Vermittlerstudie
Honorar statt Provision?

Die Abschlussprovision bei Lebenpolicen bleibt geheim. Doch nach dem Lobbyerfolg droht Vermittlern neuer Ärger. Der Gesetzgeber will die Honorarberatung stärken. Eine Studie zeichnet ein beunruhigendes Szenario.
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Berlin Die Freude über den Erfolg hallt noch nach – gerade erst haben die einschlägigen Verbände der Versicherungsvermittlung einen wichtigen Sieg errungen. Sie dürfen die Abschlussprovision bei der Vermittlung von Lebensversicherungen weiterhin geheim halten. Nach kurzem, vehementem Aufbegehren überzeugte die Lobby die Koalition recht zügig davon, den entsprechenden Gesetzespassus zur Offenlegung der Provisionen in letzter Minute zu streichen.

Doch kaum ist das eine Thema von Tisch, droht neuer Ärger – diesmal aus Brüssel. Im Februar hatte das Parlament eine neue Vermittlerrichtlinie (IMD2) abgenickt, die darauf abzielt, Interessenskonflikte zwischen Vermittlern und Kunden zu vermeiden. Künftig soll der Kunde klar erkennen können, wer den Vermittler bezahlt (der Kunde selbst oder der Versicherer) und was genau der Kunde bezahlt (die Kosten sollen also transparenter ausgewiesen werden).

Sofern die Minister im Rat keine grundlegenden Änderungen mehr einfordern, müsste der Gesetzgeber in Deutschland also schon bald wieder tätig werden. Dann könnte er ernst machen mit dem, was heute schon im Koalitionsvertrag steht und die Honorarberatung in Deutschland nach den bereits erfolgten Änderungen bei der Anlageberatung auch im Bereich Versicherungen fördern.

Es ist eine Vorstellung, die den Vermittlern große Bauchschmerzen bereitet – so sehr, dass der Bundesverband der Versicherungskaufleute (BVK), der mit 32.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung darstellt, sogar eine Studie in Auftrag gegeben hat, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Die Autoren sind Wissenschaftler der Fachhochschule Dortmund. Einer von ihnen, Matthias Beenken, hat selbst eine Karriere als Versicherungskaufmann hinter sich. Für den BVK hat Beenken untersucht, wie sehr der Berufsstand der Vermittler zahlen- und umsatzmäßig betroffen wäre, sollte es bei der Vergütung von Vermittlern zu einem Systemwechsel kommen.  

Drei Szenarien hat Beenken entwickelt. Im Basisfall müssen Kosten nur auf Nachfrage offengelegt werden, das Interesse der Verbraucher daran ist aber gering. Im zweiten Fall wird ein Zwang zur Kostenoffenlegung unterstellt und ein steigendes Interesse der Bevölkerung hieran.

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Honorar statt Provision?

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45 Prozent weniger Vermittler

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  • Es ist unvorstellbar, dass das Bundesverfassungsgericht bei seiner Entscheidung über die Bewertungsreserven an eine, zugegeben legitime Bewertung nach dem Niederstwertprinzip gedacht haben soll.

    Diese Auslegung muss als bewusst vorsätzlich missverständlich angesehen werden. Die jetzige gesetzliche Regelung ist damit nur die logische Fortsetzung der wirtschaftlichen Benachteiligung der wirtschaftlich Schwächeren.

    Aus dem Blichwinkel der Rechtssicherheit, die Frau Merkel immer wieder einfordert, zuletzt i.S. EEG gegenüber der EU, eine absolute unverständliche Vorgehensweise. Sollte die EU-Commission diesen "Beschiss" der Versicherten heraus greifen, kann sich die Bundesregierung ihre Vorstellung zur Modifikation des EEG " dahin" schmieren.

  • Was hat man vor?

    Zuerst nimmt man den Lebensversicherten die vom Bundesverfassungsgericht 2008 zugesprochenen Bewertungsreserven und jetzt das?

    Für alle, die sich mit dem Thema nicht so auskennen.
    Zuerst hat das Bundesverfassungsgericht den Lebensversicherten bei Fälligkeit den Anspruch auf Bewertungsreserven zugesprochen.

    Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und den Versicherten 50%bei Fälligkeit im Gesetz verankert. Dass die zweiten 50% für Bonuszahlungen den Vorständen als Erfolgsprämie zur Verfügung gestellt werden, steht in diesem Passus nicht.

    Jetzt, wo alle Märkte auf Toppniveau stehen und die Bewertungsreserven besonders hoch sind, hat der Gesetzgeber auf Betreiben von Frau König, ehemalige Chefbuchhalterin einer großen Versicherung, die Versicherten gänzlich um die Bewertungsreserven gebracht. Versicherte können nicht einmal mehr Klage erheben.

    Bewertungsreserven sind aber dennoch nicht gleich Bewertungsreserven. Landläufig wird unter Bewertungsreserven der Unterschied zwischen den Anschaffungskosten und dem aktuellen Marktpreis verstanden. Doch die Buchhaltung kennt auch das Niederstwertprinzip. Ist der Kurs, wie vor dargestellt, höher, dann spricht man von "stillen Reserven".

    Gehen wirbdavon aus, dass Frau König die Versicherten nicht bösartig um die Bewertungsreserven enteignet, muss man die Frage stellen, ob sie und/oder ihre Mitarbeiter in der BaFin schon jemals "Bewertungen" in der Praxis persönlich durchgeführt haben.

    Die BaFin sollte extern untersucht und das Ausbildungsniveau nebst praktischer Erfahrung festgestellt werden.

    Es kommt nicht von ungefähr, dass die EZB die Bankenprüfung an sich gezogen hat. Zu berechtigt ist das Misstrauen in die Fähigkeiten der BaFin. Eigentlich hätten dies bei der Häufigkeit der Bankenkrisen beim Bundesfinanzminister schon lange und mehrfach die Alarmglocke läuten müssen. In Ermangelung eines Sanktionsapparates werden die Bürger immer wieder zu Unterstützungsleistungen heran gezogen.

    Wie lange noch?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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