Versicherungen
Pflegeversicherung: Besser abschließen

Die Sozialsysteme ächzen unter der Überalterung der Gesellschaft. Wer in einigen Jahrzehnten auf Pflege angewiesen sein könnte, sollte privat vorsorgen. Der Schutz ist nicht teuer, wie ein exklusiver Tarifvergleich belegt. Worauf Versicherte achten sollten.
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DÜSSELDORF. Der Blick in die Zukunft stimmt nachdenklich. Die Zahl der Deutschen, die 65 Jahre oder älter sind, wird sich von aktuell gut 33 Prozent in den nächsten 40 Jahren höchstwahrscheinlich verdoppeln. Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte im gleichen Zeitraum nach einer Berechnung der Universität Mannheim von aktuell rund 2,4 Millionen auf rund 4,4 Millionen steigen. Man muss kein Experte für Sozialsysteme sein, um zu wissen, dass die Kosten fürs Alter explosionsartig steigen werden.

Wer glaubt, dass die gesetzliche Pflegeversicherung für eine Gesellschaft, die zur Mehrzahl aus Senioren besteht, gut gerüstet ist, kann sich zurücklehnen und muss nicht aktiv werden. Wer dagegen befürchtet, im Alter nicht mehr nach gewohnten Standards versorgt zu werden, sollte weiterlesen. "Wir empfehlen jedem Berufstätigen spätestens ab einem Alter von 40 Jahren den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung", sagt Lilo Blunck, Präsidentin vom Bund der Versicherten aus Berlin. "Das gilt sowohl für Kassenpatienten wie für privat Krankenversicherte".

Sparversion vom Staat

Aktuell zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung bei einem stationären Aufenthalt in einem Heim je nach Grad der Pflegebedürftigkeit zwischen 1 023 Euro und 1 470 Euro pro Monat. Härtefälle erhalten bis zu 1 750 Euro. Bei einer häuslichen Pflege durch Fachpersonal liegen die Sätze zwischen 420 Euro und 1 470 Euro. Bei Härtefällen liegt das Salär bei bis zu 1 918 Euro. "Die Sätze sind knapp bemessen", sagt Blunck. "Wer im Alter nicht auf die Unterstützung von Angehörigen oder Zuschüsse des Sozialamtes angewiesen sein möchte, sorgt vor".

Für die Absicherung der Pflege gibt es Pflegekosten, Pflegetagegeld- oder Pflegerentenpolicen. Beim Pflegetagegeld erhält der Versicherte eine fixe Geldsumme pro Tag, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Versicherte können frei über den Betrag verfügen und auch Hilfe von Familie und Freunden entlohnen. "Die Höhe des zu versichernden Tagessatzes hängt vom persönlichen Bedarf ab", erklärt Blunck. Neben den bestehenden Ansprüchen aus der Pflegeversicherung sollten Kunden unter anderem ihre Rente, private Altersvorsorge und das Vermögen einrechnen. Den Wert von 50 Euro sollte der Satz aber nicht unterschreiten.

Ein Tarifvergleich des unabhängigen Analysehauses Morgen und Morgen für Handelsblatt.com zeigt, dass die private Absicherung nicht teuer ist. Ein 40-jähriger Mann kann einen soliden Schutz bereits mit Monatsbeiträgen von weniger als 20 Euro finanzieren. Für eine 26-jährige Berufseinsteigerin reichen schon knapp zehn Euro pro Monat. "Bei den Tarifen gibt es in puncto Leistung große Unterschiede", sagt Martin Zsohar, Leiter Produktentwicklung bei Morgen und Morgen.

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