Urteil zum Pkw-Transport
Versicherung muss nicht voll zahlen

Wenn ein Auto auf einem Anhänger nicht entgegen der Fahrtrichtung transportiert wurde, muss die Versicherung bei Unfällen nicht voll zahlen. Das entschied das Saarländische Oberlandesgericht.
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Saarbrücken.Ein Auto muss auf einem Anhänger entgegen der Fahrtrichtung transportiert werden; ansonsten muss die Versicherung bei einem Unfall nicht voll zahlen. Das entschied das Saarländische Oberlandesgericht (OLG) in Saarbrücken in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Urteil. Der Autofahrer müsse sich mit den technischen Anforderungen einer ausreichenden Sicherung vertraut machen (Az.: fünf U 395/09).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Zahlungsklage eines Fahrzeughalters nur teilweise statt. Der Kläger hatte auf einem Anhänger einen Pkw transportiert, diesen aber in Richtung der Fahrtrichtung gestellt. Er geriet beim Lenken ins Schleudern und kollidierte mit der Leitplanke. Die Kfz-Versicherung wollte nicht zahlen, weil der Kläger grob fahrlässig gehandelt habe. Der Autofahrer meinte dagegen, er müsse als Laie nicht wissen, wie Transportgut ordnungsgemäß gesichert werde.

Das OLG sah die Sache anders. Ein Fahrzeugführer, ob Profi oder Laie, müsse wissen, dass eine sachwidrige Verteilung schwerer Lasten auf einem Anhänger das Lenken des Fahrzeugs beeinträchtige. Die Versicherung könne zwar nicht die Leistung vollständig verweigern. Allerdings sei in diesen Fällen eine Leistungskürzung von 25 Prozent durchaus angemessen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Urteil zum Pkw-Transport: Versicherung muss nicht voll zahlen"

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  • Was will uns dieser Artikel sagen?
    Hat der Autor überhaupt darüber nachgedacht, was er hier schreibt?
    Es kommt doch auf die zulässige Stützlast an der Deichsel an, und nicht darauf, wie herum das Auto aufgeladen wurde.
    Schließlich gibt es Kfz mit Front- u. auch mit Heckmotor, die eine völlig unterschiedliche Lastenverteilung besitzen. Das dürfte in dem Urteil doch wohl auch begründet sein!

  • Das Auto muss nicht unbedingt entgegen der Fahrtrichtung aufgeladen werden. Der hier geschilderte Fall hatte eine Besonderheit, die leider unterschlagen wurde: Der zu transportierende Wagen war ein Porsche, der durch seinen Heckmotor zu einer ungünstigen Gewichtsverteilung auf dem Anhänger führte, was die Ursache des Unfalls war. Der Schwerpunkt lag mutmaßlich hinter der Achse, so dass das Zugfahrzeug hinten angehoben wurde und ausbrach.

    Entscheidend ist die richtige Verteilung der Last! Vielleicht hätte es bereits ausgereicht den Porsche weiter nach vorne zu laden.

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