Versicherungsgesellschaften
Axa-Chef gewinnt der Finanzkrise Gutes ab

Henri de Castries, der Chef des französischen Versicherungsriesen Axa, gewinnt der aktuellen Hypothekenkrise auch positive Seiten ab: „Für Versicherer sind die Turbulenzen langfristig gut, weil die Risiken jetzt besser bewertet werden.“ Er sieht für Versicherungsgesellschaften die Chance, höhere Kapitalerträge erwirtschaften zu können.

rl KÖLN. Vorher seien die langfristigen Zinsen zu niedrig und die Inflationsrisiken zu hoch gewesen. Außerdem würden die Kapitalmarktzinsen den Bonitätsunterschieden jetzt wieder mehr Rechnung tragen. De Castries sieht daher für Versicherungsgesellschaften die Chance, höhere Kapitalerträge erwirtschaften zu können.

Versicherer gelten als größte institutionelle Anlegergruppe. Der Axa-Konzern ist mit mehr als 90 Mrd. Euro Beitragseinnahmen in Europa nach der Allianz die zweitgrößte Versicherungsgruppe. Die anhaltende Krise auf dem Verbriefungsmarkt für US-Hypothekenrisiken minderer Qualität hat laut de Castries nur „begrenzte Auswirkungen auf das Axa-Vermögen.“ Die europäischen Versicherer sind im Vergleich zu den Banken kaum von der Hypothekenkrise betroffen. Wegen unzureichender Renditen haben sie wenig in diese Papiere investiert.

„Wir müssen dennoch wachsam bleiben“, sagte de Castries am Freitagnachmittag in Köln auf einer Veranstaltung des „Centre for Financial Research“ der Universität zu Köln. Die Warnung richtete der Axa-Chef jedoch weniger an die Kapitalanleger. Vielmehr mahnte er angesichts anhaltender Kapitalmarktschwankungen zur Vorsicht bei der Ausstattung und Preisgestaltung von Garantien in der Lebensversicherung.

Etliche Lebensversicherer hatten vor einigen Jahren Schwierigkeiten, die vergleichsweise hohen Zinsversprechen in ihren Policen auch tatsächlich zu erwirtschaften.

De Castries stellte zudem die gute Diversifizierung der Axa-Gruppe heraus – sowohl nach Sparten als auch nach Ländern. „Dadurch sparen wir 40 Prozent Kapital gegenüber lokalen Versicherern“, sagte er. Das hat Axa bisher vor allem durch Zukäufe erreicht: „Axa ist eine einzigartige Wachstumsstory“, so ihr Chef. Und er ist zuversichtlich, dass das so bleibt. Spätestens 2012 soll die Gruppe für Kunden, aber auch für Aktionäre und Mitarbeiter erste Wahl sein.

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