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Das Katz- und Mausspiel des Mehmet Göker

Versicherungsvertreter
Das Katz- und Mausspiel des Mehmet Göker

Seit drei Jahren lebt, feiert und arbeitet der Powerverkäufer Mehmet Göker in der Türkei. Aus dem Exil heraus hält er die privaten Krankenversicherer und ihre Vertriebe weiter in Atem – genauso wie den Staatsanwalt.
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DüsseldorfSeine Freunde lassen im Internetnetzwerk Facebook nichts auf ihn kommen. Das war auch am Wochenende des 24. und 25. November so. Mehmet Göker veröffentlicht auf seiner Facebook-Seite einen Beitrag, in dem er mit starken Worten gegen einen Staatsanwalt in Kassel wettert. Der Text war allerdings nur einige Tage zu lesen, dann verschwand er wieder von seiner Facebook-Seite - mit der Folge, dass obiger Link ins Nichts führt.

Die Reaktion seiner Facebook-Fans bis Montag morgen war jedoch überwältigend: 98 Kommentare, fast alle positiv, sowie 369 "Gefällt mir" von Facebook-Nutzern. Inhaltlich weist er darauf hin, dass er bereits rund 25 Millionen Euro Steuern gezahlt habe - sowie diverse Strafen und Nachzahlungen in Millionenhöhe.

Göker muss nun allerdings damit rechnen, dass die Staatsanwaltschaft Kassel noch entschiedener als bislang gegen ihn vorgeht. So berichtete die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) von Überlegungen in der Staatsanwaltschaft, ob man wegen der neuen Beleidigungen auf Facebook rechtliche Schritte gegen Mehmet Göker einleitet.

Allerdings scheine ein weiteres Verfahren deswegen angesichts der anderen Vorwürfe gegen ihn eher eine Nebensache zu sein, heißt es in dem Bericht weiter. Man wolle Göker verhaften, um ihn vor allem wegen des Verdachts der Beiseiteschaffung von Geschäftsunterlagen und einer möglichen Insolvenzverschleppung zu belangen. Sollte er deutschen Boden betreten, käme er wohl in Untersuchungshaft.

Göker kennt das Risiko, weshalb er sich seit einigen Jahren bevorzugt in der Türkei aufhält - getreu seinem Motto, das seine Freunde gern verbreiten: "Wenn jemand meint, dass etwas nicht geht....dann heißt das nur, dass es für IHN nicht geht!" Für den Starverkäufer von privaten Krankenversicherungen, der durch den preisgekrönten Dokumentarfilm „Versicherungsvertreter“ bundesweit bekannt wurde, geht nach wie vor sehr viel.

Zwar ist sein Finanzvertrieb, die MEG AG aus Kassel, pleite gegangen. Göker hatte sich mit dem Verkauf von privaten Krankenversicherungen verhoben und 21 Millionen Euro private Schulden angehäuft, wie es in dem Film heißt. Zudem verfolgen ihn die Behörden aus Kassel seit Jahren und haben bereits etliche Prozesse gegen ihn angestrengt.

Doch bisher hat ihm all das nicht nachhaltig geschadet und auch seine geschäftlichen Aktivitäten nicht wesentlich behindert. „Mehmet E. Göker ist wieder da. Er residiert an der türkischen Ägäis mit über 50 Mitstreitern. Die neue Firma aber sei nicht seine, beteuert er. Die „Göker Consulting Group“ gehöre seiner Mutter, er selbst sei dort nur Angestellter…“, heißt es in der aktuellen Vermarktungskampagne für die DVD zum Film. Die Zahl seiner Anhänger scheint sogar eher noch größer zu werden, wie etwa Einträge auf verschiedenen Facebook-Seiten belegen.

Seine zahlreichen Fans hält Göker bevorzugt über markige Beiträge auf Facebook bei Laune. Auf diesem Weg findet er auch neue, hungrige Verkäufer, mit denen er zumindest zeitweise gute Geschäfte machen kann. Diesen Eindruck haben jedenfalls Branchenkenner, die seine Aktivitäten im Vertrieb von privaten Krankenversicherungen aus der Ferne beobachten.

Seine Äußerungen auf Facebook zeugen inzwischen von immer größerer Professionalität im Umgang mit diesem Netzwerk. So unterscheidet er, wem er welche Information zukommen lässt. Für Aufsehen sorgte jüngst beispielsweise ein Eintrag, der nur für seine Facebook-„Freunde“ und das auch nur für kurze Zeit sichtbar war. Das reichte jedoch dennoch, um die Information in Branchenkreisen schnell zu verbreiten.

