Versicherungen
Arbeitsrecht: Voller Schutz bei Jobverlust

Die Wirtschaftskrise kostet Tausende den Job, Versicherer registrieren einen dramatischen Anstieg bei der Zahl der Arbeitsrechtsfälle. Angesichts hoher Kosten für die Betroffenen empfehlen Verbraucherschützer den Abschluss einer Rechtsschutzpolice. Welche Verträge empfehlenswert sind und wo gefährliche Deckungslücken lauern.
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DÜSSELDORF. Die großen Versicherer kennen die Tragödien, die die Deutschen heimsuchen. Ihre Schadenstatistiken führen Buch über Überschwemmungen, Invalidität oder Verkehrsunfälle. Auch die Wirtschaftskrise spiegelt sich in der Zahl der Schadenfälle wider, bei den Rechtsschutzpolicen. "Bei den Arbeitsrechtschutzfällen ist ein starker Anstieg festzustellen", sagt eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Zahl der Kündigungen steigt und damit die Zahl der juristischen Auseinandersetzungen. Die Allianz registriert seit Beginn der Krise einen Anstieg der Schadenfälle beim Arbeitsrechtschutz um zehn Prozent. Konkurrent Arag notiert seit Anfang des Jahres einen Zuwachs von 20 Prozent, übers Jahr macht das 10 000 Schadenfälle. "Seit dem Jahreswechsel schnellten die Zahlen hoch", sagt ein Sprecher, "Fast so, als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte". Die D.A.S notiert einen Anstieg der Ausgaben für Arbeitsrecht um 30 Prozent gegenüber Vorjahr.

Es könnte noch schlimmer kommen, die Wirtschaftskrise fegt wie ein Wirbelsturm durch die Belegschaften der Unternehmen. Noch verhindern Kurzarbeit und zurückhaltende Arbeitgeber das Schlimmste. "In der aktuellen Situation sollten Kunden neben Verkehrsrechtsschutz auch Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber abdecken", sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Rechtsschutzpolicen sind nicht teuer. Im Vergleich des unabhängigen Analysehauses Morgen & Morgen für Handelsblatt.com kosten Anbieter mit fairen Bedingungen für eine junge Familie weniger als 200 Euro pro Jahr. "Die Beiträge sind in den letzten Jahren etwas angestiegen, bei den Leistungen gibt es keine großen Innovationen", sagt Martin Zsohar, Geschäftsleiter Product Technology bei Morgen & Morgen. Aktuell verzichten die Gesellschaften zwar auf Erhöhungen der Beiträge. Im nächsten Jahr könnten die Prämien aber weiter ansteigen.

Ein solider Schutz tut Not. Häufig sichert nur ein guter Rechtsanwalt die Ansprüche auf angemessene Abfindungen. Die Kosten dafür sind enorm: Vor allem bei langfristig Angestellten kann der Streitwert im sechsstelligen Bereich liegen. Die Kosten für die Auseinadersetzung in der ersten Instanz muss jede Partei selber tragen. Selbst wenn der Angestellte den ersten Prozess gewinnt, muss er für Anwalt und Gericht zahlen.

Der Versicherer übernimmt die Kosten, wenn der Kunde Arbeitsrecht mit versichert hat. Anwälte erhalten maximal den Satz aus der Gebührenordnung. Top-Verteidiger nehmen in der Regel mehr. Die Differenz muss der Kunde tragen, kann die Sätze aber als Werbungskosten bei der nächsten Steuererklärung geltend machen.

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