Unfallversicherung
Hautkrebs wird zur Berufskrankheit

Viele Hautkrebspatienten sollen ab Januar von ihrer Unfallversicherung betreut werden. Die Leistungen können weit über das hinausgehen, was die Krankenkassen zahlen. Allerdings profitieren nicht alle Berufsgruppen.
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BerlinDie Gesetzliche Unfallversicherung ist ein Baustein der Sozialversicherung. Beiträge zahlen allein die Arbeitgeber. Damit wird zum Beispiel die Haftung bei Arbeitsunfällen abgesichert. Neben Unfällen ist die gesetzliche Unfallversicherung auch für Berufskrankheiten zuständig. Die amtliche Liste der Berufskrankheiten umfasst derzeit mehr als 70 Leiden, die nachweislich durch den Job entstanden sind - zum Beispiel die klassische Staublunge.

Ab Januar sollen eine Form des hellen Hautkrebs (Stachelzellkrebs) und Vorstufen davon (aktinische Keratosen) erstmals in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen werden. Damit haben alle Berufe die zum größten Teil an der freien Luft ausgeübt werden - von der Baubranche bis zur Seefahrt - einen geregelten Anspruch drauf, dass ihr Hautkrebs-Fall von der Unfallversicherung geprüft wird.

Dazu leitet in der Regel ein Hautarzt seine Diagnose in Form einer Ärztlichen Anzeige an die Unfallversicherung weiter. Wird sein Fall anerkannt, bekommt der Patient die Behandlungskosten nicht länger von seiner Krankenversicherung, sondern von der Unfallversicherung erstattet. Die Leistungen können dabei weit über das hinausgehen, was private oder gesetzliche Krankenkassen zahlen. Möglich sind auch Renten und Entschädigungen. Die Ansprüche gelten auch noch für Rentner.

Hautkrebs schlägt bei der Unfallversicherung bisher in Zusammenhang mit Teer nur mit 1,7 Millionen Euro pro Jahr zu Buche. Mit der Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten rechnet die DGUV mit rund 20,5 Millionen Euro pro Jahr bis 2020. Hautkrankheiten machen bisher insgesamt rund 98,2 Millionen Euro im jährlichen Budget aus.

Überwiegend handelt es sich dabei um Handekzeme, die an Arbeitsplätzen wie Friseur, Krankenpflege, Metall, Bau und Reinigung auftreten. Die Unfallversicherung arbeitet mit einem Umlageverfahren und kommt pro Jahr auf Ausgaben von rund 12 Milliarden Euro. Reicht die Umlage nichts aus, müssen die Beiträge erhöht werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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