Versicherungen: Männerdiskriminierung ab 2013

Versicherungen
Männerdiskriminierung ab 2013

Nach dem Unisex-Urteil in der Versicherungsbranche darf das Geschlecht demnächst nicht mehr als Begründung unterschiedlicher Beiträge angeführt werden. Das wird gerade die Männer benachteiligen.
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Frankfurt Männer sollten schnell private Rentenversicherungen abschließen. Das empfiehlt der Herausgeber des Branchendienstes Map-Report, der Versicherungsexperte Manfred Poweleit. Denn ab 2013 gelte das Unisex-Urteil des Europäischen Gerichtshof, das ungleiche Sterbewahrscheinlichkeiten nicht mehr anerkenne. Für Männer bedeute dies offene Diskriminierung. Finanziell mache es dann keinen Sinn mehr, "sich freiwillig an diesem Frauenbeglückungsprogramm zu beteiligen", erklärte Poweleit.

Der Experte begründet seine Empfehlung mit folgender Rechnung. Angenommen ein Mann zahle 50.000 Euro in eine sofort beginnende Rentenversicherung ein. Im Schnitt bekomme er dann monatlich etwas weniger als 300 Euro ausbezahlt. Nehme man jetzt die Vorgaben des Gerichtes und runde die Monatsrente auf 300 Euro auf, so bezahlten Männlein wie Weiblein ab 2013 jeweils 50.000 Euro ein und bekämen jeweils 300 Euro Monatsrente ausbezahlt. Das klinge zwar gut, doch nur wenn man die Lebenserwartungen unberücksichtigt lasse.

Nach aktueller Sterbetafel 2007/2009 des Statistischen Bundesamtes hätten Männer eine Lebenserwartung von 77,33 Jahre, Frauen von 82,53 Jahre. Bei einer mit dem 65. Geburtstag beginnenden Rente bekomme der Mann also 12,33 Jahre lang das Geld, die Frau hingegen dürfe 17,53 Jahre lang ihre 300 Euro Rente einstreichen. In der Summe bekomme die Frau für ihre Einzahlung eine Gegenleistung von 63108 Euro, bei dem Mann hingegen seien es nur 44388 Euro. Die Frau bekomme also 18720 Euro oder 42,17 Prozent mehr als der Mann. Das sei keine Gerechtigkeit. "Nein, das ist offene Männerdiskriminierung", urteilt Poweleit. Die Unbequemlichkeit der Sterbetafeln werde offensichtlich wegdefiniert.

Richtig schwierig werde die Situation in der privaten Krankenversicherung, fügte Poweleit hinzu. In der Altersgruppe der über 85jährigen verursachten Frauen pro Kopf und Jahr 15330 Euro Krankheitskosten, weiß Poweleit. Die Männer lägen bei 11.490 Euro. Frauen hätten in der Altersgruppe obendrein einen Bevölkerungsanteil von 74 Prozent. Wenn man die hohe Lebenserwartung dieser Frauen nicht mehr in Prämienunterschieden abbilden dürfe, dann werde es spannend, wie die Krankenversicherung im Alter noch bezahlbar bleiben soll.

Kommentare zu " Versicherungen: Männerdiskriminierung ab 2013"

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  • Übergewichtige, Raucher, (Extrem-)Sportler, Gerüstbauer, Dachdecker, Taucher, Artisten, Diabetiker, etc. müssen oder sollen mehr zahlen, weil sie so sind wie sie sind, sich ihren Lebenstraum erfüllen oder nicht anders können. Nur bei geschlechtsspezifischen Risiken (eines längeren Lebens) wird eine Ausnahme gemacht. Ich hoffe, dass den Versicherenen nach dem unisex-soli-alle-mach-gleich-Trend zumindest eine Bonusprogramm für Männer nicht verboten wird oder Männer den Frauensoli zumindest steuerlich ansetzen können.

  • Na toll, gillt das dann auch für meine private Krankenversicherung? Wenn meine Kasse den Tarif zumachen muss, dann komt kein Jungfolk mehr rein und mein Tarif wird teurer, weil die Alterstruktur wie eine Kohorte nach oben geht. Dann bleibt mir wohl nur noch die Option in einen neuen Tarif zu wechseln bis in 20 Jahren der Gesetzgeber das urteil kippt und dann geht der ganze Spass von vorne los...

  • Frauen werden gefördert gefördert geförtdert, damit sie bitte bitte doch wieder mehr Kinder kriegen wollen.

    Ja ja.


    Der Trent ist klar. Starke Männer werden zunehmend gemobbt in der westlichen Welt. Gefördert werden die blassen Männer aus der 3. Reihe, die ja-Sager der Verweiblichung unserer Gesellschaft. Sieht man ja bei Frau Merkel, dass die männlichen Charakterköpfe zunehmend weggebissen werden und männliche blasse Büro-Automaten an die Stelle gesetzt werden, die ihr hörig sind.

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