Versicherungen
Karstadtquelle-Versicherte nicht betroffen

Die drohende Insolvenz von Arcandor beunruhigt viele der knapp vier Millionen Kunden der Karstadtquelle Versicherung. Was passiert bei einer Pleite mit ihren Verträgen? Kein Grund zur Sorge. Die Versicherungssparte gehört längst einem anderen Unternehmen.

HB FÜRTH. Die Zukunft des Handelskonzerns Akandor steht auf der Kippe. Trotzdem muss sich keiner der mehr als vier Millionen Kunden der Karstadtquelle Versicherungen Sorgen um den Bestand seiner Zahn-, Haftpflicht oder Hausratpolice machen. Nur der Firmenname erinnert noch an die einst engen Bande zum Kaufhausriesen Karstadt und zum Versandhandel Quelle. Heute steht der Direktversicherer mit Sitz in Fürth auf eigenen Füßen und hat nichts mehr mit der ums Überleben kämpfenden Arcandor AG, vormals Karstadtquelle AG, zu tun.

"Unsere Kunden müssen nicht verunsichert sein", beruhigt Unternehmenssprecher Frank Roth. Die Karstadtquelle Versicherungen seien in keiner Weise von der schwierigen Lage Arcandors betroffen. Sollte es zur Arcandor-Insolvenz kommen, habe das keine Auswirkung auf die Versicherungsverträge von Karstadtquelle, betont auch Andrea Hoffmann, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Ein Blick auf die aktuellen Firmenverflechtungen vermag Bedenken der besorgten Kundschaft ausräumen: Die Karstadtquelle Versicherungen gehören seit 2002 mehrheitlich und seit Ende 2008 vollständig zur Ergo Versicherungsgruppe. Unter dem Dach dieses nach eigenen Angaben zweitgrößten Versicherungsverbunds Europas befinden sich auch bekannte Marken wie die Hamburg Mannheimer, die DKV oder die Europäische Reiseversicherung. Großaktionär der Ergo ist mit 94,7 Prozent die Münchener Rück, einer der weltweit führenden Risikoträger.

Versicherer will weiter Karstadtquelle heissen

Was viele Kunden offenkundig verwirrt, ist die Weiterführung des Namens Karstadtquelle. Obwohl sich der Versicherer längst von früheren Wurzeln gelöst habe, sei "eine Umbenennung nicht im Gespräch", sagt Firmensprecher Roth. Das Unternehmen wolle nicht auf die Nutzung der Markenstärke der Firmen Karstadt und Quelle verzichten. Der Fürther Direktversicherer ist dem Versandhaus Quelle nach wie vor als Förderer der Madeleine Schickedanz KinderKrebsstiftung verbunden.

Vor etwa 25 Jahren war bei Quelle die Idee entstanden, außer Kleidung und anderen Konsumgütern auch Versicherungen zu verkaufen. Das Konzept hatte Erfolg. "Karstadt kam dann irgendwann im Lauf der Jahre dazu und so entstand die Namenskombination aus Karstadt und Quelle", so Roth.

Mittlerweile haben sich die Karstadtquelle Versicherungen auf den Direktvertrieb von Sach-, Unfall- und Krankenversicherungen spezialisiert. Das Unternehmen bietet unter anderem Zahn- wie andere Krankenzusatzversicherungen an, außerdem Pflegetagegeld-, KfZ- und Haftpflichtpolicen. Ende 2008 hatte der Fürther Versicherer nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Verträge im Bestand und einen Jahresüberschuss von 17 Millionen Euro erwirtschaftet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%