Urteil zu Lebensversicherungen
Versicherungs-Lücken nach Beitragsfreistellung

Ein neuer Rekord: Im vergangenen Jahr wurden Lebensversicherungen mit einem Rückkaufswert von 12,4 Milliarden Euro vorzeitig von den Versicherten gekündigt.

Statt dieses finalen und häufig mit großen finanziellen Einbußen verbundenen Ausstiegs können Kunden auch eine Beitragsfreistellung vereinbaren. Doch der Einzahlungsstopp hat Tücken: Soll der Vertrag wieder aufleben, kann der Versicherer erneut eine Gesundheitsprüfung verlangen. Die Wiederaufnahme wird wie ein Neuabschluss behandelt. Demnach könnte der Versicherer sogar den Schutz ablehnen, wenn die Gesundheit des Kunden in der Zwischenzeit sein Risiko vergrößert hat.

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg (3 U 10/04) in einem Fall, der eine Lebenspolice mit angehängtem Berufsunfähigkeitsschutz (BU) betraf, durfte die Assekuranz nachträglich für Gesundheitsprobleme die Leistung verweigern, die den Versicherten zwischen Vertragsabschluss und Beitragsfreistellung plagten. Dem Kunden war die Achillesferse gerissen, der Versicherer schloss nach der Beitragsfreistellung die Leistung der BU für spätere Folgen dieses Unfalls aus.

Die Richter hatten daran nichts auszusetzen, verlangten allerdings, dass Unternehmen Kunden aufklären, für welche Zeiträume eine erneute Gesundheitsprüfung relevant ist. Ist eine Beitragsfreistellung zu heikel, bleibt dem Kunden als Ausweg noch das so genannte Policendarlehen. Dabei wird der Versicherungsvertrag beliehen, der Versicherte bekommt gegen Zinsen sofort Geld ausgezahlt.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 031 vom 22.07.2004 Seite 148

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