Versicherungen
Mehr Durchblick im Vermittlerdschungel

Versicherungen müssen verkauft werden. Hunderttausende helfen dabei – als Tippgeber, Vertreter oder Makler. Viele schauen nur aufs Geld und sind abhängig von den Anbietern. Wenige bieten unabhängigen Rat. Ein Überblick.
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DüsseldorfAlle wollen sie mit Versicherungen Geld verdienen, ob Vertreter, Makler, Berater oder Vermittler. Oft schmücken sie sich mit klangvollen Zusätzen wie „Vermögen“ oder „Finanz“. Die meisten Kunden blicken jedoch schon lange nicht mehr durch, was hinter den zahlreichen Begriffen steckt. 

Verbraucher fragen sich: Wer hat nur eine Maske auf, um andere Interessen zu verbergen? Wer macht was, für wen und in wessen Auftrag? Das ist oft schwer zu erkennen. Was zum Beispiel hilft es, wenn manche amtlich registriert sind, aber nur gelegentlich kontrolliert werden? Und viele fallen sogar durch die Maschen der Kontrolleure. Wie erkennt man die? 

Noch weniger verstehen die Betroffenen von den gesetzlichen Vorschriften für Vermittler. Ob EU-Vermittlerrichtlinie, Gewerbeordnung, Versicherungsvermittlungsverordnung oder Versicherungsvertragsgesetz - wie ein Akteur in der Finanzbranche arbeiten sollte, wissen theoretisch alle. Doch wer sich in der Praxis daran hält, weiß keiner. Denn es ist schwer zu überprüfen.

 

Zur besseren Orientierung im Vermittlerdschungel hat Handelsblatt Online einen Überblick zusammengestellt, der sich an folgenden Fragen orientiert: Wie unabhängig sind Verkäufer von Versicherungen? Wer steht hinter ihnen? Wer will vielleicht nur etwas aufschwatzen? Und was steckt hinter den zahlreichen Wortschöpfungen, mit denen die Verkäufer beim Kunden auftauchen? 

Herausgekommen ist eine vierstufige Pyramide. Sie bietet auf den ersten Blick folgende Kerninformation: Die meisten Akteure im Vertrieb von Versicherungen sind abhängig und wollen vor allem verkaufen. Denn nur wenn sie Produkte vermitteln, verdienen sie auch das Geld, das sie zum Leben benötigen. 

Nur wenige in der Versicherungswirtschaft sind echte Berater, die – ohne Nebeneinkünfte – ausschließlich die Interessen des Kunden vertreten. Zwischen den Extremen gibt es viele Schattierungen. Besonders undurchsichtig ist dabei der Maklerbereich. Hier gibt es einige, die sehr unabhängig agieren, aber auch solche, die hier nur aus reiner Not reingeraten sind. Die vier Stufen der Vermittlerpyramide. 

Kommentare zu " Versicherungen: Mehr Durchblick im Vermittlerdschungel"

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  • Mehr Durchblick ermöglich der neutrale „Einkaufs-Ratgeber“: Privater Finanzplaner DIN ISO 22222.

    Jede Branche lebt vom „Abverkauf“ ihrer Produkte/ Dienstleistungen, die durch einen angestellten Außendienst, Selbständige oder Direktvertrieb
    „vermittelt“ werden.

    Für Verbraucher ist es also wichtig, dass sie beim Einkauf bedarfsgerecht beraten werden.

    Verbraucher sollten deshalb, genauso wie sie sonst auf Qualitätsmerkmale von Produkten oder Dienstleistungen achten, dieses auch bei Finanzmarktprodukten tun.

    Ob Gütesiegel bei Elektrogeräten, Fachanwalts-/Berater-Spezialisierung bei Rechtsanwälten/Steuerberatern, so gibt es für die private Finanzplanung die DIN ISO 22222 als Qualitätssicherung zum Beratungsprozess inkl. Compliance/Ethik.