Kommentare zu "Das Katz- und Mausspiel des Mehmet Göker"

Alle Kommentare
  • Hoffentlch kriegen sie diesen Gangster.Wir als Prämienzahlen subventionieren diese Schmarotzer.

  • Kann man denn so einfach über Facebook eine kriminelle Vereinigung gründen oder schreibt dort auch seine Mutter? Die Auslese innerhalb des Kaufmannsberufs geht mittlerweile durch Hand hoch heben, mit der Maxime, ich habe etwas zu verkaufen, ergo bin ich Kaufmann. Prost, Cheers und den Klingelbeutel anderen hinreichen. Geht doch oder?

  • Immer wieder Artikel über diesen kleingeistigen Versager.
    Langsam nervt das.
    Artikel über richtige Geschäftsleute, die das große Rad drehen, wären interessanter als dauernd über diesen Amateur zu lesen.
    Der ist nicht von Interesse und langweilig.

  • Warum gerade solch kleine Fische zur Aufarbeitung herangezogen werden, ist nicht nachzuvollziehen. Was machen die "Bankmanager"die von Politikern oder Möchtepolitikern hofiert werden, die Volkswirtschaften in den Ruin getrieben haben, davon wird nicht berichtet. Das zeigt der Fall Dr. Breuer oder wie bei der Coba "Meister" lessing, der von der Soffin aufgefangen wird und sein Jahresgehalt mit Einverstädnis der Soffin auf 1,5 Millionen Euro anheben konnte. Sind das nicht die großen Verbrecher, als wie der "kleine" Göcker ???? Die Politiker und Bankmanager sind das Problem, dort sollten die Staatsanwälte einmal ansetzen, aber dafür sind die viel zu Feige, weil die an Weisungen gebunden sind und Angst haben um ihre Pensionen. Sonst verlieren si ihre Pensionen, wenn sie Fälle aufdecken sollten, wo Banker und Versicherungsmanager ihr UNwesen treiben. Beispiele gibt es genug, wie Kapitallebesnversicherungen, wie die Krise zeigt, ist die Auszahlungsquote immer wieder herabgesetzt worden. Aber ihre eihenen Provisionen und Gebühren verschleiern sie mit Regelmäßigkeit. Deshalb hat M. Göcker sehr kluig gehandelt und die Staatsanwaltschaft sollte das Verfahren einstellen und aber die Banker und Versicherungsmanager einmal in's Viesier nehmen.

  • Ehrlich gesagt finde ich den Film super, denn er offenbart die Funktionsweise eines äußerst perversen Systems und in dieserlei Hinsicht muss man Göker mal dafür loben, dass er unbewusst seinen Arsch dafür hinhält. Es mag ja sein, dass er dabei auch Anhänger findet. Aber sehen wir das doch einfach mal als Mittel zum Zweck, diese Provisionsgeilheit an den Pranger zu stellen.

  • ......und was ist mit all den Menschen, welche im Sinne von Treue und Glaube nach dem BGB und HGB gehandelt haben und von heute auf morgen ohne Krankenschutz dastanden?

  • Braucht man noch einen Krankenschutz, in einer Gesellschaft, wo auch die Ärzte bereits zu Abzockern mutiert sind und dieses Krankensystem sich nur noch um sich selbst dreht?

  • Hallo liebes Handelsblatt,
    Ihr seid ganz schön mutig.
    Ein solcher Bericht über einen wackeren, kriminellen Türken wird doch normalerweise als politisch unkorrekt betrachtet.
    Wie kann man denn über ein solches "Potential" so negativ schreiben?
    Der Mann war doch komplett "integriert".
    Viele deutsche Drücker arbeiten doch auch so wie er.

  • Könnten Sie uns einmal Ihren unverständlichen Beitrag erläutern?

  • Göker nutzt geschickt alle Spielräume, inkl. Internet, in denen die Rechtsordnung schwach ist. Und er wird so zum Vorbild insb. weil die Medien immer wieder darüber berichten. Das, was Viele als verwerflich finden, ist für Einige einfach nur clever und der finanzielle Erfolg gibt Ihnen Recht. Hier ist nicht die Exekutive in der Pflicht, sondern die Politiker die hier gesetzliche Regeln einziehen bzw. verschärfen müssen.

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