Versicherungsrecht
„Für schwarze Schafe wird es schwieriger“

Sechs Fragen zum Thema Zulassung von Versicherungsvertretern an Wolfgang Römer, Ombudsmann für Versicherungen.

Was erhoffen Sie sich von dem neuen Versicherungsvermittler-Gesetz?

Ich rechne mit einer verbesserten Beratung und Aufklärung der Versicherungskunden. Vor allem bietet die Umsetzung der Vermittlerrichtlinie die Möglichkeit, dass die „schwarzen Schafe“ unter den Vermittlern es künftig schwerer haben werden.

Werden Verbraucherbeschwerden jetzt überflüssig?

Natürlich darf man nicht zu viel erwarten. Es wird sicher auch in Zukunft noch ausreichend Anlass zu Beschwerden geben. Vielleicht werden diese sogar mehr. Nicht weil die Beratung schlechter wird, sondern weil das Gesetz auch ein verschärftes Bewusstsein der Verbraucher zur Folge haben kann.

Liegen die heutigen Probleme nicht eher an falschen Anreizen, wie Provisionen?

Es gibt sicher auch heute noch Vermittler, die nicht für das komplizierter gewordene Geschäft ausreichend qualifiziert sind. Aber auch die beste Qualifikation hilft dem Kunden nicht, wenn der Vermittler aus anderen Gründen Anlass hat, seine Kenntnisse nicht weiterzugeben.

Was hätte der Gesetzgeber besser machen können?

Die Richtlinie ist ordnungsgemäß und sorgfältig in deutsches Recht transformiert worden. Dies schließt aber nicht aus, dass man den einen oder anderen Punkt nicht noch besser hätte machen können. So ist der gesetzlich zugelassene Verzicht auf Beratung und Dokumentation dem Ziel des Gesetzes gegenüber, den Verbraucher zu schützen, sicher kontraproduktiv.

Dürfen die Kunden den Vermittlern nun vertrauen oder nicht?

In der großen Zahl haben die Vermittler auch bis heute schon das Vertrauen der Kunden verdient. Da der Kunde aber im Allgemeinen aber nicht weiß, wen genau er vor sich hat, ist ihm Wachsamkeit zu empfehlen.

Was raten Sie den Kunden?

Der Kunde soll auf Beratung und Dokumentation zumindest bei den Versicherungen nicht verzichten, mit denen er ein wichtiges Risiko absichern will. Es empfiehlt sich auch, den Text genau darauf durchzulesen, ob wirklich das Wichtige für den Kunden schriftlich wiederzufinden ist. Er soll keine Scheu haben, eventuell sofort zu reklamieren.

Die Fragen stellte Rita Lansch.

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