Vermittler-Lobbyist Heinz

„Gebt Versicherungsvertretern mehr Provision“

Der Präsident des Verbandes der Versicherungskaufleute, Michael Heinz, haut auf den Putz. Die großen Konzerne übten gewaltigen Druck auf die Vermittler aus. Aber auch Kunden und Verbraucherschützer bekommen ihr Fett weg.
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Michael Heinz, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute im Interview: "Vertrieb kostet kein Geld, Vertrieb bringt Geld."

Michael Heinz, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute im Interview: "Vertrieb kostet kein Geld, Vertrieb bringt Geld."

Herr Heinz, das Image der Versicherungsvermittler ist schlecht. Wie nehmen Ihre Kunden Sie wahr?
Ich spüre keine Ablehnung bei meinen Kunden. Was ich feststelle, ist eine Kaufzurückhaltung in meinem Kundenstamm, der vorwiegend aus Unternehmen besteht. Die Bereitschaft, eine Versicherung abzuschließen, nimmt ab. Die Menschen machen das nicht mehr so schnell.  

Welche Gründe sehen Sie dafür?
Nicht unerheblich ist die öffentliche Begleitmusik zum Thema Versicherungen und Vermittler. Steter Tropfen höhlt da den Stein. Wenn die Medien Tag und Nacht unseren Berufsstand loben würden, dann würde es anders aussehen.  

Nun ja, man könnte sagen: Die eine oder andere Kritik ist auch berechtigt. Egal ob sie von  Medien, Kunden, Politik oder Verbänden vorgetragen wird.
Wir wünschen uns mehr Sachlichkeit. Die negative Berichterstattung schadet uns sehr. Ein Beispiel: Vor 15 Jahren hätte sich kaum ein Fachjournalist dafür interessiert, dass einige ausgewählte Vermittler in Budapest ausgiebig gefeiert haben. Das Handelsblatt berichtete darüber - mit entsprechenden Folgen. Fragen Sie nun mal einen einfachen Ergo-Vertreter, wie der sich fühlt. Der kann doch nichts mehr verkaufen bei den Leuten.

Die Branche selbst ist also ohne Fehl und Tadel?
Natürlich gibt es hausgemachte Probleme. Nehmen Sie nur die Übertreibungen in der Vergütung von Vermittlern oder die Luxusreisen für ausgewählte Verkäufer. 

Sie schieben die Schuld auf die Medien. Vertreter erzählen uns aber ganz andere Dinge. Zum Beispiel, dass sie in diesem Beruf nicht mehr arbeiten können. Die Produkte seien schlecht und der Druck der Versicherer gewaltig. Viele haben Gewissensprobleme, die Kunden von einem Abschluss zu überzeugen.
Was die Produkte angeht, muss man unterscheiden. Als Vertreter einer einzelnen Versicherung kann ich da große Probleme haben, weil die Branche inzwischen transparent ist und Vergleiche relativ schnell möglich sind. Vor allem im Verkauf von Lebens- und Rentenversicherungen ist dies für Alleinvertreter spürbar. Für mich als freier Versicherungsmakler ist das allerdings kein Problem. Ich lasse ein Vergleichsprogramm durchlaufen, dann kann ich den Kunden optimal bedienen.  

Der Verkaufsdruck ist allgegenwärtig.
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24 Kommentare zu "Vermittler-Lobbyist Heinz: „Gebt Versicherungsvertretern mehr Provision“"

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  • Herr Heinz vom BVK steht sicher nicht das moderne Versicherungsmanagement, sondern für die Bewahrung der Tradition (es ist ja auch nicht alles schlecht, nur weil es bewährt ist).

    In der heutigen Zeit aber mehr Geld für den Versicherungsaußendienst zu verlangen, ist aber eine Groteske.

    Natürlich ist das durchschnittliche Einkommen eines Versicherungsagenten niedriger als das Durchschnittseinkommen. Dies liegt aber daran, dass es viel zu viele Agenten gibt, die noch dazu in der Breite zu schlecht ausgebildet sind.
    Hätte die Branche rechtzeitig in die Qualifikation ihres Außendienstes investiert, entsprechende Qualitätsnormen verabschiedet, dann würde die Beratung auf einem höheren Qualitätsniveau erbracht werden können, es gäbe mehr Vertrauen in die Vermittler und diese würde ein höheres Einkommen generieren.
    Es sind hausgemachte Probleme der Versicherungswirtschaft.

