Versicherungen
Axa zieht die Notbremse

Die deutsche Axa hat ihre prestigeträchtige, neuartige Rentenversicherung „Twin Star“ teilweise vom Markt genommen. Die Tochter des französischen Versicherungskonzerns reagiert damit auf die steigenden Kosten, die im Rahmen der Finanzmarktkrise für die ausgesprochenen Garantien entstanden sind.

FRANKFURT. Entsprechende Informationen des Handelsblatt bestätigte ein Axa-Sprecher. Twin Star gehört zur neuen Produktgattung „Variable Annuities“. Diese privaten Rentenversicherungen entstanden in den USA und ließen sich vor der Krise gut verkaufen. Die Ratingagentur Fitch schätzt das Absatzvolumen im amerikanischen Markt für 2007 auf 175 Mrd. Dollar. Gleichzeitig warnte Fitch vor steigenden Garantie-Kosten für die Branche: Im Laufe von 2008 seien in Amerika allein mehr als 15 Mrd. Dollar aufgelaufen.

Der Grund: Die Versicherer garantieren im Rentenalter höhere Leistungen als bei herkömmlichen Lebensversicherungen und locken zudem mit größerer Flexibilität. Ermöglicht wurde dies in den vergangenen Jahren durch die Kapitalmärkte, auf denen sich die Versicherer heutzutage vielfältiger absichern können.

Ist die Garantie einmal ausgesprochen, sind die Kunden zwar fein raus, denn der Versicherer muss dafür gerade stehen. Durch die tiefgreifende Finanzmarktkrise werden alte Versprechen jedoch immer teurer. Wer wie Axa laufend an den Märkten Derivate kaufen muss, bezahlt dafür im Moment deutlich mehr als vor zwei Jahren. Hauptgrund sind die wesentlich stärkeren Kursschwankungen in nahezu allen Segmenten der Finanzmärkte. Damit hatte kein Versicherer bei der Konstruktion der neuartigen Rentenversicherungen ernsthaft gerechnet.

Inzwischen sind alle klüger, doch Axa schleppt noch seine Altlasten mit sich herum. Schon einige Jahre lang wurden hierzulande verschiedene Varianten von Twin Star mit wachsendem Erfolg verkauft. In Deutschland sind die Franzosen daher der Vorreiter für die Versicherungsbranche. Erst vergangenes Jahr zogen Allianz und einige andere Anbieter nach.

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