Urteile
Vaterschaftsklagen haben große Erfolgschance

Wenn Kinder vor Gericht ziehen, um ihren leiblichen Vater zu entlarven, stehen ihre Chancen gut. Der Erzeuger hat kaum eine Möglichkeit, das Verfahren zur Vaterschaftsfeststellung zu stoppen, wie zwei aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) zeigen.

In einem Fall hatte eine 27-Jährige 2002 eine Anfechtungsklage eingereicht: Der Mann ihrer Mutter sei nicht, wie jahrelang angenommen, ihr Erzeuger. Da der Scheinvater keine Einwände hatte, ordnete das Gericht einen Test an, der den Verdacht bestätigte. Daraufhin beantragte die Frau, in einem zweiten Verfahren zu prüfen, ob ein gewisser "Dr. D." ihr Vater ist – mit Erfolg. Doch trotz des biologischen Beweises wollte D. nicht der juristische Papa sein und ging in Berufung. Seine Tochter habe bereits 1998 erfahren, dass er ihr Erzeuger sei. Also sei die zweijährige Frist für eine Anfechtungsklage im Jahr 2002 längst abgelaufen gewesen.

Egal, sagte der BGH. Denn D. sei gar nicht berechtigt, Berufung einzulegen (XII ZB 68/04). Die Anfechtungsklage sei zunächst eine Sache zwischen der Klägerin und ihrem Scheinvater, aus der D. sich herauszuhalten habe. Er könne erst im zweiten Verfahren, in dem seine Vaterschaft festgestellt wurde, Berufung einlegen. Pech für D.: Dort gehen seine Chancen gegen null.

Auch den vermeintlichen Erzeuger einer 43-Jährigen, der die Anordnung eines Gentests zu stoppen versuchte, bremste der BGH. Eine Berufung sei erst am Ende des Verfahrens und nicht schon gegen die Testanordnung möglich, entschieden die Karlsruher Bundesrichter (XII ZB 199/05).

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