Urteil zur Sozialversicherung Höherer Vorwegabzug ohne Chef

Einige Arbeitgeber stellen sich stur und zahlen für Beschäftigte keine Beiträge zur Sozialversicherung. So erging es auch einer Ärztin, die freie Mitarbeiterin in einer Gemeinschaftspraxis war.

Sie bekam ein Pauschalhonorar und zahlte Steuern und Rente selbst. Das Finanzamt wertete ihre Beschäftigung als Arbeitsverhältnis. Folge: Sie durfte nach Ansicht der Beamten jährlich nur 2001 Euro als Vorsorgeaufwendung von der Steuer abziehen - wie jeder normale Arbeitnehmer, dessen Chef für die Sozialbeiträge aufkommt.

Der Bundesfinanzhof entschied jetzt, dass ihr der höhere Vorwegabzug bis 3068 Euro zustehe (XI R 38/02), eben weil ihr Chef keinen Beitrag zur Zukunftssicherung leiste. Ob er dazu verpflichtet sei, spiele keine Rolle. Wird der Chef später verdonnert, Beiträge nachzuzahlen, muss der Arbeitnehmer mit einer Steuernachzahlung rechnen.

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