Versicherungen
Private Krankenkasse: Für wen sie sich lohnt

Noch bis Ende des Monats können Altkunden in einen neuen Basistarif der privaten Krankenversicherung wechseln. Für bestimmte Zielgruppen ist der Wechsel lukrativ. Bei Vollkostentarifen steigen die Beiträge dieses Jahr massiv an. Für wen der Wechsel in den neuen Basistarif lohnt und welche Tarife stabile Beiträge bieten.
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HB DÜSSELDORF. Die wenigsten Versicherten in der privaten Krankenversicherung (PKV) dürften von ihrem Berater jemals den Begriff "Basistarif" gehört haben. Die großen Gesellschaften werben nicht damit, immerhin wurde ihnen die Neuerung von der Politik aufgezwungen. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht scheiterte. Für die meisten Vermittler ist das Produkt wenig interessant, die Provisionen dürften häufig gegen Null tendieren. Nach Angaben des PKV-Verbandes haben bisher erst 8 200 von 8,6 Millionen Versicherten den neuen Tarif gewählt.

Für einzelne Zielgruppen kann ein Wechsel in den Basistarif aber durchaus interessant sein, wie die Analyse von Handelsblatt.com zeigt. Die Versicherten, die bereits vor dem Jahreswechsel 2009 in der PKV versichert waren, sollten sich sputen. Sie nehmen bei einem Wechsel in den Basistarif ihres Unternehmens die volle Alterungsrückstellung mit, bei einem in den Basistarif eines anderen Krankenversicherers noch einen Anteil der Rückstellungen. Wer noch bis Ende des Monats wechselt, kann nach einer Frist von 18 Monaten in einen normalen, günstigeren oder leistungsstärkeren Tarif der PKV wechseln.

Stichtag beachten

Nach dem Stichtag steht diesen "Altversicherten" nur noch der Basistarif ihres Krankenversicherers offen, wenn sie älter als 55 Jahre sind oder schon davor eine gesetzliche Rente oder Pension beziehen. Zudem kann gewechselt werden, wenn finanzielle Hilfsbedürftigkeit im Sinne des Sozialrechts besteht.

Der Basistarif ist das Abbild der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beim privaten Anbieter. "Die Leistungen sind ähnlich wie bei einer gesetzlichen Kasse, Versicherte dürfen zum Beispiel nur Ärzte wählen, die eine kassenärztliche Zulassung haben", sagt Jens Trittmacher, Krankenversicherungsexperte beim Bund der Versicherten. Mit bis zu 570 Euro Beitrag pro Monat ist das neue Produkt nicht gerade billig.

Es gibt aber auch Vorteile zur GKV: Ärzte können den 1,8-fachen Satz im Vergleich zu Kassenpatienten abrechnen, Zahnärzte den zweifachen Satz. Es gibt keine Budgetierung, privat Versicherte müssen tendenziell eher seltener auf Termine und Medikation warten als gesetzlich Versicherte. Zum Vergleich: Bei vielen PKV-Vollversicherungen liegen die erstattungsfähigen Sätze beim 3,5-fachen, auch bei Zahnärzten. "Der Basistarif ist meistens wenig interessant, kann aber im Einzelfall für manche lohnend sein", sagt Trittmacher.

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