Urteile zu Hausratversicherungen
Streit mit Versicherung landet oft vor Gericht

Ein Brand, Einbruch oder Wasserschaden - und das Heim wird zum Versicherungsfall. Hofft zumindest der Betroffene. Weigert sich die Versicherung, zu zahlen, landet der Streit oft vor Gericht.

Einbruch

Das Drama ist geschehen, in die eigene Wohnung wurde eingebrochen. Einen Schock darf sich der Bestohlene jetzt nicht leisten, er muss sofort die Polizei und seine Hausratversicherung anrufen. Eine Liste seiner vermissten Werte sollte er schnell nachreichen. Lässt er sich damit drei Wochen Zeit, ist die Versicherung aus der Pflicht (Landgericht Köln, 24 O 328/03). Allerdings nur, wenn die Versicherung auf die Notwendigkeit der Liste hingewiesen hat (Oberlandesgericht Düsseldorf, 4 U 189/02). Neben einer flotten Anzeige fordern die Versicherungen vom Bestohlenen detektivisches Gespühr. Er soll nachweisen, dass tatsächlich ein Langfinger am Werk war. Ist nicht erklärbar, wie der Einbruch vor sich ging, weigern sich Versicherungen zu zahlen. Diese Allüren stoppte das Oberlandesgericht Karlsruhe. Solange die Indizien auf einen Einbruch hinweisen, könne sich die Versicherung nicht entziehen (12 U 108/03).

Wasserschaden

Schluderei kann die Versicherung kosten. Wer verreist und einen Wasserschlauch zur Waschmaschine oder Heizung unter Druck stehen lässt, muss für einen Wasserschaden selbst zahlen (Bundesgerichtshof, IV ZR 145/02). Ohne jede Schuld blieb dagegen ein Westfale auf seinem Schaden sitzen. Ihm lief während eines Hagelschauers der Keller voll. Die Eiskörner hatten die Regenrinne verstopft und überlaufen lassen. Zahlen muss die Versicherung trotzdem nicht. Der Hagel habe weder die Rinne noch das Kellerfenster zerstört und sei ja wieder weggeschmolzen (Landgericht Bielefeld, 21 S 8/04).

Steuern

Wer keine Hausratversicherung abgeschlossen hat, kann im Schadensfall auch nicht auf den Staat hoffen. Die Kosten neuer Möbel nach einem Brand dürfen nicht von der Steuer abgesetzt werden (Bundesfinanzhof, III R 36/01).

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 48 vom 18.11.2004 Seite 206

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