Vermögenswirksame Leistungen
VL: Generöser Staat, knauserige Chefs

Das VL-Sparen gerät aus der Mode. Weil die Zeiten hart sind, haben die Menschen immer weniger Geld übrig, das sie monatlich beiseite legen könnten.Das gilt für die Angestellten ebenso wie für ihre Chefs. Dabei packt der Staat seit Anfang April bei den Zulagen sogar noch ein bisschen was drauf.

FRANKFURT. 20 statt bisher 18 Prozent Bonus von Vater Staat gibt es ab dem 01. April für die eingezahlten Vermögenswirksamen Leistungen, kurz: VL. Den Aufschlag allerdings bekommen nur Sparer, die ihre Beiträge in Investmentfonds packen. Bei Bausparern bleibt es bei der alten Regelung. Neun Prozent Arbeitnehmersparzulage kassiert der Sparer jährlich auf seine Beiträge in Höhe von bis zu 470 Euro - also maximal 43 Euro im Jahr. Zusätzlich können Sparer hier noch die Wohnungsbauprämie kassieren: Pro Jahr zahlt der Staat 8,8 Prozent auf die jährlichen Einzahlungen - höchstens aber 45 Euro pro Jahr.

Im Falle der Investmentsparer bedeuten 20 Prozent, dass sie statt bisher 72 Euro 80 Euro im Jahr erhalten, sofern sie 400 Euro in einen entsprechenden Fondssparplan einzahlen. Allerdings gibt es Einkommensgrenzen: so darf ein lediger Sparer nicht mehr als 20000 Euro im Jahr verdienen. Für Verheiratete liegt die Grenze bei 40000 Euro. Damit die Sparzulagen fließen, gilt für das angesammelte Geld eine Sperrfrist von sieben Jahre.

Seit 1965 gibt es die Vermögenswirksamen Leistungen mittlerweile. Rund 23 Millionen haben Anspruch darauf. Berechtigt sind Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende. Besonders letztere sollen gefördert werden und sich mit den VL ein erstes, kleines Sparvermögen aufbauen können. Teilzeiarbeitende erhalten die VL-Leistungen anteilig.

Die monatlichen Beiträge teilen sich in der Regel Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wenngleich die Höhe des Arbeitgeberanteils von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren kann. Je nach Branche zahlen die Firmen zwischen 6,45 Euro und den vollen 40 Euro monatliche VL an ihre Mitarbeiter. Was wer zahlt, kann im Tarifvertrag oder den einzelnen Betriebsvereinbarungen nachgelesen werden. Im Zweifelsfalle sollten Sparer in der Personalabteilung ihrer Firma nachfragen. Verpflichtet sind die Unternehmen allerdings nicht, VL an ihre Angestellten weiterzugeben.Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten knausern viele Chefs. Arbeitnehmer, die trotzdem in den Genuss der staatlichen Sparzulage kommen wollen, müssen die Beiträge dann komplett aus der eigenen Tasche zahlen.

Allerdings hat die Kondition der Arbeitnehmer zuletzt merklich nachgelassen. Der Trend beim VL-Sparen ist eindeutig rückläufig. Seit 2003 sinken die Zahlen; sparte damals noch jeder Zweite auf diese Weise, waren es im vergangenen Jahr nach Angaben von TNS Infratest gerade einmal 41 Prozent der Berechtigten. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den 20 bis 29-Jährigen. Gegenüber 2007 sank die Zahl 2008 um sechs Prozentpunkte. Viele geben an, nicht ausreichend Geld zu haben, um etwas auf die hohe Kante zu legen. Dabei verschenken sie aber Sparzulage und den Zuschuss des Arbeitgebers, sofern es denn einen gibt.

Handelsblatt.com stellt auf den folgenden Seiten die verschiedenen Anlageformen vor, für die Sparer die staatlichen Zulagen bekommen.

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