Versicherungsvergleich
Unisex-Tarife treiben Policen um bis zu 55 Prozent

Die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest hat die neuen Einheitstarife für Frauen und Männer unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist, dass Männer deutlich mehr zahlen müssen. Aber nicht nur.
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DüsseldorfAb dem 21. Dezember 2012 müssen die Versicherer einheitliche Tarife für Frauen und Männer anbieten. In dieser Unisex-Welt zahlen vor allem Männer für manche Versicherungen deutlich mehr, stellt die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer neuen Ausgabe fest. „30 bis 40 Prozent – das sind die Preissteigerungen, mit denen Männer bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Pflegezusatzversicherung rechnen müssen“, stellte die Stiftung Warentest in einer Pressemitteilung fest. Frauen zahlten ab Ende Dezember vor allem mehr Geld für eine Risikolebensversicherung - bis zu 55 Prozent.  

Bislang haben die Versicherer bei der Kalkulation ihrer Tarife oft nach Geschlecht unterschieden. So gehen Frauen etwa häufiger zum Arzt, daher sind ihre Prämien in der privaten Krankenversicherung um knapp ein Drittel höher. Junge Männer sind bekannt als ungestüme Autofahrer, sie verursachen mehr Unfälle und zahlen daher mehr für ihre Autoversicherung als Frauen.

Mit solchen Unterscheidungen ist ab 21. Dezember 2012 Schluss, entschied der Europäische Gerichtshof. Dann müssen Frauen und Männer von den Versicherungen gleich behandelt werden, eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist nicht mehr zulässig. Das Problem dabei sei, so Finanztest: Die Versicherer nutzten die Aufhebung der Geschlechterdiskriminierung vor allem zu ihren Gunsten; die Preise gingen deutlich nach oben. Selbst dort, wo es rein theoretisch billiger werden müsse, gingen die Prämien nur mäßig nach unten. Dieses Fazit zog Finanztest aufgrund einer Stichprobe bei großen Versicherungsunternehmen.

Voraussichtlich etwas günstiger würden die Policen für Frauen bei der Rürup-Rentenversicherung und bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Männer profitierten vor allem bei der Risikolebensversicherung. Für viele werde es jedoch teurer.

Kommentare zu " Versicherungsvergleich: Unisex-Tarife treiben Policen um bis zu 55 Prozent"

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  • Es ist wie es ist, aber das zeigt mir mal wieder wie unsinnig Urteile gefällt werden, wenn es um die Vermeidung zur Unterscheidung von Mann und Frau geht. In vielen Lebensbereichen macht das ja Sinn, in diesem Fall halt nicht. Besten Danke auch an den Kläger (Bemerkung am Rande: Es war ein Mann).Wer sich ein wenig mit der Materie befasst und die Risikobewertungen kennt, der hätte ein solches Urteil niemals gefällt. Ich warte noch auf ein Urteil in dem Männer zum Kinder gebären herangezogen werden. Mir persönlich tut es um die Menschen leid, die jetzt aus verschiedensten Gründen nicht mehr handeln können. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich drübr lachen.

  • Ohhh..."Finanztest", quasi die "Bild"-Zeitung der Fachzeitschriften hat untersucht und herausgefunden der Preis ist das wichtigste Kriterium bei der Kaufentscheidung. Na herzlichen Dank "Finanztest".
    Ich kann den anderen Kommentaren nur zustimmen und verstehe die Aufregung nicht. Die jetzige Entwicklung war von Beginn an abzusehen. So war es doch immer wenn die EU etwas beschlossen hat, was die europäischen Märkte betrifft-es wurde teurer für die Verbraucher.

  • trifft den Punkt genau! Jetzt ist der Aufschrei groß - beim Beschliessen hats keinen interessiert. Tja hier hat der Verbraucherschutz wieder einen Bärendienst geleistet. Toll gemacht!

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