    Schon erstaunlich: Über 50.000 Unternehmen in Deutschland: Produkthersteller, Handel, Gewerbe, Gesundheitsweisen, Ärzte, Rechtsanwälte u.a.m. nutzen z.B. die DIN ISO 9001 zur Fehlervermeidung im Herstellungs-/Dienstleistungsprozess und zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit, aber erst rd. 1.500 Private Finanzplaner, die sogar weltweit gültige Norm DIN ISO 22222.

    Frank L. Braun, Privater Finanzplaner DIN ISO 22222

  • Hallo GSN,
    soweit sie z.B. in der Haftpflicht in der Lage sind Mehrleistungen für Forderungsausfalldeckung, geliehene und gepachtete Sachen, Be- und Entlädeschäden an Kfz, aus den Bedingungen herauszulösen, dann sind sie weit vorne. Wenn sie dann bei Hausrat und Gebäude noch darauf achten, dasss ihre Police auch grobe Fahrlässigkeit mit einschließt oder sie in der Wohngebäudeversicherung die Leitungswasserschäden nach Zu- und Ablauf vom Haus innerhalb des eigenen Grundstücks erkennen können, dann sollten sie das auch in Zukunft auf jeden Fall selber machen.

    Falls ihnen Zweifel oder Fragen kommen, sollten sie zum gleichen Preis der Police lieber einen guten Makler mit hinzuziehen.

  • Sehr geehrter Herr Schmitt,

    es ist immer wieder schön zu lesen, wenn sich Autoren so viel Mühe machen. Versuchen Sie doch bitte das nächste Mal einen Artikel nur mit positiv-hilfreichen Begriffen und ohne Klischees zu schreiben! Lässt sich bei den Lesern schwer "verkaufen?" Warum eigentlich? Und was hat der hohe männliche Anteil bei Vermittlern mit der Qualität der Arbeit zu tun? Bei Journalisten sind es statistisch immer mehr Frauen. Steigt nun die Qualität der Berichterstattung und Information? Lässt sich über Zahlen oder Klischees die Qualität der Arbeit des Einzelnen bewerten? Ich denke: nein!

    Sie haben natürlich auch viele gute Informationen aufgeführt, dabei jedoch das ein oder andere missverständlich. So z.B.:
    "Versicherungsmakler sind nicht vertraglich an eine Versicherungsgesellschaft gebunden, sondern sehen sich als "treuhänderähnliche Sachwalter" des Kunden. So lautet die Theorie, die gerne von Verbänden so hervorgehoben wird: „Mit anderen Worten: Der Versicherungsmakler steht auf Ihrer Seite."

    1. Treuhänderähnlicher "Sachwalter" ist keine "Theorie" von Verbänden oder Maklern, sondern ist eine höchstrichterliche Aussage: http://bit.ly/Rlndgp.

    2. Ja, der Versicherungsmakler steht rechtlich auf Seiten des Auftraggebers und haftet auch - im Gegensatz zu "Schützern" oder "Testern" - für seinen (Nicht-)Rat: http://bit.ly/1l1f1dJ. Ob nun jedoch der Beraterlohn vom Versicherungsunternehmen oder dem Mandanten kommt, ist m.E. dabei erst mal unerheblich - entscheidend ist die Analyse, die Kostentransparenz und die "bedarfsgerechte Beratung" (diesen Qualitätsbegriff habe ich leider in Ihrem Text nicht gefunden)!

    Wichtig für JEDEN Berater/Vermittler ist eine regelmäßige Aus- und Weiterbildung. Es gibt tatsächlich qualifizierte Ausbildungen und Abschlüsse (http://bit.ly/1n8u0qA). Verbraucher sollten sich daher immer informieren, von wem sie sich beraten lassen bzw. wo sie unterschreiben.

    "Qualität bedeutet, der Kunde kommt zurück, nicht die Ware" (Hermann Ti

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