man kämpft gegen Windmühlen ,wir kämpfen jetzt seit drei Jahren ein Ende ist nicht in Sicht ,mein Mann hat ein Schädel -Hirn -Trauma er ist von der LVA komplett Erwerbsunfähig geschrieben ,die private BUV sieht das ganz anders ,8 Gutachten wurden von der Versicherung in Auftrag gegeben nur um meinem Mann Agravation und Simmulation vorzuwefen ,nicht ein Gutachten entspricht den Tatsachen ,unsere Anwältin hat dem Gericht mitgeteilt wie unseriös die Gutachten erstell wurden ,keine Antwort vom Gericht es ist Betrug aber das interessiert niemanden ,man wird schikaniert und Menschenunwürdig behandelt ,das geschieht alles nur damit man aufgibt ,Menschen die krank sind werden behandelt wie Kriminelle ,das alles ist bekannt ,wie kann sich da ein Politiker hinstzen und sagen das stimmt nicht .Unfassbar man verliert alles seine gesamte Existenz,und der Staat verdient sich eine goldene Nase .

  • Die Montagsdemos waren ausschlaggebend für den Sturz des erpresserischen Unrechtssystems der DDR !

    Die erpresserische Beamtendiktatur in der BRD kann mit demokratischen Mitteln ebenfalls nur durch beharrliche und friedliche Nutzung unseres Demonstrations- Rechts beseitigt werden.

    Diese an Ineffizienz, Verantwortungslosigkeit, Besoldungsaufwand und Leistungsfeindlichkeit kaum zu übertreffende Beamtenstruktur muß durch den Souverän - das Volk - nunmehr abgeschafft und durch kostengünstige private Dienstleister ersetzt werden - bis auf die wenigen 'Hoheitlichen Funktionen'.

  • Da sieht man es doch wieder einmal, in welchem Zusammenhang Politik gemacht wird. Millionen von Interessierten (Versicherten) denen trügerische Sicherheit vorgegaukelt wird und im Gegenzug die Versicherungsgesellschaften die mit dem Geld ihrer Kunden dann die Ansprüche eben dieser abwehren. Warum solch ein Geplänkel um trügerische Statistiken? Warum schafft der Gesetzgeber keine Fakten, an die sich die VG zu halten haben? Wenn es keine Auffälligkeiten gibt, was spricht gegen gesetzliche Regelungen?
    Diese Diskussion fand auch lange Zeit in den USA statt, seitdem des dort entsprechende Regelungen gibt sind die positiven Wirkungen für die Versichertengemeinschaft deutlich zu sprüen. Was unterscheidet denn ein auf Gewinn orgentieretes Unternehmen (was ja nicht verwerflich ist)in Deutschland von denen in den USA? Hier kann man wohl eher alles weg diskutieren, wobei anderswo eher Fakten geschaffen werden.

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