Versicherungen
Sparen und Risikoschutz sind zweierlei

Klingt bequem und rentabel zugleich: Risiken absichern und gleichzeitig Vermögen aufbauen. Doch oft rechne sich das nicht, sagen Verbraucherschützer.

„Im Regelfall halten wir es für ungünstig, Versicherungen zum Beispiel für den Todesfall oder die Berufsunfähigkeit mit Sparvorgängen in einem Vertrag zu koppeln“, sagt zum Beispiel Erk Schaarschmidt, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Schaarschmidt begründet die Ablehnung solch gekoppelter Verträge am Beispiel eines Beratungsfalles, den er kürzlich zu bewerten hatte.

Der Versicherungskunde hatte 1991 im Alter von 40 Jahren eine fondsgebundene Lebensversicherung mit laufenden Beiträgen abgeschlossen. Der Versicherer legte die Sparbeiträge in einem Fonds an, schichtete das Geld aber im Jahr 2000 auf einen anderen hauseigenen Fonds um. Beide Fonds investieren hauptsächlich in Aktien. Später wurde der Vertrag von einer anderen Versicherungsgesellschaft übernommen. Am 1. April 2006 lief der Vertrag regulär aus.

Eingezahlt wurden über die Jahre 11 013 Euro. Ausbezahlt bekam der Versicherte jedoch nur rund 9 700 Euro. Statt einer Rendite also Verluste, weshalb der Versicherte Rat bei den Verbraucherschützern suchte. Experte Schaarschmidt konnte dem Spater allerdings nur die Auskunft geben, dass der Nachteil bei dieser Form des Sparens in Verbindung mit dem Versicherungsschutz im System angelegt war.

Als Gründe nennt Schaarschmidt diese: Für die monatliche Zahlung von Sparbeiträgen erheben die meisten Versicherungen Ratenzuschläge. Zudem verteuern Abschlussprovisionen gleich zu Beginn des Vertrages und laufende Verwaltungskosten das Fondssparen über Versicherungen. Zusätzlich berechnet die Fondsgesellschaft Ausgabeaufschläge und weitere laufende Kosten. Darüber hinaus habe im vorliegenden Falle das Fondsmanagement offenbar keine „glückliche Hand“ gehabt: Die gewählten hauseigenen Fonds würden heute weitaus schlechter als vergleichbare Fonds und der entsprechende Börsen-Index notieren. Zudem hätte im Jahr 2000 ein Wechsel zu einer anderen Anlageform erfolgen müssen.

Fazit der Verbraucherschützer: „Der Todesfallschutz in Höhe von 7 000 Euro wäre über eine separate Risikolebensversicherung weitaus günstiger zu haben gewesen.“ Finanzdienstleistungs-Experte Schaarschmidt rät Interessenten deshalb: „Vor einer Unterschriftsleistung unter einen Vorsorgevertrag sollte man sich ausgiebig mit dem Thema Geldanlage und mit Prospekten zu konkreten Angeboten beschäftigen.“ Eine solche Entscheidung sollte Sparer entsprechend dem eigenen Bedarf und der eigenen Risikobereitschaft treffen, statt einem Vertreter blind zu vertrauen. Dabei könnten eine unabhängige Beratung bei der Verbraucherzentrale oder auch Publikationen der Verbraucherverbände helfen.

„Auf Fonds sollten sich nur Verbraucher stützen, die solche Anlagen selbst überwachen und notfalls verkaufen können“, rät der Verbraucherschützer weiter.

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