Versicherungen
Autopolicen werden teurer – wie man trotzdem spart

Der Preiskampf in der Kfz-Versicherung ist erst mal vorbei. Die Versicherer erhöhen die Prämien für die meisten neuen Policen um bis zu 15 Prozent. Kunden, die jetzt ein neues Fahrzeug zulassen können aber kontern. Mit welchen Insidertricks der Schutz fürs Auto günstiger wird.

DÜSSELDORF. Autofahrer hatten in den vergangenen Jahren gute Karten. Unter den Versicherern tobte ein dramatischer Preiskampf. Jedes Jahr wurden die Policen mit schöner Regelmäßigkeit günstiger. Das Sparpotenzial bei einem Wechsel lag in einem deutlich zweistelligen Bereich. Damit könnte bald Schluss sein. "Die Prämien für neue Tarife sind in diesem Jahr deutlich angestiegen", sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Nafi aus dem westfälischen Höxter. Für Handelsblatt.com hat die Tarifexpertin den Markt für Kfz-Policen untersucht.

Das Ergebnis der Studie ist wenig erbaulich: Seit Jahresbeginn haben 13 der getesteten 90 Gesellschaften neue Tarife auf den Markt gebracht. Lediglich zwei Direktanbieter senkten ihre Prämien. Die Mehrheit verlangt dagegen mehr: Zehn Versicherer hoben die Tarife an, einige davon sogar deutlich. "Im Schnitt verteuern sich die Prämien je nach Anbieter zwischen zwei und 15 Prozent", sagt Höltring.

Zweifelhafte Leistungen

Damit die Kunden nicht zur Konkurrenz abwandern, verbessern viele der Preistreiber im Gegensatz den Versicherungsschutz. Einige der offerierten Zusatzleistungen bringen dem Kunden aber wenig. So bieten manche Versicherer eine Fahrer-Unfall-Versicherung an. Der Extraschutz deckt etwa Personenschäden des Fahrers nach einem selbstverschuldeten Unfall ab. Die eigene Haftpflicht springt in solchen Fällen nicht ein. "Solche Policen sind aber häufig überflüssig", sagt Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten. "Versicherungsnehmer mit einem guten Policenportfolio sind in solchen Fällen mit der Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung bereits geschützt".

Auch die anderen Zusatzleistungen lohnen eher für Fahrer mit speziellen Risiken. Mal steigt die Höchstgrenze bei Schäden durch Marderbisse auf bis zu 5 000 Euro, mal erhöht sich die Neuwertentschädigung auf 18 bis 24 Monate. "Das lohnt nur für Besitzer von Neuwagen", sagt Höltring. Die erhalten beim Vollkasko-Schutz nach einem Unfall den Kaufpreis des Fahrzeugs, ohne Abzüge für den Zeitwert hinnehmen zu müssen. "Die erweiterten Leistungen sind für manchen Versicherten ganz nett", sagt Höltring. "Keine der neuen Leistungen ist aber existenziell absolut notwendig". Echte Innovationen konnte die Tarifexpertin in diesem Jahr bisher nicht entdecken.

Den Anstieg der Prämien wiegen die Zusatzleistungen jedenfalls meist nicht auf. Dieser betrifft bisher allerdings nur Kunden, die ein neues Fahrzeug versichern oder den Anbieter wechseln, etwa nach einem Unfall. Zudem ist der Trend zu steigenden Preisen nicht branchenweit zu beobachten: Viele Versicherer möchten von den aktuell steigenden Neuzulassungen profitieren und nutzen den Abwrackprämien-Boom fürs eigene Marketing. So erhalten Neufahrzeuge bis zum Alter von einem Jahr bei einigen Anbietern einen Rabatt auf die Prämie. Kunden sollten sich davon aber nicht blenden lassen. "Vor allem teure Gesellschaften bieten den Nachlass an", sagt Höltring.

Die gute Nachricht: Autobesitzer können auch jetzt noch günstige Prämien ergattern. Handelsblatt.com analysierte die Tarifwerke der Anbieter und entdeckte überraschende Sparmöglichkeiten. Welche Tricks Versicherungsnehmer besser kennen sollten, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

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