  • Juchu, die bezahlten Gökers kommen aus der Versenkung und kommentieren!

  • doch, hier meldet sich gerade einer :-) Ich bin selbst Vermittler. Eine Beratung zum Thema Altersvorsorge dauert gut und gerne 5 Stunden. Dazu kommen Administration, gesetzliche Rahmenbedingungen die der Makler zu erfüllen hat, etc. und dann die langjährige UNVERGÜTETE Betreuung. Bitte teilen sie mir zudem noch mit, ob für GUTE und EHRLICHE Arbeit nicht auch angemessen bezahlt werden soll?? Sie arbeiten sicher auch nicht umsonst und haben Ihren Anspruch auf Vergütung. Und wenn man meint" Der Vermittler schwätzt mir eh nur was auf" dann sucht man sich eben einen vertrauensvolleren...es gibt ja genügend. Oh..in meiner kostenaufstellung von eben sind ja noch gar nicht, Lebenshaltungskosten, Büro, Angestellte enthalten :-) also eine E-Klasse fahre ich nicht...mir reicht ein Skoda. LG

  • Ach Bosch.Recherchieren sie doch wenigstens einmal seriös,bevor sie hier ihren geistigen Sondermüll ablassen.
    Kauf einer Allianz-Aktie am 01.07.1991,Dividenden wurden reinvestiert,jährliche Rendite Stand heute:2,21%.
    Noch schlechter sieht es aus,wenn ein Zeitraum von 20 Jahren betrachtet wird:1,40% p.A..
    Eine Lebensversicherung der Debeka,die zugleich ein biometrisches Risiko über diesen Zeitraum abgesichert hat,schlägt mit einer Nachsteuerendite von 6,16% ihren heißen Tip um Längen.
    Im Übrigen würde sich mein türkischstämmiger Nachbar schämen,wenn er nach über 20 Jahren als deutscher Staatsbürger unter den gleichen orthographischen Mängeln zu leiden hätte wie Ihresgleichen.
    Wenn ihnen mal wieder langweilig ist,bilden sie sich,lernen sie ihre Muttersprache (?),schaffen sie sich einen Hund an oder gehen zur Abwechslung mal arbeiten.

  • @ Bosch

    Wie können sie Aktien mit Lebens/Rentenversicherungen gleich stellen?

  • @ Bosch
    Sie wollen doch nicht allen ernstens Aktien mit einer Renten/Lebensversicherung vergleichen? Mit diesen Versicherungen macht man nie Verlust was bei Aktien ganz anders aussieht da muss ich schon einen guten Einstieg finden und passend wieder aussteigen damit ihre Strategie aufgeht und zusätzlich gehe ich ein wesentlich größeres Risiko ein.

  • Das interessante ist, daß sich Deutsche im Geiz-ist-geil Wahn massenweise ungesundes Essen und dumme Versicherungen verkaufen lassen.

    Die Körpergröße nimmt von Generation zu Generation zu, der IQ nicht.

  • Glauben sie jahh nicht, dass der "mündige" Kunde das schafft. Ein Autokauf wird ganz anders getätigt, als der Vergleich bei Anlageprodukten und Versicherungen. Der Deutsche bleibt ein FinanzAnalphabet.

  • Das wird noch lange dauern mit dem Internet. Solange Leute bei uns wegen Kleinigkeiten anrufen, obwohl sie es klar und deutlich vor Augen selbst machen können, wird sich das Internet als Hauptvertriebsweg nicht durchsetzen. Nur die technisch versierten, mündigen Kunden nutzen diesen Weg.

  • @bosch

    Zum Glück hast du nichts zu bestimmen. Zu sagen hast du ja nicht besonders viel. Bin gespannt wer von den Experten hier die Altersvorsorge bei der Verbraucherschutz zentrale hat. Manmanman.

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