Versicherung
Schärfere Regeln bei Unfall auf dem Arbeitsweg

Arbeitnehmer sind auf dem Weg zur Arbeit und zurück gesetzlich unfallversichert. Doch wenn sie verunglücken, lautet die Streitfrage: War es tatsächlich ein Wegeunfall oder eine Privattour?

Das Bundessozialgericht hat seine bisherige Rechtsprechung dazu jetzt verschärft. Den Richtern wurde die Fülle an Ausnahmen lästig. Bisher erlosch der Schutz erst, wenn Arbeitnehmer den öffentlichen Raum verlassen haben und zum privaten Einkauf in ein Geschäft gingen. Künftig verliert den Schutz, wer auf dem Arbeitsweg aus dem Auto oder der Bahn aussteigt, um private Dinge zu erledigen (B 2 U 23/03 R).

Eine Frau wurde auf dem Weg zum Büro angefahren, als sie aus dem Auto ausgestiegen war, um in einem Fischgeschäft einzukaufen. Urteil der Richter: kein Wegeunfall. Wäre sie nach dem Einkauf weitergefahren, hätte der Versicherungsschutz wieder bestanden. Nächstenliebe wird nicht bestraft: Die Versicherung zahlt, wenn der Arbeitnehmer zum Beispiel hilft, einen Kinderwagen aus dem Bus zu heben und dabei verunglückt. Er darf auch Zigaretten holen. Aber wirklich nur kurz.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 026 vom 17.06.2004 Seite 197

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