Unter-40-Jährige: Jung, solvent, desinteressiert

Unter-40-Jährige
Jung, solvent, desinteressiert

Eine Studie der Sparkassen unter jungen Erwachsenen deckt große Mängel bei der Geldanlage auf. Der Nachwuchs kennt sich in Geldfragen nicht besonders gut aus. Das Desinteresse an finanziellen Fragen ist groß.
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HB DÜSSELDORF. Der Nachwuchs kann nicht mit Geld umgehen, dass legt zumindest eine Studie der Sparkassen nahe. Geldangelegenheiten sind laut einer Studie fast jedem zweiten Erwachsenen unter 40 in Deutschland eher lästig. Nur 54 Prozent der 18- bis 39-Jährigen befassen sich gern mit dem Thema, wie die am Dienstag in Berlin vorgestellte Befragung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des FAZ-Instituts ergab.

Vor allem bei niedrigem Einkommen sei die Scheu groß. "Geld macht nur Arbeit und Probleme", meinen 29 Prozent der Befragten mit weniger als 1000 Euro Haushalts-Nettoeinkommen - aber nur 10 Prozent, wenn sie 3000 Euro oder mehr haben. Für die repräsentative Studie wurden im Mai 1006 Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren befragt. Für andere Altersgruppen können keine Aussagen gemacht werden.

Grundsätzlich seien jüngere Leute positiv zu Geld eingestellt, hieß es in der Studie weiter. Für gut drei Viertel gibt Geld zum Beispiel "ein Gefühl von Freiheit". Fast drei Viertel legen demnach Geld für Notfälle zurück. Zwei Drittel sparen für ein konkretes Ziel wie eine Reise. Rund 3,5 Millionen Menschen, jeder Sechste in dieser Altersklasse, fühle sich bei Finanzfragen sogar überfordert und habe bereits kapituliert, ergänzte Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis.

Eine private Altersvorsorge schieben viele aber zunächst auf. Bei den unter 30-Jährigen zahlen 55 Prozent in entsprechende Anlagen ein, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 77 Prozent. Insgesamt präge das Elternhaus sehr stark die Einstellung zum Geld. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sagte, besonders für junge Menschen müsse der Zugang zu Finanzthemen erleichtert werden.

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  • "Der nachwuchs kann nicht mit Geld umgehen", "nur 54% befassen sich gern mit dem Thema"

    54% sind immerhin mehr als 50%, also wieso diese negative Auslegung?



    Und eine Altervorsorge schieben viele auf, 55% und 77% sind wenige, die sie nicht aufschieben?
    Andersherum passt es, die Mehrzahl hat eine Altersvorsorge, zunemhend mit Alter und Einkommen....

    Frage ans Handelsblatt:
    bringen negativ formulierte Artikel mehr Klicks?

  • "Geld macht nur Arbeit und Probleme", meinen 29 Prozent der befragten mit weniger als 1000 Euro Haushalts-Nettoeinkommen..."

    Das Hauptproblem bei dieser Studie ist wohl, dass die deutschen Geldinstitute sauer darüber sind dass die Anleger ihnen nicht mehr so leicht ihr schwer verdientes Geld in Form von sonderbaren Geldanlagen zur Verfügung stellen. Wer soll denn bei unter 1000 Euro Nettoeinkommen überhaupt noch über Finanzthemen nachdenken und wozu? Nach Abgeltung aller monatlichen Fixkosten wird sich das Thema Geldanlage erledigt haben. Denn dafür wird wohl nichts mehr übrig sein. Oder sollte die Studie aussagen, dass die finanziell schlecht Gestellten doch besser ohne KFZ und nur in einer 20m² Wohnung leben sollten aber dafür das gesparte Geld bei den banken anlegen sollen, damit diese wieder besser spekulieren können. Was für armselige bankstudien doch inzwischen in Deutschland gemacht werden? "Da wollen doch die armen Säcke kein Geld bei den banken anlegen. Ja da müssen die sich aber nicht wundern, wenn die mal irgendwann keine Altersvorsorge an die Seite gelegt haben." Diese Einkommensschichten sind froh, wenn sie ihre Rechnungen bezahlen können. Dass sie kein interesse für Themen wie Geldanlagen haben ist doch nur allzu logisch.

  • Ein sehr aufschlussreicher bericht ! Oder doch nicht ?

    Hier fehlt etwas, die Quintessenz, das Endergebnis. Eine Aussage.

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