Versicherung verklagt
Unfallopfer darf auf Millionen hoffen

Ein Unfallopfer fordert von dem Versicherer Generali die höchste Entschädigung aller Zeiten – und hat vor Gericht gute Chancen auf Erfolg.
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FrankfurtEs ist ein Gerichtsprozess, den die deutsche Versicherungsbranche nervös verfolgt: Der Konzern Generali und das Unfallopfer Sarah T. streiten seit Jahren darum, wie viel Geld der schwerstbehinderten 26-Jährigen nach einem Autounfall zusteht. Das Landgericht Hamburg hat nun einen Vergleichsvorschlag gemacht: 4,3 Millionen Euro solle das junge Opfer erhalten – auf einen Schlag.

Das wäre die mit Abstand höchste Entschädigung, die ein Unfallopfer in Deutschland jemals erhalten hat. Bei Vergleichen, die mit Schwerstgeschädigten bisher geschlossen wurden, haben Versicherer nach Angaben von Experten höchstens eine Million Euro gezahlt.

Bei der zuständigen deutschen Tochter des italienischen Versicherungskonzerns will man sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Bis Ende Juni haben die beiden Parteien Zeit, sich zu entscheiden. Gibt es keine Einigung, will das Gericht Ende Juli ein Urteil fällen. So oder so: Für den Anwalt des Opfers, Jürgen Hennemann, ist „der Geist aus der Flasche“. Mit dem Vergleichsvorschlag habe erstmals ein Landgericht zu erkennen gegeben, dass Entschädigungen von mehreren Millionen Euro für schwerstgeschädigte Unfallopfer durchaus angemessen seien. „Das dürfte die Rechtssprechung dauerhaft verändern“, so Hennemann. Er gibt sich daher optimistisch, selbst wenn das Verfahren in Revision gehen sollte.

Kommentare zu " Versicherung verklagt: Unfallopfer darf auf Millionen hoffen"

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  • Der VN als solches kann nicht über seine eigene KFZ-Haftpflicht entschädigt werden, sollte also eine Unfallversicherung (keine Insassen-Unfall) besitzen. Es gibt aber auch Tarife, die in der KFZ-Haftpflicht ausdrücklich die Absicherung des VN beinhalten.

  • @ichbins: die Familienhaftpflicht wird im Zusammenhang mit einem Kfz-Unfall nicht haften, weil sie nicht dafür zuständig ist. Die Kfz-Haftpflicht prüft, wehrt ab oder zahlt bei selbst verschuldeten Unfällen allen sich rechtmäßig befindeten Fahrzeuginsassen. Also Ja, der Ehepartner müsste dann gegen den VN Ansprüche stellen.

  • Das Argument von Mollemopp kann ich nicht nachvollziehen. Kosten-Schadenquoten in Deutschland liegen im Schnitt bei über 90%. Bedeutet man zieht noch eben die Kosten für Verwaltung usw. ab. da bleibt prozentual nicht viel übrig. Eine Versicherung ist entgegen vieler Meinungen nicht die Wohlfahrt sondern ein Wirtschaftsunternehmen. Es muss sich allerdings für BEIDE Parteien rechnen (Versicherter und Versicherung). Wenn wahllos Geld rausgeschmissen wird, kann jeder in Zukunft sehen wie seine Kosten bezahlt werden. Denn dann gibts weder Haftpflicht noch sonstige Versicherungen. Dann gibts vom Staat 5Euro für ein Hanfseil und freie Wahl der Brücke. Wenn ich richtig gelesen habe bekommt ein Versicherter bei der Generali im Schnitt 6000,-mtl. Plus 750000,-€ für Zusatzkosten. Finde ich ne sehr Hohe Summe. Wenn Ihre Ärzte sagen 4,3Mio wären angemessen sollte sie bekommen. Wenn das Geld futsch ist bekommt Sie nichts mehr und wenn Sie verstirbt soll der Rest zurückgehen. Denn die ersten Bittsteller sind die Angehörigen, die dann die Kohle haben wolln.Dafür ist aber das Geld doch nicht gedacht!

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