Versicherungsvertreter
Das wahre Leben des Mehmet Göker

Der Verkäufer von privaten Krankenversicherungen hält die Branche in Atem. Staatsanwälte ermitteln, Insider plaudern, Göker streitet alles ab. Wie aus dem Menschenfänger ein Gejagter wurde - und warum er umsattelt.
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DüsseldorfDie folgende Szene kennen viele aus dem Film „Versicherungsvertreter“. Die preisgekrönte Dokumentation hat Mehmet Göker genauso berühmt wie berüchtigt gemacht. Diese Szene spielt nicht in Kassel, wo Göker mit seiner Vertriebsmaschine MEG mit Pauken und Trompeten scheiterte. Sie spielt in der Türkei, wo sich Göker dem Zugriff deutscher Behörden entzogen hat.

„Mehmet Göker kommt in sein Büro und schaut in die Runde. Der Gang zu seinem Reich führt vom Empfang über eine Treppe. Der Raum liegt am Ende einer Galerie. An den Wänden hängen Bilder, die Göker mit schnellen Autos oder Promis wie Günther Netzer oder Guido Westerwelle zeigen. Vor seinem Schreibtisch steht eine Couch. Darauf sitzen einige Verkäufer.

Wer keinen Platz mehr abgekriegt hat, muss dahinter stehen. Dreimal am Tag gab es Besprechungen. Die Vertriebler müssen sagen, wie viele Policen sie am Tag verkaufen werden. Sind die Ziele zu niedrig angesetzt, oder verfehlen sie ihre Planung, droht Ärger.

Göker mustert seine Kollegen. Dann macht er einen von ihnen zur Sau. Der Vorwurf: Er habe nicht genügend verkauft. Dabei sei der Vertrieb von privaten Krankenversicherungen doch ein Kinderspiel. Zum Beweis ruft er einen vorher ausgewählten, potenziellen Kunden an.

In deutlichen Worten und lautstark nötigt er ihn, eine Police abzuschließen. Mit Erfolg. Die Mitarbeiter haben den Sinn des im rüden Ton vorgetragenen Lehrstücks verstanden. Sie trollen sich mit beschämten Gesichtern.“

So mag es gewesen sein, im türkischen Kusadasi. Die Szene schildert zumindest ein Informant aus der Vertriebsbranche. Er gibt an, Gökers Unternehmen in  Kusadasi besucht zu haben. Dorthin hat Mehmet Göker seinen Lebensmittelpunkt verlegt, nachdem er in Kassel mit seiner Vertriebsfirma MEG gescheitert war.

Kommentare zu " Versicherungsvertreter: Das wahre Leben des Mehmet Göker"

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  • Ich sehe das ganz anders: Wenn einer wie Göker sich auf en Zug TalkFusion wirft, dann heißt dies doch, dass er sich davon etwas verspricht - Geld machen. Es ist quasi, wenn man so will, ein "Qualitätsurteil". Nun ist Göker sicherlich kein Aushängeschild, welches man in seinen Reihen haben möchte. Aber es zeigt, dass das Konzept von TalkFusion in Ordnung ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Da muss ich mal ganz klar ein paar verdrehte Fakten hier klar stellen:

    1. Bei Talk Fusion handelt es sich um ein Unternehmen welches Produkte vertreibt im Direktvetrieb, wies Tupperware oder Avon seit vielen Jahren nicht anders tun.

    2. Es handelt sich um qualitativ hochwertige Produkte der Videokommunikation und des Videomarketing, die bereits Auszeichnungen haben und das Unternehmen wurde ethisch zertifiziert.

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